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Zuletzt aktualisiert: 26.05.2012 um 19:18 UhrKommentare

Lara Vadlau: die mit dem Wind tanzt

Segel-Wunderkind Lara Vadlau (18) fährt zu den Olympischen Spielen in London. Eine Karriere, die früh begann und stets steil nach oben führte.

Foto © KLZ/Traussnig

Fällt in der internationalen Segel-Szene der Name Lara Vadlau, ist der Ausdruck "Wunderkind" nicht weit. Ein Blick auf die Erfolgsliste zeigt warum. Die erst 18-jährige Maria Rainerin bricht alle Rekorde. Als erste Österreicherin gewann sie 2010 in Singapur Gold bei Olympischen Jugendspielen, als erste rot-weiß-rote Seglerin holte sie im Vorjahr vor Zadar mit 420er-Partnerin Tanja Frank den Titel bei Jugend-Weltmeisterschaften.

Der jüngste Coup gelang vor wenigen Tagen. Da qualifizierte sie sich bei der 470er-WM in Barcelona mit der burgenländischen Vorschoterin Eva Maria Schimak (24) für die Olympischen Spiele in London, die in 61 Tagen beginnen. Noch nie war eine Kärntnerin bei Sommerspielen jünger als Vadlau. Auch im olympischen Segelrevier vor Weymouth an der englischen Südküste wird Vadlau das absolute "Küken" sein.

"2004 bei den Spielen in Athen habe ich im Fernsehen mit Roman Hagara, Hans-Peter Steinacher und Andreas Geritzer mitgezittert, jetzt bin ich selbst bei Olympia. Die Erwartungen sind aber nicht allzu groß. Wir wollen versuchen, mitzuspielen und Erfahrung sammeln", sagt Vadlau.

Leidenschaft, Hobby, Liebe

Der Segelsport wurde Vadlau in die Wiege gelegt. Mit Mama Eva Maria und Papa Ernst schipperte Lara früh über den Wörthersee. "Das war mir bald zu langweilig und ich habe es selbst im Optimist (eine Bootsklasse, Anm.) probiert. Ich war sieben und mir hat das gleich sehr gefallen. Von da an hat sich alles entwickelt. Segeln wurde meine Leidenschaft, mein Hobby, meine Liebe." Ihre erste Regatta beendete sie als Zweite, der erste Sieg gelang mit neun. Mit zwölf Jahren wurde sie Vize-Weltmeisterin bei den bis 15-Jährigen und ließ viele Burschen hinter sich. Es folgten ein EM-Titel und WM-Silber in der Allgemeinen Klasse. Mittlerweile verbringt Vadlau pro Jahr 220 Tage auf dem Wasser und hat - bis auf Afrika - alle Kontinente besegelt: "Es ist überall schön, aber daheim ist es doch am schönsten."

So oft das Ausnahmetalent auf dem Wasser ist, so selten ist sie in der Schule anzutreffen. Mit dem ihr angeborenen Ehrgeiz und als gute Schülerin schaffte es Vadlau dennoch, die 8. Klasse im BG und BRG Lerchenfeld positiv abzuschließen. Die Sportmatura hat sie schon, der Rest soll dann im Oktober folgen.

Großen Anteil am Erfolg haben Vadlaus Eltern. "Sie haben mich immer unterstützt - auch finanziell. Und sie haben sich für mich mit anderen angelegt, wenn es Probleme gab und mir den Weg so leicht wie möglich gemacht", sagt die Segel-Hoffnung, die als Kind auch mit den Burschen beim FC Kärnten kickte, Skirennen gewann und Motocrossfahren zu ihren Hobbys zählt.

Chaotin mit Plan

Ihre Selbstbeschreibung beginnt mit den Worten chaotisch und schlampig. "Aber wenn ich im Boot sitze, bin ich ein anderer Mensch und verfolge einen genauen Plan", so Vadlau. Einen exakten Plan hat sie auch, wenn es um die Karriere danach geht. Da will die Sportlerin auf den Spuren ihrer Mutter wandeln und Medizin studieren. Das Ziel heißt Kinderärztin.

Die Ziele der nahen Zukunft sind bekanntlich andere: Am Samstag reiste Vadlau, die noch Single ist, mit Segelpartnerin Schimak ins olympische Revier, wo demnächst ein Weltcup am Programm steht. Dann geht es möglicherweise zur EM nach Schottland, ehe es bei den Spielen ernst wird.

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Zur Person

  • Name: Lara Vadlau

    Geboren: 29. März 1994, wohnhaft in Maria Rain.

    Klub: KYC Klagenfurt.

    Erfolge: vielfache österreichische Meisterin; früher weltbestes 420er-Mixed-Team mit Rudi Weiss; Vizeweltmeisterin Optimist; Gold und Silber Byte-EM, Silber Byte-WM; Bronze (2010) und Gold (2011) bei der ISAF-Jugend-WM im 420er; Gold bei den ersten Olympischen Jugendspielen 2010 in Singapur (Byte); Qualifikation für Olympia in London 2012.

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