21. November 2014, 17:42 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 23.02.2013 um 19:39 UhrKommentare

Kärntner Fleischer wusste vom Schwindel

Der Lavanttaler Unternehmer Josef Freitag gestand am Samstag die Verarbeitung von Pferdefleisch in seinen Produkten und den Etikettenschwindel. Die Ermittlungen wegen Betruges sind nicht abgeschlossen.

Foto © APA

Knalleffekt in der Kärntner Pferdefleisch-Affäre: Der Lavanttaler Unternehmer Josef Freitag, in dessen "Kärntner Hauswürstel" und "Lavanttaler Bauernwurst" bei Untersuchungen beträchtliche Anteile von Pferdefleisch nachgewiesen wurden, hat gestern bei der Polizei in Klagenfurt überraschend ein Geständnis abgelegt. "Mein Mandant gibt zu, von der Verarbeitung von Pferdefleisch in seinen Produkten gewusst zu haben", erklärt der Anwalt des Fleischers aus St. Georgen im Lavanttal, Franz Großmann.

Seit rund zweieinhalb Jahren hat Freitag dem "Kärntner Hauswürstel" und der "Lavanttaler Bauernwurst" wissentlich Pferdefleisch zugemengt. Der Grund dafür mutet kurios an. "Die Qualität der Würste ist gestiegen, es gab einen Umsatzsprung", sagt Großmann. Deklarieren wollte der Unternehmer den Anteil von Pferdefleisch allerdings nicht. "Er hatte", so Großmann, "Angst, dass die Kunden die Ware dann nicht mehr kaufen." Das Pferdefleisch bezog Freitag bei einem steirischen und einem deutschen Händler. "Mein Mandant hat alle Lieferanten genannt. Das Fleisch war übrigens von höchster Qualität", betont Großmann. Daher gibt Freitag zwar die Fälschung bei der Etikettierung zu, nicht aber den Vorwurf des gewerbsmäßig schweren Betruges. Denn laut Großmann war das Fleisch weder minderwertig noch habe der Unternehmer einen Kostenvorteil gehabt.

Vom Tisch ist für Freitag die Sache dennoch noch lange nicht. Die Ermittlungen des Landeskriminalamtes dauern weiter an. "Der Verdacht des gewerbsmäßig schweren Betruges wird nach wie vor geprüft. Auch habe ich zu dem angeblichen Geständnis bislang keine Information und will auch nicht werten, ob es tatsächlich ein Geständnis ist", sagt Erste Staatsanwältin Gabriele Lutschounig.

Etikettenschwindel

Gesundheitsreferent Peter Kaiser sieht die Vorgehensweise der zuständigen Behörde bestätigt. Man müsse die Kärntner vor Etikettenschwindel schützen. Ob sich noch in anderen Produkten Pferdefleisch finden wird, bleibt offen. "Man muss sich aber nur anschauen, wie viel Pferdefleisch importiert und wie viel deklariert wird", sagt Großmann kryptisch.

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