26. November 2014, 07:47 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 01.11.2013 um 05:10 UhrKommentare

ÖBB streicht Autozüge

Zwei Autoreisezüge zwischen Kärnten und Wien fallen dem Sparstift zum Opfer. "Diese Verbindung ist vielleicht kein Frequenzbringer, aber ein wichtiger strategischer Marktfaktor, der nicht aufgegeben werden darf", sagt Richard Huber, Vorstandsmitglied von "Fahrgast Kärnten".

Foto © KK/ÖBB

Die exklusive Kleine-Zeitung-Geschichte von einem Geisterzug, der ohne Passagiere, aber mit einem Speisewagenbetreuer von Klagenfurt nach Salzburg fährt, führte bei unseren Lesern zu ungläubigen Reaktionen. "Ein Gruß aus Schilda" war zum Beispiel im Internet zu lesen.

Der Verein "Fahrgast Kärnten" trauert dem Abendzug (Abfahrt 20.45 Uhr in Klagenfurt) nicht nach. "Ein frequenzmäßiger Flopp war absehbar", sagt Richard Huber, Vorstandsmitglied von "Fahrgast Kärnten". Er reagiert mit einem kreativen Gegenvorschlag. "Anstatt der sinnlosen Leerfahrt sollte die Zuggarnitur in Klagenfurt ,übernachten' und dann am nächsten Morgen als echter Frühzug vor sechs Uhr nach Salzburg fahren", sagt Huber. "Fahrgast Kärnten" protestierte vor drei Jahren energisch gegen die Streichung dieses Frühzugs: "Er fehlt massiv."

Zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember setzen die ÖBB übrigens auch an anderer Stelle den Sparstift an. Zwei bisher als Autoreisezüge geführte Intercity-Verbindungen zwischen Kärnten und Wien werden nur noch ohne Autowägen geführt: zum einen der IC 531, der am Vormittag von Wien über Villach nach Lienz führt, zum anderen der RJ 630, der am frühen Nachmittag von Villach nach Wien fährt.

"Die Manager in Wien wollen wohl potenzielle Kunden auf die Straße schicken", kritisiert ein ÖBB-Mitarbeiter, der anonym bleiben will. "Vor allem ältere Menschen haben diese Autozüge immer wieder genützt. Wir hatten jeden Tag acht bis zehn Autos, an Wochenenden waren zwei Autowägen voll."

ÖBB-Sprecher Christoph Posch beharrt auf den Argumenten der Wiener Zentrale: "Wir haben zu wenig Frequenz. Die Autobeförderung wird bei diesen Zügen aus wirtschaftlichen Gründen gestoppt."

"Fahrgast Kärnten" erfuhr erst von der Kleinen Zeitung vom Ende der Autobeförderung. "Diese Verbindung ist vielleicht kein Frequenzbringer, aber ein wichtiger strategischer Marktfaktor, der nicht aufgegeben werden darf", betont Huber.

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