18. Dezember 2014, 17:27 Uhr | Aktualisiert vor - min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 18.10.2012 um 05:10 UhrKommentare

Manegolds teures Postenkarussell

Von Koperna bis Wetzlinger - die mutwillige Ablöse von Führungskräften kostete die Kabeg Unsummen. Der neue Aufsichtsrat wird Ines Manegold genau auf die Finger schauen.

Foto © KLZ/Helmuth Weichselbraun, Daniel Raunig, APA/Gert Eggenberger

So schnell kann der Wind auch im direkten Umfeld von Kabeg-Direktorin Ines Manegold drehen. Gerade einmal ein drei- viertel Jahr, nachdem sie ihn mit einem unbefristeten Vertrag belohnt hatte, ließ sie Thomas Koperna, den vormaligen Leiter der Abteilung Medizin/Unternehmensentwicklung feuern. Blöd nur, dass sie dabei offenkundig rechtlich denkbar schlecht beraten war. Das Arbeitsgericht erkannte in erster Instanz nicht einmal einen Grund für eine Kündigung, geschweige denn für eine fristlose Entlassung. Jetzt kann die Kabeg nur ein Erfolg in der Berufung vor Kosten von bis zu 800.000 Euro retten, wie Experten schätzen. Koperna ist noch keine 50, hat blendend verdient und zudem hatte ihm Manegold auch noch ein Jahresgehalt Abfertigung bei Selbstkündigung zugestanden. In einem ersten Schritt klagte er jetzt vergangene Woche seine Ansprüche seit August 2011 ein, stolze 213.000 Euro.

Dieser Sonderfall ist aber nur die Spitze eines Eisbergs von personellen Willkürakten, welche die Kabeg in den vergangenen eineinhalb Jahren gewaltige Summen kosteten - Geld, das die unter extremem Spardruck stehenden Landesspitäler dringend brauchen würden.

Der prominenteste Fall betrifft den vormaligen Betriebsdirektor des Klinikums Klagenfurt, Herwig Wetzlinger, der trotz enormer Verdienste um das "LKH neu" aus dem Haus gemobbt wurde. Kosten: 100.000 Euro Abfertigung, Zuerkennung der Betriebspension und sogar ein Rückkehrrecht zu einem Stichtag im Jahr 2017. Mit Wetzlinger musste, ebenfalls ohne Angabe plausibler Gründe, seine Stellvertreterin Claudia Scharm-Groicher den Schreibtisch räumen. Kolportiertes Trostpflaster: 18 Monatsgehälter. Für das Klinikum Klagenfurt offenbar zu schlecht, werkt das Duo inzwischen am größten Spital Europas, dem AKH in Wien. Wetzlinger übrigens als stellvertretender Chef.

Weiters gefeuert und abgefunden: der vormalige Personalchef des Klinikums sowie ein bewährter Abteilungsleiter. Der Chef des Facility-Managements im Klinikum wiederum musste im Frühjahr 2011 ohne Angaben von Gründen auf einen minderwertigeren Posten weichen. Den gar nicht vakanten Job übernahm der Mann der Pressesprecherin von Landeshauptmann Gerhard Dörfler, überraschenderweise wurde sein Vertrag heuer nicht verlängert.

Hans Marhl, der eineinhalb Jahre sogar stellvertretender Kabeg-Chef war und einen fachlich hervorragenden Ruf genießt, musste bald nach Manegolds Einstand die Leitung der wichtigen Finanzabteilung abgeben.

Diese letzten beiden Fälle stehen in einer Reihe mit weiteren, weniger bekannten Betroffenen. Jeweils Hintergrund der Ablösen: Zerstörung der vormaligen Führungsstrukturen in Kabeg wie Klinikum.

Die Kosten von Arbeitsgerichtsverfahren, Versetzungen und dergleichen in der Ära Manegold haben bei einigen Mitgliedern des neu formierten Aufsichtsrats die Alarmglocken schrillen lassen. Wenn man am kommenden Montag unter Punkt 5 über die aktuell laufenden Gerichtsverfahren des Konzerns diskutieren wird, haben die Antragsteller aber andere Interessen. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die FPK dabei mit einer Generallösung Ines Manegold aus dem für sie bedrohlichen Prozess gegen die Ärztekammer in der LKH-"Spitzelaffäre" tricksen will.

Für Manegold ist die Lage nicht einfacher geworden, weil ihr mitten im Verfahren auch noch der Anwalt abhandenkam. Über die Motive des Wiener Büros Zöchbauer/Frauenberger, die Zusammenarbeit mit der Kabeg aufzukündigen, laufen wilde Spekulationen. Der Schritt erfolgte nämlich just am Tag nach der jüngsten Tagsatzung ...

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