22. November 2014, 01:43 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 08.02.2013 um 05:11 UhrKommentare

Empörung über "Pleite-Bäcker" Legat

Die insolvente Bäckerei Legat bietet billige Krapfen an Konkurrenten an. Die Bäckerei musste Ende Jänner erneut in Insolvenz gehen, nachdem das Unternehmen schon vor zwei Jahren pleite war. Doch die Klagenfurter Firma will nicht aufgeben. Von Josef Puschitz.

Foto © Kleine Zeitung/Helmuth Weichselbraun

Konkurs, die Zweite: Die Bäckerei Legat musste Ende Jänner erneut in Insolvenz gehen, nachdem das Unternehmen schon vor zwei Jahren pleite war. Doch die Klagenfurter Firma will nicht aufgeben: Sie verschickt "diskrete" Angebote für Faschingskrapfen an ihre Mitbewerber - und verärgert so viele Kärntner Bäcker.

"Ich verstehe nicht, wie man im Konkurs sein und trotzdem so spottbillig produzieren kann", sagt ein Oberkärntner Bäcker, dem Mittwochabend ein Angebot von Legat ins Haus geflattert ist. Darin wird die Lieferung von frischen Faschingskrapfen zum Abgabepreis von 47 Cent pro Stück schmackhaft gemacht.

Für den Bäcker ein Affront: "Zuerst hat uns Legat mit Dumpingpreisen das Leben schwer gemacht, jetzt sollen wir seine Krapfen verkaufen." Er räumt ein, dass das Angebot geschäftlich gesehen kein schlechter Deal wäre - moralisch aber für den Bäcker undenkbar: "Wir bieten eine ganz andere Qualität an. Ich kann die Legat-Krapfen nicht für den Preis hergeben, den ich für meine eigenen Krapfen verlange."

Auch der Innungsmeister der Kärntner Bäcker, Martin Vallant, hat das Angebot bekommen - und ignoriert. "Das spiegelt die Hilf- und Ahnungslosigkeit des Unternehmens wider. Die wenden sich an Bäcker um Hilfe, die sie jahrelang geknechtet haben", beschreibt Vallant die "groteske Situation". Er betont, dass er sich in seiner Funktion stets gegen die Geldspritzen der öffentlichen Hand für Legat (400.000 Euro Stadt Klagenfurt, 600.000 Euro Kredithaftung Land Kärnten) ausgesprochen hat.

Der Masseverwalter der Bäckerei Legat, Herbert Felsberger, versteht die Aufregung nicht. "Wir versuchen alles, um im Interesse der Dienstnehmer, Gläubiger und Kunden zu handeln und das Geschäft fortzuführen." Bis zur Gläubigerversammlung am 11. März sollen Produktion und Verkauf weiter laufen.

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