23. November 2014, 23:16 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 11.05.2012 um 22:12 UhrKommentare

"Bald haben wir keinen Flughafen mehr"

Die Industriellen üben scharfe Kritik an der Strategie des Klagenfurter Flughafens. Dessen Chef verteidigt sich ausgerechnet mit einer Liste der Strecken-Streichungen.

Foto © KK, KLZ/Traussnig

Um 50 Euro bietet der Klagenfurter Flughafen Führungen an. Dafür kann man die Sicherheitskontrolle, den Fuhrpark oder die Flughafen-Feuerwehr "näher kennenlernen".

Das Angebot könnte ein Zukunftsszenario sein: Wenn auch das allerletzte Flugzeug Kärnten verlassen haben wird, reüssiert der Airport einfach als Museum.

Es ist nicht mehr weit bis dahin - davor warnen jetzt die Kärntner Industriellen, die die Strategie des Flughafens scharf kritisieren. "Bis auf Wien sind alle Netzwerk-Anbindungen, ja sogar alle Linienflüge verloren gegangen. Das ist zu hinterfragen", fordert Industriellen-Präsident Otmar Petschnig, der glaubt: "Wenn nicht sofort etwas passiert, haben wir bald keinen Flughafen mehr."

Petschnig sieht auch in den fehlenden Tagesrand-Verbindungen einen Denkfehler beim Flughafen-Management: "Man kommt aus europäischen Hauptstädten abends nicht nach Klagenfurt zurück. Muss entweder in Wien übernachten oder vier Stunden fahren."

Kunden fliegen ab

Auch potenzielle Kunden schrecke dieser Missstand ab: "Wenn die nicht innerhalb eines Tages eine Fabrik besichtigen oder Prototypen kontrollieren können, dann kommen sie eben nicht", weiß Industriellen-Geschäftsführerin Claudia Mischensky, die ein neues Management fordert.

Flughafen-Chef Johannes Gatterer, dessen Vertrag im Juni ausläuft, hält die Warnungen für entbehrlich. Die Nachfrage sei eben unbedeutend gewesen. Als Beweis dafür listet er die Strecken-Streichungen ab Klagenfurt zwischen 2000 und 2011 auf.

Laut Gatterers Liste wurden in dieser Zeit 26 Flüge gestrichen. Ehemals konnte man von Klagenfurt nach Zürich, Rom, Amsterdam, Berlin oder München fliegen: alles vorbei.

Dass der Airport Klagenfurt seit 2005 rund 27 Prozent seiner Passagiere verlor, erklärt Gatterer wiederum mit eben jenen Strecken-Streichungen. Dass seine traurige Liste auch die Unfähigkeit seines eigenen Managements deutlich macht, sieht Gatterer nicht. Es heißt, er will sich wieder bewerben.

  • Druckbare Version anzeigen
  • E-Mail

Kommentare

Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

» Kommentar erstellen

Wir weisen darauf hin, dass dieses Forum nicht moderiert wird. Als Nutzer stimmen Sie der Speicherung der von Ihnen angegebenen Daten (Stamm-, Verkehrsdaten, etc.) ausdrücklich zu. Bei der Erstellung von Kommentaren haben Nutzer rechtliche Bestimmungen (zB Privat-, Strafrecht), die Netiquette und Forenregeln einzuhalten. Beschimpfungen, Verspottungen, Belästigungen, Ehrbeleidigungen, etc. sind daher verboten! Beiträge, die diesen Bestimmungen zuwiderlaufen, werden bei Kenntnis gelöscht, Nutzer allenfalls gesperrt. Die angegebenen Daten werden an staatliche Stellen (zB Polizei, Gericht) bei Untersuchung von vom Nutzer verbreiteten Materialien, oder sonst vorgenommenen ungesetzlichen Aktivitäten, weitergegeben. Weiters werden angegebene Daten (Name, Postanschrift und E-Mail-Adresse, jedoch keine Handynummer) an sonstige Dritte bei Verletzung von Rechten oder sofern deren Rechtsverletzung nachvollziehbar behauptet wird (zB gem. § 18 Abs. 4 ECG), weitergegeben. Mit der Erstellung von Kommentaren stimmen Sie dem ausdrücklich zu und verzichten auf die Geltendmachung von jeglichen Ansprüchen. Siehe dazu auch unsere Forenregeln/Betriebsbedingungen in den AGB.

Hypo-Special

  • Hintergründe, aktuelle Entwicklungen und Analysen zur Hypo.