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Zuletzt aktualisiert: 13.10.2012 um 13:34 UhrKommentare

Wahrzeichen ist Geschichte

Über 40 Jahre lang thronte der Aussichtsturm auf dem Pyramidenkogel über dem Wörthersee - am Freitag kurz nach 12 Uhr wurde er gesprengt. Binnen weniger Sekunden donnerte das imposante Wahrzeichen zu Boden.

Foto © KLZ/Helmuth Weichselbraun

Wir hab'n uns sofort aus die Aug'n verlor'n, i hab mi oft g'fragt, was is aus ihr word'n", trällert die Band auf dem unteren Pyramidenkogel-Parkplatz. Und tatsächlich haben die hunderten Schaulustigen hier den alten Aussichtsturm aus den Augen verloren. Der 15 Tonnen schwere Betonkoloss ist innerhalb von nur drei Sekunden wie ein gefällter Baum zu Boden gegangen. Nicht alle Besucher haben daran geglaubt: "Ich war mal bei der Sprengung eines Betonsilos, der blieb aber einfach stehen", sagt ein Urlauber aus Weimar, der Stammgast auf dem Pyramidenkogel ist.

Auch der Kärntner Turm hat es Sprengmeister Franz Schuster zunächst nicht leicht gemacht. Beim Bohren der Sprenglöcher stieß man auf stählernen Widerstand. "Da war viel mehr Eisen drinnen, als auf den alten Plänen verzeichnet. Wir haben die ganze Nacht durchgebohrt", stöhnt Schuster. "Im Baujargon spricht man von Angsteisen." Gesprengt wird deshalb mit 20 Minuten Verspätung. Um 12.11 Uhr bereiten mehr als 40 Kilo Sprengstoff den "Angsteisen" und der Angst Schusters ein spektakuläres Ende: zuerst der avisierte Riesentuscher (141 Dezibel), dann eine Punktladung, die vom Publikum mit Applaus quittiert wird.

Auf dem Parkplatz wird das gebührend gefeiert, Bürgermeister Gerhard Oleschko gibt Freibier und überdimensionale Turmwürste aus. An der 54 Meter langen Betonwurst, die weiter oben liegt, machen sich umgehend Bagger zu schaffen. Es gilt, einen straffen Zeitplan einzuhalten: Der neue Turm aus Holz soll schon im Juni 2013 eröffnet werden. Architekt Dietmar Kaden gönnt sich trotzdem eine kurze Auszeit und hilft bei der Band als Schlagzeuger aus. Der Leichenschmaus für den Turm klingt mit den Toten Hosen aus. "An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit . . ."

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