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Zuletzt aktualisiert: 24.05.2012 um 20:16 UhrKommentare

"Rettungs-Hubi" gibt Kommando ab

Hubert Schuhfleck (60) zieht sich nach 33 Jahren als Ortsrettungskommandant in St. Paul zurück. Für seine Verdienste bekam er jetzt die "Henry Dunant Medaille" verliehen.

Foto © Vallant

Nach 33 unfallfreien Jahren geht der St. Pauler Ortsrettungskommandant Hubert "Rettungs-Hubi" Schuhfleck mit 1. Juli in den Ruhestand. Für seinen langjährigen Einsatz wurde der "Berufsretter" jetzt mit der höchsten Auszeichnung des Roten Kreuzes, und zwar der "Henry Dunant Medaille" in Gold, belohnt.

Auch wenn sein Telefon um zwei Uhr morgens klingelte und jemand seine Hilfe benötigte, über nächtliche Störungen ärgerte sich Hubert Schuhfleck nie. "Ich war immer rund um die Uhr für die Menschen da. Wenn es unter die Haut ging, war mein Job manchmal schon sehr schwierig. Freud und Leid liegen so nahe beieinander", sagt der 60-Jährige über seine abwechslungsreichen Berufsjahre.

Berufung wurde zum Beruf

Über den Zivildienst landete der vierfache Familienvater, der zuvor neun Jahre lang in der Schweiz als Mechaniker tätig war, mit 27 beim Roten Kreuz. "Zuerst spielte ich noch mit dem Gedanken, in die Schweiz zurückzukehren. Aber dann hat sich die Berufung zum Beruf gefügt", sagt Schuhfleck. Und das war gut so, denn ohne ihn gäbe es die St. Pauler Ortsstelle des Roten Kreuzes in ihrer heutigen Form wohl nicht.

"Das Tal ist 62 Kilometer lang, damals waren die langen Anfahrtszeiten unzumutbar. So habe ich angefangen, für eine eigene Einsatzstelle zu kämpfen", erinnert sich der St. Pauler. Seine Hartnäckigkeit wurde belohnt: Das erste eigene Einsatzfahrzeug für St. Paul und die neu gebaute Rotkreuz-Rettungsstelle "Lavanttal-Süd" waren seine größten Erfolge.

Und selbst in seiner Freizeit noch begleitet ihn sein Dienstfahrzeug, wenn auch in etwas anderer Form. "Mein größtes Hobby ist Campen. Mittlerweile habe ich fünf ausgediente Rettungsfahrzeuge zu Campingwagen umgebaut", sagt der Mölltaler-Fan, der damit schon von Italien bis Kroatien unterwegs war.

Wie vielen Menschen er mittlerweile schon das Leben gerettet hat, kann er nicht sagen, aber: "Es sind schon einige. Mit vielen Patienten, denen ich öfters begegne, beispielsweise bei Dialysefahrten, habe ich über die Jahre auch Freundschaft geschlossen", sagt der Rettungswagenfahrer.

Ein großes Danke

Ganz losreißen vom "Helfen" wird er sich auch in der Pension nicht können. Schuhfleck: "Dafür bin schon viel zu lange mit dem Roten Kreuz verbunden. Ich werde der Organisation sicherlich in irgendeiner Form erhalten bleiben. Auf jeden Fall bedanke ich mich bei meinen Kollegen für die gute Zusammenarbeit in all den Jahren und vor allem für das Miteinander."

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FAKTEN

  • Werdegang. 1979 trat Hubert Schuhfleck den Zivildienst an, bereits 1985 übernahm er die Leitung der Ortsstelle St. Paul.

    Einsatzstelle. 1996 bekam die Ortsstelle erstmals ein eigenes Einsatzfahrzeug. 2001 wurde die Einsatzstelle "Lavanttal-Süd" in St. Paul eröffnet.

    Rekord. 2009 verzeichnet Schuhfleck mit 123.000 Kilometern und 4487 Patienten seine bis jetzt meisten Einsätze in einem Jahr. Durchschnittlich sind es rund 120.000 Kilometer und 4200 Patienten im Jahr.

    Einsätze. Nach eigener Schätzung fuhr er in den letzten 33 Jahren insgesamt rund 2,5 Millionen Kilometer mit 70.000 Patienten.

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