25. November 2014, 00:07 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 12.02.2011 um 20:16 UhrKommentare

"Grenzwert-Tage" sind bereits überschritten

Klagenfurt und Ebenthal haben nach Graz österreichweit die schlechteste Luft: Die Feinstaub-Grenzwerte wurden bereits Anfang des Jahres öfters als zulässig überschritten.

Platz zwei für Klagenfurt und Platz drei für Ebenthal. Grund zum Jubeln haben die beiden Gemeinden dennoch nicht, handelt es sich bei diesen Platzierungen doch um die Überschreitungsstatistik der Feinstaubwerte in ganz Österreich. 50 Mikrogramm je Kubikmeter Luft sind von den gesundheitsgefährdenden Feinstaubpartikeln im Tagesmittel erlaubt. 25 Mal darf man in Österreich, 35 Mal in der EU diesen Wert überschreiten. Doch bereits 29 Mal gab die Messstation in der Völkermarkter Straße in Klagenfurt Alarm und 28 Mal in Ebenthal. Und das bereits am 43. Tag des Jahres, obwohl das Jahr noch bis zum 31. Dezember dauert.

Der Ebenthaler Bürgermeister Franz Felsberger (SPÖ) ist etwas ratlos: "Es wäre interessant zu wissen, wo der Feinstaub herkommt. Wir wundern uns jedenfalls, dass das Land nicht mit uns Kontakt aufnimmt." Felsberger sieht das Land gefordert, zumal die Messstation an der Miegerer Straße eine Landesstraße ist. "Wir haben dort 10.000 Autos pro Tag", sagt der Bürgermeister. Verwunderlich ist in diesem Zusammenhang, dass die am schlimmsten belastete Straße Deutschlands, die Landshuter Allee in München, bei 140.000 Autos täglich nur 17 Überschreitungen aufweist.

Das Wetter ist schuld

"Das ist unsere Lage. Bei uns ist es trocken, kalt und windstill. Und wir haben eine Inversionswetterlage", sagt Harald Tschabuschnig, Leiter der Abteilung Umwelt des Landes Kärnten. Christian Gratzer, Sprecher des Verkehrsclub Österreich, will nicht nur der geografischen Lage die Schuld geben: "In Deutschland wird mehr getan. Dort gibt es in 50 Orten Umweltzonen. Fahrzeuge, die viel Feinstaub emittieren, dürfen nicht in den Ort fahren." Für Tschabuschnig ist das in Kärnten nicht durchführbar: "Unsere Städte sind viel zu klein."

Unzufrieden

In Klagenfurt ist Umweltreferentin Andrea Wulz (Grüne) erbost über kontraproduktive Beschlüsse im Gemeinderat: "Anstelle Maßnahmen zur Feinstaubreduktion zu treffen, dünnt man hier in Klagenfurt den öffentlichen Personenverkehr aus, verlängert die Takte oder macht Park & Ride-Auffangparkplätze kostenpflichtig." Laut Tschabuschnig tue aber keiner so viel wie Klagenfurt, um das Problem zu lösen: "Nirgendwo!" Zwar hat man in der Völkermarkter Straße derzeit schon 29 Mal den Grenzwert überschritten, aber gegenüber den 80 Überschreitungen von 2004 oder 82 von 2005 ist es eine Verbesserung.

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FAKTEN

  • Staub. TSP (Total Suspensed Particles) ist die Gesamtmasse des Staubes. In der Gesamtmasse enthalten ist der Feinstaub PM 10 und PM 2,5: Darunter versteht man Particulate Matter/ Schwebestaub, der 10 oder 2,5 Mikrometer groß ist.

    Mikrometer. 1 Millimeter sind 1000 Mikrometer, oder umkehrt 1 Mikrometer ist 0,001 Millimeter.

    Feinstaub. Ist maximal so groß wie Bakterien und mit freiem Auge nicht sichtbar. Wichtigste Inhaltsstoffe von Feinstaub/ PM sind: elementarer Kohlenstoff, organisches Material, anorganische Partikel (Ammonium, Sulfat, Nitrat) sowie Metalle und Chlorid.

    Herkunft. Reifen- und Bremsabrieb und Rußpartikel von Fahrzeugen. Industrie und Hausbrand emittieren auch Feinstaub.

    Gefahr. Feinstaub dringt tief in die Lunge ein und wirkt sich auf die Gesundheit gravierend aus (zum Beispiel Herz-Kreislauf-Probleme). Er führt laut WHO auch zu einer signifikanten Verkürzung der Lebensdauer.

    Quelle. Umweltbundesamt von Österreich und Deutschland.

FAKTEN

  • Klagenfurt. In der Klagenfurter Völkermarkter Straße wurde 29 Mal der Grenzwert (beträgt 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft als Tagesmittelwert) überschritten. Zweitschlechteste Stadt in Österreich. 35 Mal darf Wert in der EU, 25 Mal in Österreich überschritten werden.

    Ebenthal. Platz 3 mit 28 Überschreitungen des Grenzwertes.

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