25. November 2014, 21:49 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 29.06.2012 um 20:15 UhrKommentare

Karl Korentschnig: Der 300-Sekunden-Mann

Der 60-jährige Karl Korentschnig, Marketingleiter im Kärntner ORF-Landesstudio, verabschiedet sich von seinen Werbeminuten in die Pension. Als "reisender Kaufmann" bleibt er im Dienst.

Foto © KLZ/Traussnig

"Vor uns war ja nichts und niemand sicher", zeigt der langjährige Eishockey-Schiedsrichter und -Spieler, der auch in der Kärntner Landesliga auf das Fußballfeld lief, Sportsgeist. Etwa wenn er auf seine Karriere als "Sommerfrischler" und sein Vorbild Fritz Hofmeister anspielt. Da bewies Karl Korentschnig als Pater Nion, Arnold Stein & Co. viel Sprachwitz, zog sich andere Stimmen und Dialekte über und schickte die Radiohörer das ganze Jahr in den April. "Die CD hat sich total gut verkauft", erzählt er. Man sieht ihm an, dass Spaß für den "Kore" ein Gewinn ist. Und umgekehrt.

1986 kam er durch einen fehlgeleiteten Anruf zum ORF - der damalige Intendant Heinz Felsbach wollte den KTZ-Journalisten Gert Korentschnig (heute "Kurier"-Kulturchef) sprechen, landete aber in der Ringwerbung bei dessen Onkel Karl, der Felsbach mit dem offensiven Konzept "Radio zum Angreifen" gegen die Piratensender begeisterte.

"Damals hatten wir 25 Minuten Werbung am Tag, heute haben wir fünf. Das heißt wir reden von 300 Sekunden", kommt Korentschnig in Fahrt. Gerne hätte er mehr Geld für das Landesstudio lukriert, "aber die gesetzliche Vorgabe ist halt so". Sieben Intendanten bzw. Direktoren hat der bundesweit einzige ORF-Werbe- und Marketingleiter in einer Person erlebt. Mehrfach hat er in anderen Gefilden gegrast: in Hörspielen, als Moderator des Eishockeymagazins, als Organisator von Festen wie "50 Jahre Landesstudio" mit 40.000 Besuchern.

"Gemeinsam sind wir stark" ist das Motto des scheidenden Abteilungsleiters, der "sehr gerne mit Frauen zusammenarbeitet. Weil die ungeheuer belastbar sind." Nachsatz: "Wir Männer sind ja ane Plärre."

Privat war ihm zum Heulen, als seine Frau an Krebs starb. Tochter Claudia (28), aktuell im "Treffpunkt Kärnten"-Team, zog Korentschnig mit Hilfe der beiden Omas auf. Für Lebensgefährtin Astrid gibt es vorerst Entwarnung: "Ich hab mir nichts vorgenommen, aber mir wird sicher nicht fad." Biken, Laufen, Segeln gehören zu seinem Leben, ebenso die ORF-Fußballmannschaft. Und: sehr wahrscheinlich, dass er bei der nächsten ORF-Reise im Herbst wieder allabendlich eine Wuchtel schiebt.

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Hörtipp

  • "Kaffee und Kuchen" mit Karl Korentschnig. 1. Juli, 14 Uhr, Radio Kärnten

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