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Zuletzt aktualisiert: 02.02.2011 um 20:16 UhrKommentare

Rasante Stars liefen ihm vor die Linse

Der St. Pauler Manfred Marini fotografierte über Jahrzehnte Formel-1-Legenden. Manchmal schleuste er sich bei Rennen in die Boxengasse ein. Seine Fotos sind bei Sammlern begehrt.

Jahrelang fotografierte der St. Pauler Manfred Marini (57) Formel-1-Legenden hautnah, heute sind seine Raritäten bei Sammlern heiß begehrt. Seinen Anfang nahm das ungewöhnliche Hobby des gelernten KFZ-Mechanikers, als er 1971 seinen Führerschein erwarb und zum ersten Mal Grand-Prix-Luft schnupperte: "Ich flehte meine Eltern an, mir ihr Auto zu leihen, um beim F2 Rennen in Spielberg dabei sein zu können", lacht Marini.

Zäune aufgezwickt

Doch den Grand Prix "nur" vom Rande der Rennstrecke aus zu beobachten, war für den gebürtigen Wolfsberger nicht aufregend genug. Um ins Fahrerlager gelangen zu können, musste Marini jedoch ein wenig nachhelfen: "Ich war meist schon um 5 Uhr morgens auf der Strecke und habe die Zäune aufgezwickt, um noch näher ranzukommen."

Erstaunlich war, dass er dabei nicht ein einziges Mal erwischt wurde. "Damals war alles noch viel lockerer. Es gab keine Securities und man konnte sich auf dem Gelände frei bewegen", sagt der heute 57-Jährige. Auf diese Weise war der Hobbyfotograf zwischen 1971 und 1982 bei über 100 Rennen - hauptsächlich in Österreich und Deutschland - dabei, um seine Idole hautnah zu erleben. Dabei traf er die damals teils noch unbekannten F-1-Größen Niki Lauda, Jochen Rindt, Jackie Stewart, Mario Andretti oder Ronnie Peterson.

Fotos und Autogramme

Ganz nach dem Motto "Frechheit siegt" setzte er sich auch schon mal an das eine oder andere Buffet in der Boxengasse. Niemand wunderte sich je über seine Anwesenheit: "Die Fahrer waren sehr nett und haben mit mir geredet, sich fotografieren lassen und Autogramme gegeben. So sind die vielen Fotos entstanden", erzählt der Formel-1-Fan.

Über 1000 Negative

Und diese Sammlung kann sich wahrlich sehen lassen. Über 1000 Negative, darunter 100 Bilder in Profiqualität, befinden sich heute noch im Besitz des Wahl-St.-Paulers. Hin und wieder ist Marini mit einigen ausgewählten Stücken auf Flohmärkten, seiner zweiten Leidenschaft, in der Steiermark unterwegs. Dort sind die Abzüge bei Liebhabern heute sehr begehrt. Die Idee, seine Fotos zu verkaufen, hatte er eines Tages nach einem Flohmarktbesuch, als ihm ein angeblich seltenes Foto von Jochen Rindt angeboten wurde.

Da erinnerte sich Marini wieder an seine eigenen Schätze: "Zu Hause suchte ich die Bilder alle heraus. Ich hatte schon jahrelang nicht mehr daran gedacht." Viele Fahrer, die der Lavanttaler noch persönlich kennenlernen durfte, verunglückten später tödlich, wie Jochen Rindt, den er 14 Tage vor seinem Unfall noch fotografiert hat.

"Ein großer Wunsch wäre es daher, einen Kalender mit den schönsten Fotos aus meiner Sammlung zu veröffentlichen", sagt Marini.

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ZUR PERSON

  • Name. Manfred Marini.

    Geboren. Am 6. Juni 1953 in Wolfsberg, verheiratet, lebt in St. Paul.

    Werdegang. KFZ-Lehre im elterlichen Betrieb (Bären-Batterie-Autozubehörhandel), Meisterbrief. Übernahme des Betriebes.

    Hobby. Fotografieren von Rennfahrern, hauptsächlich am Österreich-, Nürburg- und Hockenheimring. Seit 2000 war Marini bei keinem Rennen mehr, heuer erstmals wieder bei der Deutschen-Tourenwagen-Meisterschaft in Spielberg.

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