26. November 2014, 23:57 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 25.09.2012 um 20:42 UhrKommentare

Eine "kuhle" Ökonomierätin

Karoline Reiter (62) aus Rangersdorf wurde für Verdienste um Landwirtschaft zur Ökonomierätin ernannt. Eine seltene Ehre für eine Frau.

Foto © Liebhart

Für die Kühe wird es eher nebensächlich sein - für sie ist Karoline Reiter einfach die Frau, die sich schon immer aus tiefstem Herzen um ihr Wohlergehen gekümmert hat. Doch der 62-jährigen Mölltalerin wurde jetzt eine für eine Frau äußerst seltene Ehre zuteil: Sie wurde für ihre Verdienste um Land- und Forstwirtschaft im Marmorsaal des Bundesministeriums in Wien von Minister Niki Berlakovich mit dem Berufstitel "Ökonomierätin" ausgezeichnet.

"Ich habe noch nie eine so feierliche Zeremonie erlebt. Ich war sehr gerührt. Sonst bekommen diesen Titel ja fast nur Männer", sagt die Landwirtin, die mithilfe ihres Mannes und ihrer Tochter sowie den beiden Enkeln in Lainach bei Rangersdorf den "Hatzhof" - einen Zuchtbetrieb mit Mutterkuhhaltung mit 30 bis 40 Rindern - führt.

Alles andere als hilflos

"Außer mir wurde jetzt österreichweit nur eine weitere Frau geehrt. Und meines Wissens gibt es in Kärnten sonst nur noch eine Dame, die diesen Titel trägt. Ich sehe die Auszeichnung als Bestätigung für meine Arbeit, fühlte mich auch als Frau unter Männern immer akzeptiert", erklärt die frischgebackene Ökonomierätin, die eigentlich aus dem Tourismus kommt. "Als ich meinen Kollegen damals offenbarte, dass ich einen Bauern heiraten werde, erklärten sie mich für hilflos", lacht die Mölltalerin, die aber rasch das Gegenteil bewies. Mit 39 Jahren machte sie ihren Meister in Land- und Hauswirtschaft, war 20 Jahre lang Sprecherin der "Arge Meister" im Bezirk Spittal und sechs Jahre lang Landesstellvertreterin. 15 Jahre saß sie auch in der Prüfungskommission der Landwirtschaftlichen Fachschule Drauhofen im Lurnfeld.

"Die touristische Ausbildung hat mich aber auch immer begleitet. Tourismus und Landwirtschaft passen gut zusammen und bieten in Kombination Raum für gute Ideen", sagt Reiter, die auch direktvermarktet, eine Buschenschank und ein kleines Bauernmuseum auf dem Hatzhof aufgebaut hat: "So konnten wir unsere Arbeitsplätze erhalten." Und "Frau Rat", die in ihrer Freizeit der Bauernmalerei nachgeht, hat noch viel vor: Besonders die landwirtschaftliche Bildung liegt ihr am Herzen: "Wir bilden selbst seit 20 Jahren am Hatzhof Praktikanten aus und gemeinsam mit der Arge Meister und der Landwirtschaftlichen Fachschule Litzlhof arbeiten wir engagiert an der Einrichtung einer Agrarmatura in Oberkärnten."

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