21. November 2014, 18:54 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 27.07.2012 um 05:10 UhrKommentare

Terroralarm um "Waldmenschen"

Der flüchtige und bewaffnete Deutsche wird von Geheimdiensten als "Islamist" eingestuft. Seine Freundin wurde im März 2012 in Slowenien verurteilt. Von Peter Kimeswenger und Jochen Habich.

Foto © KK

Was haben eine 25 Jahre alte Deutsche und ihr um zwei Jahre älterer Lebensgefährte, die als "Waldmenschen" im Raum Soboth-Lavamünd für Schlagzeilen gesorgt hatten, zu verbergen? Nach Recherchen der Kleinen Zeitung werden die beiden zum Islam übergetretenen (Namen der Redaktion bekannt) aus dem Bundesland Baden-Württemberg in ihrer Heimat vom Verfassungsschutz mit fundamentalistischen Terrornetzwerken in Verbindung gebracht. Am 21. Oktober 2010 gerieten die beiden in eine Polizeikontrolle im kleinen Dorf Dobrovnik in der östlichsten Gemeinde Sloweniens in Lendava (Limbach). Mehrere Bewohner hatten gemeldet, dass ein Pärchen in "auffallend wallenden Gewändern" mit dem Koran in der Hand von Haus zu Hause gehe.

Europaweiter Haftbefehl

Zwei Beamte einer Polizeistreife stellten die Deutschen und kontrollierten ihre Ausweise. Gegen den Mann bestand ein europaweiter Haftbefehl wegen des Verdachts terroristischer Umtriebe. Nach 30 Tagen Anhaltehaft wurde der Deutsche in seine Heimat überstellt. Seine Freundin wurde nach Österreich abgeschoben. Nur fünf Tage später trafen Polizisten die Frau aber in einem Zelt an, in dem sie in einem Wald zwischen Gornja Radgona (Oberradkersburg) und Radenci (Bad Radein) campierte. Die Frau ergriff eine Hacke und ging nach Berichten der slowenischen Tageszeitung "Slovenske Novice" auf die Beamten los und beschädigte das Polizeiauto. Im Schnellverfahren wurde die Deutsche im März 2012 am Kreisgericht von Murska Sobota (Olsnitz) zu drei Monaten und 15 Tagen Haft verurteilt, die unter Anrechnung der Untersuchungshaft getilgt waren. Im Gerichtssaal sorgte die Angeklagte durch ständige "Allah ist groß"-Rufe für Verwirrung.

Die Frau wurde nach der Verhandlung von Verwandten abgeholt und in ihre Heimat gebracht. Dort dürfte es sie aber nicht lange gehalten haben. Erneut ging sie mit ihrem Lebensgefährten auf "Wanderschaft", gebar vor drei Monaten im Wald allein ein Kind, und befindet sich derzeit mit ihrem Baby in einem Kärntner Frauenhaus. Auf verschiedensten Homepages ist ihr, seit der Vorwoche auf der Flucht befindlicher Freund, als Konvertit, auch mit Islam-fundamentalistischen Aussagen zu sehen.

Terror-Camps in Afghanistan

Bereits rund um seine Verhaftung in Slowenien gab es Spekulationen, wonach der Deutsche in Terror-Camps in Afghanistan gewesen sein soll. Dabei habe er sich mit der Vorbereitung und Durchführung von Selbstmordanschlägen vertraut gemacht, berichteten slowenische Medien. Und es gab einen weiteren Verdacht: Die Konvertiten seien auf dem Weg nach Bosnien gewesen, um dort mit fundamentalistischen Glaubenslehren Anhänger zu gewinnen. Die Staatsanwaltschaft Graz prüft seit gestern die Anzeige der Polizeiinspektion Schwanberg gegen den flüchtigen 27-Jährigen: wegen Verdachtes des Einbruchsdiebstahls in 26 Fällen.

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