18. Dezember 2014, 22:45 Uhr | Aktualisiert vor - min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 08.02.2011 um 05:10 UhrKommentare

Auf einmal hatte Bus ein Rad ab

Ein gefährlicher Zwischenfall in Klagenfurt endete glimpflich. Ein Bus verlor eines seiner Räder. Doch dies war kein Einzelfall. Die Polizei sucht seit dem Vorjahr nach einem möglichen Saboteur.

Foto © KK

Die Frau an der Haltestelle Minimundus auf den Linienbus wartete, traute ihren Augen nicht: Der Bus schlitterte an der Haltebucht vorbei, statt dessen legte sich ein Reifen sanft auf die Gehsteigkante, als wolle er die Frau zu einer außergewöhnlichen Solo-Fahrt einladen.

Das war vor fünf Wochen, doch seither herrscht in Fachkreisen helle Aufregung. Nach zwei ähnlichen Zwischenfällen in Villach steht nämlich der Verdacht im Raum, die Busreifen seien von einem Saboteur gelockert worden. Busunternehmer Paul Springer, der die Linie für die Stadtwerke betreibt: "Erst haben wir geprüft, ob uns beim Umstellen auf Winterreifen ein Fehler passiert ist. Das schließen wir aus, weil der Bus mit den Reifen 6000 Kilometer gefahren ist." Dann habe man Kontakt mit Bus-Bauer MAN aufgenommen. "Die haben gesagt, die Radbolzen seien in keinster Weise abgenudelt, was gegen einen Produktionsfehler spricht." Trotzdem will der Konzern die Sache prüfen; immerhin trat der gleiche Defekt im Vorjahr noch bei zwei weiteren MAN-Schwerfahrzeugen in Kärnten auf.

Drei Mal das gleiche Rad

Genau das aber macht Springer, seine Kollegen und die Polizei stutzig: dass drei Mal das gleiche Rad betroffen war. Springer: "Die Polizei hat trotz Verdacht nichts nachweisen können. Die hat sogar mit versteckten Kameras die Betriebshöfe abgefilmt."

Nach dem verdächtigen Zwischenfall warnte Springer alle Postbus- und Linienbetreiber, deren Fahrer daraufhin morgens die Räder kontrollierten. Er zeigte den Fall bei der Polizei an und informierte kurz darauf die Wirtschaftskammer. Seither wissen alle Verkehrs- und Transportunternehmer in Kärnten Bescheid.

Dass der Unfall glimpflich verlief, hält Springer für ein "Riesenglück": Der Bus fuhr stadtauswärts und hielt vor der roten Ampel bei Minimundus. "Bei Grün fuhr er langsam wieder an und auf Höhe der Haltestelle machte sich der Zwillingsreifen selbstständig - ein Reifen rollte ins Feld neben der Straße, der andere zur Haltestelle. Weil Ferien waren, saßen nur vier, fünf Leute im Bus. Nachdem die Reifen weg waren, setzte das Fahrzeug sanft auf dem Unterboden auf." In den Bergen oder bei höherem Tempo hätte der Unfall viel schlimmer ausgehen können . . .

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