28. November 2014, 18:11 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 01.12.2012 um 05:10 UhrKommentare

Villacher missbrauchte Pensionistin auf Boot

Ein 36-Jähriger verwechselte nach einer Zechtour das Boot. Er legte sich ins Bett eines schlafenden Ehepaares und missbrauchte eine 60-Jährige sexuell. Pikanter Prozess lässt Fragen offen.

Foto © Weichselbraun/Sujet

Nichts gegen die Attraktivität älterer Damen. Aber welcher 36-Jährige legt sich mit Absicht zu einer 60-Jährigen ins Bett, in welchem auch noch ihr Mann liegt?", fragt sich Verteidiger Hans Gradischnig. "Die Lebenserfahrung sagt mir, dass das nur eine besoffene Geschichte sein kann. Anders kann man das nicht erklären!"

Keine Erklärung für sein Verhalten hat auch der wegen sexuellen Missbrauchs angeklagte zweifache Familienvater. "Mir war nur schlecht und ich wollte nur in eine liegende Position kommen", jammert er. "An mehr kann ich mich nicht erinnern." Mittlerweile ist der bislang unbescholtene Villacher Unternehmer 43 Jahre alt. Und die "besoffene" Geschichte verfolgt ihn schon seit sieben Jahren.

2005 machte der Mann mit fünf Freunden in der Türkei einen Segeltörn. An Land begannen die Kumpels, sich durch die Lokale zu trinken. "Ich habe vier große Biere, eine Flasche Wein und zehn bis 15 Bacardi Cola getrunken - die sind in der Türkei ziemlich stark", gab der schmächtige Mann vor Richter Gerhard Pöllinger zum Besten. Zurück in der Marina, verwechselte er das Segelboot. Anstatt auf seine "Bavaria 38" zu gehen, verirrte er sich in die ein Meter hohe Schlafkoje des Nachbarbootes. Dort schlief ein ihm fremdes älteres Ehepaar. Es war eine heiße Nacht, weshalb am Schiff alles offen war - und die Frau nackt im Bett lag. Laut Staatsanwalt Helmut Jamnig berührte der Angeklagte die Frau an intimen Stellen. Als sie bemerkte, dass es nicht ihr Mann ist, schrie sie so laut, dass der Villacher vom Boot lief - seine Unterhose und Handy ließ er zurück. "Mir war das sehr peinlich", sagt er. Die Frau ist seitdem traumatisiert.

2008 wurde der Kärntner in der Türkei in Abwesenheit zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Da das Urteil laut Staatsanwaltschaft noch immer nicht rechtskräftig ist, darf in Österreich verhandelt werden. Gradischnig glaubt daran nicht. Weiters ist der Anwalt der Meinung, dass die Tat längst verjährt sei. Ungeklärt ist auch, welchen Alkoholisierungsgrad der Mann überhaupt hatte. Laut türkischem Schriftstück hatte er 36 Promille! Der Ankläger glaubt, dass 0,36 Promille gemeint sind, der Verteidiger 3,6 Promille. Ein medizinisches Gutachten soll die Verwirrung auflösen. Der Prozess wurde dafür vertagt.

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