23. November 2014, 05:54 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 09.01.2012 um 19:42 UhrKommentare

Thomas Jerger: Der riesig neugierige Chef

Der 39-jährige Thomas Jerger aus Salzburg ist neuer Direktor des Kärntner Landesmuseums. Er hat viel vor und kann sehr streng werden, wenn es sein muss.

Foto © KLZ/Traussnig

Thomas Jergers erste Begegnung mit Kärnten war nicht gerade vielversprechend: "Mit 15 machten wir eine Klassenfahrt zum Magdalensberg. Es war unglaublich nebelig und ich dachte: Was für eine Tristesse!"

24 Jahre später ist Jerger Chef der Magdalensberg-Ausgrabungen wie des gesamten Kärntner Landesmuseums. "Ich empfinde riesige Neugier gegenüber Kärnten", sagt der neue Direktor. Mit Recht! Wer in Salzburg aufgewachsen ist, wer dort und in Wien Kunstgeschichte und Kulturmanagement studiert hat, wer zehn Jahre 280 Museen in Oberösterreich betreut hat - "und dann geht mein Wunsch in Erfüllung, ein Museum, ein Landesmuseum zu leiten": So jemand darf neugierig auf Kärnten sein.

Einige der 80 Mitarbeiter hat er schon bei einem Glas Prosecco begrüßt und sich "herzlich willkommen gefühlt". Dass er mit 39 jung ist und es als Magister mit Doktoren und Habilitierten zu tun hat, von denen sich fünf für seine Stelle beworben haben, ist für Jerger kein Problem: "In Einzelgesprächen will ich erfahren, welche Visionen die Mitarbeiter für das Haus und sich selbst haben." Das eröffnet Perspektiven.

Jerger hat Humor, das zeigt nicht nur sein origineller Facebook-Auftritt. Für ein Foto turnt er im Schaukasten gelenkig hinter den Bären. Er schätzt sich selbst als gesellig und herzlich ein "Ich kann aber auch streng sein, wenn etwas gegen das kulturelle und Natur-Erbe Kärntens geht." Museum soll "Spaß machen", doch um das zu erreichen, ist auch seriöser Ernst gefragt: "Unser Haus steht an letzter Stelle der Landesmuseen." 10 bis 15 Jahre werde der Aufholprozess dauern, aber bei dem "guten Teamgeist" ist er zuversichtlich.

Kuriose Zufälle

Jerger "dilettiert" künstlerisch, indem er sich "Dinge von der Seele malt", expressiv und in Öl. Er sammelt Gläser, reist gerne mit seiner Frau und liebt kuriose Zufälle - nicht nur den vom Magdalensberg: "Ich habe meine Frau in Mayerling kennen gelernt, wo Kronprinz Rudolf mit seiner Geliebten Maria von Vetsera starb. Jetzt leite ich das nach ihm benannte Rudolfinum."

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