26. November 2014, 21:35 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 27.04.2012 um 21:52 UhrKommentare

Kärntner Bau überaltert

Ein Viertel des Kärntner Produktionswertes wird von der Bauwirtschaft geschaffen, besagt eine aktuelle Studie. Doch die "Schlüsselbranche" kämpft mit Auftragsrückgängen und Überalterung.

Foto © KLZ/Traussnig

Kraftlackel, Betonmuskel, Mörtelschmeißer oder Baukörper steht auf den T-Shirts der Lehrlinge. Am Freitag, am Kärntner Bautag, wurde gut Wind gemacht um die Branche, die mit 2,5 Milliarden Euro immerhin 25 Prozent des gesamten Kärntner Produktionswertes erwirtschaftet.

"Baustellengetöse ist mein Lieblingsgeräusch", gestand Landeshauptmann Dörfler. Lehrling Manuel pries die "Arbeit an der frischen Luft". Doch der Kärntner Bau hat zu kämpfen. Die Branche ist überaltert. Sie hat in den letzten sieben Jahren laut Innungsmeister Stefan Hasse 6000 Mitarbeiter verloren bzw. abgebaut. "In spätestens acht Jahren haben wir ein Problem, weil die Alterspyramide kippt", sagt Hasse. Ihm schwebt daher vor, das Handwerk stärker in die Schule einzubinden. "Es gibt ja auch Schulen für Skispringer oder Musiker. Warum nicht auch für den Bau?"

Weniger Aufträge

Auch die Aufträge werden knapper. Laut Hasse sind in den vergangenen drei Jahren 15 Prozent der Aufträge im Tiefbau und zwei Prozent jener im Hochbau weggebrochen. Und im Tiefbau kommen 70 Prozent von der öffentlichen Hand, im Hochbau 27 Prozent. Die neue Vorsteuer-Regelung für Gemeinden werde laut Hasse die kommunalen Aufträge weiter vermindern. "Durch die Regel erhöhen sich in vielen Gemeinden Bau- und InfrastrukturProjekte mit einem Schlag um 20 Prozent."

Dank einer aktuellen Studie, erstellt vom Klagenfurter Quantum Institut, kann man jetzt auch genau errechnen, wie Aufträge und Arbeitsplätze zusammenhängen. Demnach ist für einen Ganzjahresarbeitsplatz in der Kärntner Baubranche exakt "ein Auftrag in der Größe von 67.000 Euro nötig", sagt Studienautorin Maria Bogensberger. Logisch, dass Auftragsrückgänge unmittelbar mit Beschäftigungsrückgängen verbunden sind.

Chancen

Die Gegenmittel? Die Branche will in Zukunft noch stärker als bisher vom Sanierungsboom profitieren. "Auch Private-Public- Partnership-Projekte, also Kooperationen zwischen öffentlicher Hand und Privatwirtschaft sollten verstärkt praktiziert werden", sagt Manfred Weiss, Obmann-Vize der Kärntner Arge Bauwirtschaft. Die Tatsache, dass die Bevölkerung stärker altert, ist auch ein Hoffnungsschimmer für die Baubranche. Innungsmeister Hasse: "Weil die Menschen älter werden, wohnen sie auch länger. Und sie wohnen mit anderen Bedürfnissen: Die Wohnungen müssen zum Beispiel betreubar sein, auch Mietwohnungen."

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Schwindelfrei

  • Wertschöpfung: Die Kärntner Bauwirtschaft besteht laut einer aktuellen Studie des Quantum-Institutes aus 5000 Unternehmen, die wiederum 37.000 Mitarbeiter beschäftigen.

    Strukturwandel: 40 Prozent der Unternehmen sind Ein-Personen-Unternehmen.

    Ausbildung: Ein Drittel der Kärntner Lehrlinge wird in der Bauwirtschaft ausgebildet.

    Produktionswert: Die Kärntner Bauwirtschaft trägt 25 Prozent des gesamten Kärntner Produktionswertes.

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