26. November 2014, 06:16 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 27.05.2012 um 05:10 UhrKommentare

Kein Bleiberecht für Mutter aus Amerika

Eine amerikanische Staatsbürgerin will in Kärnten heimisch werden und scheitert an den rechtlichen und finanziellen Hürden. Jetzt droht die Abschiebung.

Foto © KLZ/Traussnig

Das Wichtigste ist, dass meine Familie nicht getrennt wird. Dieses Recht sollte jedem zustehen", sagt Catherine Stone. Die kämpferische 27-Jährige ist fest entschlossen: "Ich werde das Land auf keinen Fall verlassen."

Genau das verlangen die heimischen Behörden aber von der gebürtigen US-Amerikanerin. Vor sechs Jahren ist sie nach Österreich gekommen und verliebte sich in den fast 30 Jahre älteren Mineralogen Joe Stone. Er ist ebenfalls gebürtiger Amerikaner und lebt schon seit 1986 in Österreich - mittlerweile als Staatsbürger. Sie heirateten in den Vereinigten Staaten, lebten dann in Wien. Ihre Kinder, Kaya (5, begeistertes Kindergartenkind) und Alice (3), sind Doppelstaatsbürger. Catherine aber hielt sich mit einem Tourismus-Visum im Land auf, das nach drei Monaten ablief und sie somit zur "Illegalen" machte.

Inzwischen ist die Familie nach Klagenfurt übersiedelt: "Wir lieben das wunderschöne Land Kärnten." Damit sind sie ein Fall für die heimischen Behörden, die es zunächst auf die "höfliche" Art versuchten. Catherine erhielt Mitte Mai von der Bundespolizeidirektion Klagenfurt die schriftliche Aufforderung, das Land freiwillig zu verlassen. Ihr stünde es dann frei, vom Ausland einen Antrag für den Aufenthaltstitel zu stellen, allerdings müsse sie die Entscheidung der Behörde abwarten, bevor sie wieder einreist. Für die Mutter undenkbar: "Ich habe keine Familie oder Kontakte mehr in den USA, ich kann mir keinen einzigen Tag im Ausland leisten. Außerdem kann ich unmöglich meine Kinder im Stich lassen."

Zu wenig Einkommen

Catherine hat aber beinahe alle Mittel ausgereizt. Ihre Berufung gegen den negativen Aufenthaltsbescheid scheiterte am Innenministerium. Teils wegen verpasster Fristen, teils, weil ihr Mann die Einkommenskriterien nicht erfüllt. Ihr Mann Joe leidet an mehreren schweren Krankheiten, kann nicht mehr arbeiten und bezieht daher Mindestsicherung. Sein Einkommen ist um 300 Euro zu gering.

Zu gering erscheint dem Ministerium auch der Familienzusammenhalt, denn es geht nicht davon aus, dass mit der Ausreise von Catherine der Rest der Familie ebenfalls dazu gezwungen wäre, Österreich zu verlassen. Das wäre laut Gesetz ein Argument für den Verbleib. Aber: "Ihr Vorbringen ist als bloßer Wunsch nach einem gemeinsamen Familienleben in Österreich zu werten." Wunsch verweigert.

Der nächste Schritt wäre die Abschiebung, die die Bundespolizeidirektion veranlassen müsste. Die Stones könnten noch beim Verfassungsgerichtshof gegen den Bescheid berufen, ihnen fehlt aber das Geld für einen Anwalt.

"Der Druck auf unsere Familie ist enorm. Wir fühlen uns zu Unrecht beschuldigt, obwohl wir nichts verbrochen haben."

  • Druckbare Version anzeigen
  • E-Mail

Kommentare

Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

» Kommentar erstellen

Wir weisen darauf hin, dass dieses Forum nicht moderiert wird. Als Nutzer stimmen Sie der Speicherung der von Ihnen angegebenen Daten (Stamm-, Verkehrsdaten, etc.) ausdrücklich zu. Bei der Erstellung von Kommentaren haben Nutzer rechtliche Bestimmungen (zB Privat-, Strafrecht), die Netiquette und Forenregeln einzuhalten. Beschimpfungen, Verspottungen, Belästigungen, Ehrbeleidigungen, etc. sind daher verboten! Beiträge, die diesen Bestimmungen zuwiderlaufen, werden bei Kenntnis gelöscht, Nutzer allenfalls gesperrt. Die angegebenen Daten werden an staatliche Stellen (zB Polizei, Gericht) bei Untersuchung von vom Nutzer verbreiteten Materialien, oder sonst vorgenommenen ungesetzlichen Aktivitäten, weitergegeben. Weiters werden angegebene Daten (Name, Postanschrift und E-Mail-Adresse, jedoch keine Handynummer) an sonstige Dritte bei Verletzung von Rechten oder sofern deren Rechtsverletzung nachvollziehbar behauptet wird (zB gem. § 18 Abs. 4 ECG), weitergegeben. Mit der Erstellung von Kommentaren stimmen Sie dem ausdrücklich zu und verzichten auf die Geltendmachung von jeglichen Ansprüchen. Siehe dazu auch unsere Forenregeln/Betriebsbedingungen in den AGB.

Hypo-Special

  • Hintergründe, aktuelle Entwicklungen und Analysen zur Hypo.