Zuletzt aktualisiert: 20.11.2010 um 22:06 UhrKommentare

Das Prinzip Spaß als Erfolgsrezept

Die Damen von Witasek Kärnten sorgen seit ihrem Aufstieg in die höchsten Handball- Leistungsklasse des Landes, der WHA, für Furore. Am Sonntag steht das Spitzenspiel gegen die Fivers auf dem Programm.

Foto © GEPA

Der Trainer runzelt kurz die Stirn. "Disziplin" sagt er dann und lässt sich das Wort aus dem Slowenischen übersetzen, obwohl eine Übersetzung des Begriffs nicht notwendig ist. Die Mimik dazu versteht man auch als nicht der zweiten Kärntner Landessprache Kundiger. Trocken kommt die Stimme vom polierten Parkett zurück. Disziplin, das Wort hallt nach. "Und Spaß", fügt Spielerin Linda Kircher hinzu. In Wirklichkeit ist genau das die Formel die Tomaz Cater, der Trainer der Feldkirchner Handballerinnen, predigt: Disziplin und Spaß. Ein Prinzip als Erfolgsrezept. Die als belächelter Aufsteiger in die "Women Handball Austria"-Liga gestarteten Feldkirchnerinnen haben acht Spiele in Folge gewonnen. Nach zehn Spielen steht überhaupt erst eine Niederlage zu Buche.

Begeisterung & Ernst

Tomaz Cater hat Damen- und Herren-Mannschaften in seiner slowenischen Heimat und auch im Emirat Dubai trainiert. Mit ihm, sagen seine Spielerinnen, sei zur Begeisterung der notwendige Ernst in die Mannschaft eingekehrt. "Damen sind leichter zu trainieren als Herren", sagt Cater und schaut in die Runde. Weil? "Sie verstehen taktische Anweisungen schneller und setzen sie präziser um." Leiser Nachsatz: "Mit Männern hat man die Sorgen am Parkett, bei den Frauen außerhalb der Halle."

Doch selbst das scheint in einer Mannschaft, die vier Sloweninnen ("Unsere Vorbilder"), zwei Ungarinnen und eine Chilenin integriert hat, kein Problem zu sein. "Wir unternehmen auch nach dem Training viel gemeinsam. Man schließt Freundschaften, immerhin verbringen wir immens viel Zeit gemeinsam", sagt Maria Eugenia Musalem. Die 27-jährige Chilenin studiert in Kärnten und will sich in Handball-Österreich einen Namen machen.

Wer die Entstehungsgeschichte des Vereins kennt, kann nur verwundert den Kopf schütteln. Vor 15 Jahren hoben Idealisten um Hauptsponsor Peter Witasek den Verein aus der Taufe. Angesichts der großen Konkurrenz bei den Herren entschloss man sich, 2004 den Frauen den Vorzug zu geben. "Ich glaube unser Trainer hat eine gute Balance aus Lob und Tadel gefunden", sagt Franziska Tschojer. Ob mit dem Erfolg auch der Druck wachse? "Nein", sagt Linda Kircher. Die zierliche 24-Jährige hat im letzten Match zehn Tore geworfen und leicht lachen. "Wir denken von Spiel zu Spiel", ergänzt Kollegin Katrin Schwaiger. Was am Sonntag ab 17 Uhr erneut bedeutet: Selbst gegen die als harte Nuss angekündigten Gegnerinnen der MGA Fivers aus Wien gilt im letzten Spiel vor der Winterpause ein Rezept: Spaß und Disziplin.

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