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Zuletzt aktualisiert: 07.01.2013 um 19:56 UhrKommentare

Landesmuseum: Polemiken zum Schimmel

Auch der Landeshauptmann lud zu einem "Runden Tisch" in Sachen Landesmuseum. Zumindest Kündigungen scheinen vorerst abgewendet.

Foto © KLZ/Erwin Hirtenfelder

Stellen Sie sich vor, Ihr Haus brennt und die angerückten Feuerwehren streiten darüber, ob das Feuer mit einem schwarzen oder doch besser mit einem blauen Schlauch gelöscht werden sollte. So ergeht es derzeit dem Kärntner Landesmuseum, das auf eine rasche Lösung seines existenzgefährdenden Schimmel- und Feuchtigkeitsproblems wartet.

Nach einem vorweihnachtlichen Krisengipfel unter Kulturreferent Wolfgang Waldner, dem die FPK-Regierungsmannschaft fern geblieben war, hat am Montag Landeshauptmann Gerhard Dörfler zu einem eigenen "runden Tisch" geladen. Mit dabei: Finanzreferent Dobernig, Vertreter der LIG, der Finanz- und Kulturabteilung sowie Museumschef Thomas Jerger und dessen Vorgänger Erich Wappis

Anstatt die von Waldner beantragte Soforthilfe von 600.000 Euro mitzutragen, verlangte Dörfler von Jerger, dass dieser "binnen einer Woche ein schlüssiges Konzept mit Kostenangaben für Sanierungsmaßnahmen vorlegt". Nach Prüfung der geforderten Detailzahlen wolle man aber "umgehend die benötigten Mittel sicherstellen". In einem weiteren Schritt solle dann "ein Konzept für eine Zentraldepotlösung" sowie ein "Gesamtkonzept" für ein "Rudolfinum Neu" erarbeitet werden.

Verantwortungslosigkeit

Für Waldner ist dies nichts weiter als Zeitverschwendung. Der ÖVP-Landesrat verweist darauf, dass der von ihm eingebrachte Regierungssitzungsakt bereits "alle notwendigen Schritte und Konzepte für die Zukunft" beinhalte. Nachsatz: "So ein Verhalten und diese Verantwortungslosigkeit gegenüber historischen Kulturgütern ist mir in den letzten 25 Jahren noch nie untergekommen."

Ähnlich reagierte die SPÖ, die - ebenso wie die Grünen und Pressevertreter - nicht zu Dörflers "rundem Tisch" eingeladen war: "Die Verschleppungstaktik der FPK vergrößert stündlich den von ihr zu verantwortenden Schaden an Kärntens kulturhistorischen Schätzen. Dörfler benimmt sich wie ein kleines Kind, das nicht verstehen kann, dass es für den Schaden, den es angestellt hat, auch verantwortlich ist", so SPÖ-Landesgeschäftsführer Daniel Fellner.

Ein Zeichen der Entspannung setzte indes Ex-Kulturreferent Harald Dobernig. Er hob beim Landesmuseum die Kreditsperre auf, damit die "Personalkosten abgedeckt" werden können. Für Jerger "eine äußerst positive Überraschung". Der Museumschef zur Kleinen Zeitung: "Ohne diese Maßnahme hätten wir Mitte dieses Monats erste Kündigungen aussprechen müssen."

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