28. November 2014, 12:06 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 21.04.2012 um 05:10 UhrKommentare

Tankstelle zu: Bauern geht der Diesel aus

Nach 26 Jahren muss die einzige Tankstelle im Maltatal zusperren. Betroffen sind vor allem Landwirte, die jetzt weite Wege auf sich nehmen müssen.

Foto © Marco Riebler

Drei Autos und zwei Traktoren parken vor der A1-Tankstelle in Malta. Im Bistro ist die Freitagnachmittags-Kartenrunde komplett, der erste "Schnapser" geht in die finale Phase. Das frisch gezapfte Bier schmeckt. Draußen vor der Tür ist es mit dem Zapfen hingegen bald vorbei. "Was, es gibt keinen Diesel mehr?", ruft ein Bauer, der seinen Traktor volltanken wollte, dem Tankstellen-Betreiber Gerhard Prugger zu. "Ja, der Diesel ist schon aus. Das Benzin wird wohl noch zwei Tage gehen", antwortet Prugger. Dann zieht er einen Schlussstrich. "Nach 26 Jahren sperre ich meine Tankstelle zu, betriebswirtschaftlich geht sich das einfach nicht mehr aus!"

Ein Ende, das angesichts von Rekord-Spritpreisen einer Ironie der Geschichte gleicht. "Pumpen, Löhne, Kartensystem - die Kosten steigen, aber die Spannen bleiben gleich", erklärt Prugger. Nach Total und OMV ist A1 sein dritter Partner, jetzt pocht er auf Vertragsauflösung. "500.000 Liter Sprit pro Jahr habe ich verkauft, zwei Millionen wären notwendig, um rentabel zu sein."

Die Gemeinde nimmt das Aus für die Tankstelle zur Kenntnis. Die Schließung trifft vor allem die Landwirte im Maltatal. Die müssen zum Tanken jetzt die (mit dem Traktor mühsame) Fahrt nach Gmünd auf sich nehmen. "Eine kleine Katastrophe", meint ein Betroffener, der jetzt über eine "Hoftankstelle" nachdenkt.

"Mit meiner Autowerkstatt und dem Bistro habe ich zum Glück noch andere Standbeine. Die bleiben offen", sagt Prugger. Und: "Danke an die Stammkunden, die mir die Treue gehalten haben."

Dietmar Schludermann, Fachgruppenobmann der Tankstellen, kennt solche Fälle. "Wenn jemand extra Personal braucht, um sieben Tage offen zu halten, rechnet sich das nicht mehr." Hohe Spritpreise würden nichts an "zu niedrigen Spannen" ändern. "12 Cent pro Liter wären rentabel, jetzt sind es oft nur 6 bis 8 Cent."

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