27. November 2014, 14:18 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 16.07.2012 um 05:10 UhrKommentare

Der nächste Energie-Deal bahnt sich an

Der stellvertretende Chefredakteuer Adolf Winkler schreibt in seiner Kolumne Chefetage über den nächsten Millionen-Deal in der Kärntner Energiepolitik.

Foto © KLZ/Weichselbraun

Kärntens Landespolitik bleibt auch in dieser Woche überschattet von Scheuch-Urteil und Martinz-Prozess am Landesgericht. Daneben wird in der Energiepolitik der nächste Millionen-Deal auf Schiene gestellt: Der Einstieg der Kelag bei der Energie Klagenfurt (EKG) anstelle der Verbund AG, die 49 Prozent hält. Eine solche Kärntner Energielösung hatte wohl auch die RWE im Auge, als sie in der Vorwoche mit einem Paukenschlag um 98 Millionen Euro Anteile an der Kelag erhöhte und durchgerechnet den Verbund als größten Kelag-Eigentümer überholte. Die RWE besteht im Kern aus überwiegend "roten" Stadtwerken in Nordrhein-Westfalen und kann beim Bündnis Kelag-EKG für millionenträchtige Synergien reiche Stadtwerke-Erfahrung beisteuern.

"Ich bin froh und stolz. Die RWE-Partnerschaft stärkt die Kelag. Kärnten braucht starke internationale Partner für Wirtschaftsimpulse", so Aufsichtsratschef Günther Pöschl, der den nächsten Deal schmiedet: "Wenn Stadt und Verbund einverstanden sind, engagieren wir uns gerne bei der EKG."

Verhandlungen über die Kärntner Lösung mit Kelag und EKG werden bereits auf Vorstandsebene geführt. "Es gibt Gespräche", bestätigt Kelag-Vorstand Hermann Egger. "Den ersten Stein legt der Verbund", ergänzt EKG- und Stadtwerke-Vorstand Romed Karré. "Nach dem Aus für das Gasdampfkraftwerk würde es mich sehr wundern, wenn der Verbund sich nicht Gedanken über den Ausstieg bei der Energie Klagenfurt machen würde."

Während der Verbund seine einst um 130 Millionen Euro erworbene EKG-Beteiligung in seiner Bilanz auf 80 Millionen Euro abgewertet hat, steht die 51-Prozent-Beteiligung Klagenfurts noch mit 118 Millionen Euro in der Bilanz 2011 der Stadtwerke AG. Der Wirtschaftsprüfer gab der Bilanz mangels Abwertung nur den eingeschränkten Bestätigungsvermerk. "Die Einschätzung des Wirtschaftsprüfers können wir nicht teilen", bestätigt Karré Differenzen. "Der Prüfer geht von 40 Euro Einstandskosten je MW beim Wärmepreis aus und orientiert sich an jenen der Kelag in Villach. Wir haben aber verdichtetes Abnehmergebiet und berechnen mit 30 Euro je MW."

Das Thema dürfte nicht nur bei Preisverhandlungen mit dem Verbund eine Rolle spielen, sondern auch mit der Landeshauptstadt, wenn die Kelag von ihr zwei Prozent für eine 51-Prozent-Mehrheit an der EKG will. Ob Bürgermeister Christian Scheider den "Golden Share" hergibt oder nicht, ist offen.

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