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Zuletzt aktualisiert: 08.06.2012 um 20:51 UhrKommentare

Die Ruhe vor dem Jahrhundertprojekt

Mit der Koralmbahn bekommt Sankt Paul im Lavanttal einen IC-Bahnhof. Davor dient das Gelände als Baustellenzentrum.

Foto © KLZ/Emhofer

Wuchernder Sauerampfer, saftig grüner Klee, Löwenzahn in voller Blüte, zirpende Grillen. Was wie die Antithese zu einer Baustelle klingt, ist jedoch eine solche. Sagt zumindest das weiße Schild mit rotem Rahmen, das einen bekannten Hinweis trägt: "Betreten verboten. Eltern haften für ihre Kinder."

Einige hundert Meter weiter Richtung Norden gelangt man auf eine breite Betonbrücke. "Hier werden dann vier Gleise der Koralmbahn verlaufen", sagt ÖBB-Sprecher Christoph Posch. Wo diese rauskommen werden, ist schon zu sehen. Das Westportal des Koralmtunnels mit zwei Röhren. "Auf Kärntner Seite geht eine Röhre schon 14, die andere sieben Kilometer in den Berg." Derzeit gibt es hier, im Gemeindegebiet von Sankt Paul, keine Bautätigkeit, dafür wurden in den letzten Jahren über 30 Millionen Euro "für vorbereitende Maßnahmen" investiert. Sandsäcke erinnern noch daran.

Neue Straßen und Brücken

"Die Sankt Pauler Landesstraße und die Trasse der Lavanttalbahn wurden verlegt", erklärt Projektleiter Klaus Berger. Für das Bahnhofsareal wurde eine neue Lavantbrücke errichtet. Nicht nur dafür gab es "mehrere Millionen Kubikmeter Erdbauleistung", wie das in der Fachsprache heißt.

"Das wird einmal der Intercity-Bahnhof Lavanttal, der die Koralmbahn mit der Lavanttalbahn und regionalen Bussen verbindet", sagt Posch. "Jetzt stehen wir auf der zukünftigen Park-&-Ride-Anlage und hier entsteht das Betriebsgelände." Die begrünte Böschung wird als Lärmschutz dienen. Sie wurde mit Materialien aus dem Tunnelbau aufgeschüttet. Was nicht verwendet wird, kommt auf die anliegende Deponiefläche. "Der Bahnhof wird erst gebaut, wenn die Tunnelkette fertig ist", sagt Berger. 2018 soll der Tunnel stehen, 2023 die Koralmbahn endgültig fertig sein, spätestens dann geht der Bahnhof in Betrieb. Bis dahin kommt dem Gelände eine essenzielle Aufgabe zu - 2014 entsteht hier die Baustelleneinrichtung mit Betonfertigteilwerk und Logistikzentrum für den Kärntner Abschnitt des Koralmtunnels und der Tunnelkette Granitztal (Richtung Ruden).

Maßnahmen für die Umwelt

Eine Schwalbe trinkt aus der Wasseraufbereitungsanlage, die in der Nähe des Tunnelportals eingerichtet ist. "Naturnaher Bahnbau ist das oberste Gebot", sagt Posch beim Blick auf die Lavant. "Hier in Sankt Paul haben wir der Natur 28 Hektar an ökologischen Ersatzflächen zurückgegeben." Die Lavant wurde auf 1,4 Kilometer umgelegt ein renaturiertes, ruhiges Flussbett wurde geschaffen. Im Überschwemmungsgebiet haben sich viele Tiere angesiedelt. Sie werden sich vom Bahnverkehr nicht stören lassen.

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Koralmbahn

  • Die umstrittene Hochleistungsstrecke (130 km lang) wird Klagenfurt und Graz direkt miteinander verbinden (eine Stunde Fahrzeit). Bis zur geplanten Inbetriebnahme 2023 werden über 5,3 Milliarden Euro investiert. 80 Kilometer sind derzeit schon in Bau.

    Der Abschnitt St. Andrä-Aich ist 9,7 Kilometer lang, darunter zwei Tunnel und eine Einhausung mit rund 6 Kilometer Länge. Der Bahnhof "Lavanttal" wird dann die Koralmbahn an die Lavanttalbahn und regionale Busse anbinden. Seit 2008 laufen die Vorarbeiten.

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