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Zuletzt aktualisiert: 25.04.2012 um 19:59 UhrKommentare

Sie werden Freunde fürs Leben

"Inclusia", das Fest der Begegnung für Menschen mit und ohne Behinderung findet heuer zum zehnten Mal in Klagenfurt statt. 33 Schulklassen machen mit.

Foto © Inclusia/Eggenberger

Als das Keyboard die ersten Töne von sich gibt und Religionslehrer Willi Egger den Ohrwurm "Die Hände zum Himmel, kommt, lasst uns fröhlich sein" anstimmt, gibt es kein Halten mehr. Adrian, der immer lachende Charmeur mit Down-syndrom und Cowboyhut, der schon letztes Jahr dicke Freundschaft mit der hübschen Elisabeth aus der 8a-Klasse geknüpft hat, erobert als Erster die Tanzfläche. "Schlitzohr" Markus fordert seine "Flower-Power-Kathy" auf, und als Egger jodelt, lacht der ganze Saal. "Inclusia 2012, das Fest für Menschen - wie wir sind", das heuer zum zehnten Mal stattfindet, ist im Bachmanngymnasium im vollen Gange.

Drei Tage lang treffen 700 Schüler und Schülerinnen aus Klagenfurt mit Menschen mit Behinderungen aus Europa zusammen. 33 Schulklassen von Volksschule bis Gymnasium machen mit. Es wird getanzt, gemalt, geturnt, Beziehungen werden auf- und Barrieren abgebaut. Die jetzige 8a-Klasse hat das ganze Jahr über Kontakt mit den Bewohnern des "Lukashauses" aus Grabs in der Schweiz gehalten. "Wir freuen uns, sie wiederzusehen, sie sind sehr lustige Menschen", sagt Schülerin Maria Gorton und für Elisabeth Rogatsch ist die Begegnung eine schöne Abwechslung, die den "normalen" Umgang mit beeinträchtigten Menschen fördert.

"Unsere Schützlinge fahren mit großer Vorfreude nach Klagenfurt, das Fest ist der Jahreshöhepunkt", erzählt Betreuer Charly Zügler. Umgekehrt war der Gegenbesuch in der Behinderten-Wohngemeinschaft "Geh mit uns" im Weinviertel für die 4d-Klasse ein Höhepunkt, den sie im Deutschunterricht schriftlich verarbeitet haben. "Nach einer Stunde hatte ich meine Angst abgebaut", liest man bei Kristina Isopp, die gelernt hat, dass Behinderte sehr empfindsam für die Gefühle anderer Menschen sind. "Sie brauchen kein Mitleid. Sie leben in einer anderen Welt und sind trotzdem glücklich." Das Fest sei für die Schüler eine "gewaltige Bereicherung", sind sich Lehrerinnen Sabine Simoner und Sabine Deubler-Wuksch einig.

Die gesunde Jause wird diesmal in der 1c- und 3c-Klasse in der Neuen Mittelschule St. Peter gemeinsam mit den Mehrfachbehinderten des Wohnheimes Wiggertal aus der Schweiz zubereitet. Geduldig werden Brote geschmiert, Schnittlauch und Gurken geschnitten, während Klassenlehrerin Riccarda Stadtmann Saft einschenkt. Schülerin Melissa lässt sich ohne Berührungsängste von Ulrike umarmen, Franco, der an Schizophrenie leidet, hat Sehnsucht nach seiner Freundin und Schüler Julian hat beim Zubeißen einen Milchzahn verloren, der allgemein bestaunt wird.

"Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Schulen mitmachen wollen", freut sich Inclusia-Initiator Dieter Klammer. Zehn Klassen sind heuer dabei, die Kontakt mit den Gästen pflegen. Klammers Wunsch: Die Schulen sollen aus Eigeninitiative neue Projekte entwickeln: "Damit die Lebensfreude, die aus dieser Begegnung entsteht, weitergetragen wird."

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Inclusia-Termine

  • Abschlussfeier, Donnerstag, 18 Uhr, Schleppe Eventhalle.

    Gala mit Preisverleihung für hervorragende Inclusionsprojekte, Freitag, 19 Uhr, Gemeindezentrum Festung.

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