19. Dezember 2014, 05:37 Uhr | Aktualisiert vor - min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 15.01.2013 um 11:23 UhrKommentare

Kärnten und Osttirol versinken im Schnee

Nach dem Wintereinbruch am Montag schneit es auch am heutigen Dienstag teils heftig. Bis Donnerstag soll es immer wieder Niederschläge geben. Die Chancen auf einen zugefrorenen Wörthersee stehen laut Meteorologe Paul Rainer von der ZAMG schlecht.

Foto © Foto: Steiner

Mit Ironie reagiert ZAMG-Meteorologe Paul Rainer derzeit auf neugierige Medien: "Dass es im Winter schneit, ist ja nicht völlig unmöglich." Doch dann fasst er die Wetterfakten professionell zusammen: "In der Nacht auf Montag hat es kärntenweit zwischen 10 und 20 Zentimeter Neuschnee gegeben, in den Bergen im Süden sogar 30 Zentimeter. Und bald kommt die Abkühlung von den Bergen in die Täler - wenn es aufklart."

Dazu aber werde es in den nächsten Tagen nicht kommen, "weil Neuschnee in Sicht ist. In der Nacht auf Donnerstag wird es ähnlich zugehen wie in der Nacht auf Montag", erklärt Rainer. Danach beruhigt sich das Wetter, in den klaren Nächten kann es allerdings richtig kalt werden: bis zu minus 15 Grad, an exponierten Orten sogar minus 18 Grad.

Was an ungeschützter Haut unangenehm ist, kann auf der Wasseroberfläche Freude bringen: Wird der Wörthersee zufrieren? "Naja", sagt Rainer. Kein gutes Zeichen, "Schnee im See ist nur bedingt von Vorteil. Der Kälteeffekt ist verschwindend klein." Und wenn Schnee auf Eis liegt, strahlt er mehr Wärme ab als normale Erdoberfläche und isoliert die Eisfläche von der Kälte. "Viel effektiver ist eine Reihe von Nächten mit minus 15 Grad."

Friert er jetzt zu oder nicht? "Ausschließen kann man es nicht, aber die Chancen stehen nicht so toll, bei unter 10 Prozent."

Bahnverkehr in Kärnten und Osttirol läuft weitgehend planmäßig

Die anhaltend starken Schneefälle haben derzeit nahezu keine Auswirkungen auf den planmäßigen ÖBB-Bahnbetrieb in Kärnten und Osttirol. Die ÖBB-Infrastruktur AG bereitet sich laut Aussendung derzeit intensiv auf die weiteren prognostizierten Niederschläge vor und hat dazu alle verfügbaren MitarbeiterInnen in Bereitschaft gesetzt. Zusätzlich wurde ein schienengebundenes Spezialfahrzeug, eine Beilhack-Schneeschleuder, angefordert.

"In den kommenden Stunden erwarten wir weitere größere Neuschneemengen und daher haben wir unsere Vorbereitungsarbeiten für zusätzliche Räumeinsätze intensiviert", stellt Regionalleiter Ing. Siegfried Moser von der ÖBB-Infrastruktur AG fest, "um die Behinderungen für den Bahnbetrieb so gering wie möglich zu halten, stehen sämtliche verfügbaren MitarbeiterInnen und Räumgeräte ab sofort in Bereitschaft bzw. werden bereits eingesetzt."

Von den Schneefällen sind derzeit besonders die südlich gelegenen Bahnstrecken betroffen. Das bedeutet auch, dass zusätzliche ÖBB-Arbeitskräfte auf der Gailtalbahn zwischen Arnoldstein und Kötschach-Mauthen sowie auf den Bahnstrecken zwischen Villach und Rosenbach bzw. Thörl/Maglern (Staatsgrenze) zum Einsatz gelangen.

Weichenheizung lässt Schnee und Eis schmelzen

Österreichweit sind über 10.000 Weichen mit Weichenheizungen ausgestattet – von rund 15.000 Weichen insgesamt. Wenn Schnee und Eis wichtige Weichenverbindungen lahmzulegen drohen, werden Weichenheizungen automatisch aktiv und bringen den Schnee im Weichenbereich zum Schmelzen. Bei widrigen Witterungsverhältnissen mit zusätzlich Wind und Kälte hat der Fahrdienstleiter darüber hinaus die Möglichkeit, mit der sogenannten "Flugschneetaste" für eine festgelegte Zeit ein "Dauerheizen" zu veranlassen, damit Weichen frei von Schnee und Eis bleiben. "Damit ist sichergestellt, dass die Weichen auch während der Schneefälle sicher betrieben werden können. Bei höheren Schneelagen werden die Weichen per Hand freigelegt, und das im gesamten Streckennetz nach einem eigenen Räumplan", erklärt Moser.

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Es bleibt winterlich

  • Kärnten ist Wochenende immer wieder mit Schneefällenen. Schuld daran ist ein ausgeprägtes Tief über dem Golf von Genua, das an die Alpen drückt und damit Niederschläge auslöst. Bis Freitag kann es in Tallagen neuerlichen Neuschneezuwachs von rund 20 Zentimetern geben.

    Am Freitag werden die Niederschläge im Süden abklingen. Nach Auflockern der Wolkendecke wird es am Wochenende kalt.

    (Quelle: APA)

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