24. November 2014, 03:53 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 21.12.2012 um 16:28 UhrKommentare

Tödliche Unfälle: Jugendlich, schnell und zu riskant

Führerscheinneulinge verursachten zwei tödliche Unfälle. Eine 36-jährige Weststeirerin und ein 18-jähriger Lehrling kamen dabei ums Leben. Einer der Fahrer hatte 1,5 Promille. In St. Johann am Tauern verunfallte ein 21-Jähriger tödlich.

Foto © Karl Schwarz/FF Knittelfeld

Zwei tödliche Unfälle, 120 Straßenkilometer voneinander entfernt, zeitlich um eineinhalb Stunden getrennt. Und doch haben die beiden Unfalltragödien, die sich in der Nacht auf Freitag in der Steiermark ereigneten, viele Gemeinsamkeiten. Beide Unfalllenker haben ihren Führerschein erst seit wenigen Monaten - und beide haben überlebt. Getötet wurden ein junger Beifahrer und eine 36-jährige Frau. Die Kellnerin Daniela S. war nach der Arbeit auf dem Heimweg nach Hollenegg, als sie gegen 22.30 Uhr die Kowaldhöhe zwischen Wies und Eibiswald passierte. Auf der Anhöhe der B 76 kam ihr plötzlich ein Seat Leon auf der eigenen Spur entgegen. Am Steuer saß Daniel G. aus Wies. Der 17-Jährige hatte zuvor einen Pkw riskant überholt, sein Auto war ins Schleudern geraten und raste direkt auf das entgegenkommende zu.

"Als wir eintrafen, war die Lenkerin noch massiv in ihrem Fahrzeug eingeklemmt. Wir haben schnell eine Rettungsöffnung geschaffen, damit sie versorgt werden kann", berichtet Christian Schwender, Kommandant der Feuerwehr Wies. Nach rund 20 Minuten war Daniela G. befreit. Das Rote Kreuz brachte sie ins LKH Deutschlandsberg, dort konnten die Ärzte ihr Leben aber nicht mehr retten. Auch Daniel G. wurde ins Spital eingeliefert, er kam mit leichten Verletzungen davon. Den Führerschein besitzt der 17-Jährige erst seit September. Die Staatsanwaltschaft ließ beide Unfallfahrzeuge sicherstellen, ein Sachverständiger soll sie näher untersuchen.

Unfall in Knittelfeld

Alkohol spielte bei diesem Unfall keine Rolle, wohl aber kurz vor Mitternacht in Knittelfeld. 1,5 Promille soll Marco S. (18) aus Markt Hartmannsdorf im Blut gehabt haben, als er seinen Audi A 3 lenkte. Neben ihm saß der 18-jährige Maximilian R. aus Labuttendorf, ein Berufsschulkollege des Lenkers. Auch sie waren offenbar auf dem Weg nach Hause, doch schon nach wenigen Kilometern Fahrt kam der Wagen von der Straße ab. Genau mit der Beifahrerseite krachte er mit voller Wucht in ein Brückengeländer. Obwohl mit der Besatzung eines zufällig vorbeikommenden Rettungsautos sofort professionelle Hilfe zur Stelle war, hatte Maschinenbautechnik-Lehrling Maximilian keine Überlebenschance. Sein Freund überlebte verletzt. Die beiden Tragödien rücken die Risikogruppe der Fahranfänger wieder in den Fokus. Während sich der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) für eine Verlängerung der 0,1-Promille-Regelung bis 25 Jahre sowie ein PS-Limit für Lenkerneulinge starkmacht, setzt das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) auf eine verlängerte Ausbildungsphase. Vor allem das Einschätzen von Gefahren müsse besser gelernt werden.

Tödlicher Unfall in St. Johann

Ein 21 Jahre alter Pkw-Lenker aus Moosburg in Kärnten kam auf der B 114 in St. Johann am Tauern, vermutlich aufgrund überhöhter Geschwindigkeit, ins Schleudern. Er prallte mit seinem Wagen gegen die Leitschiene, schlitterte über die Wiese und kam in einem kleinen Bachbett zu liegen. Der junge Mann, der sich alleine im Fahrzeug befand, erlitt tödliche Verletzungen.

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