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Zuletzt aktualisiert: 09.01.2012 um 10:54 UhrKommentare

Alkohol und Rasen sind leider wieder "in"

Die Feldkirchner Polizei zieht negative Verkehrsbilanz über das vergangene Jahr. Geschwindigkeits- und Alkoholdelikte stark angestiegen. Nur die Zahl der Verkehrsunfälle blieb gleich.

Foto © Weichselbraun

Insgesamt kann man über das vergangene Jahr keine allzu positive Verkehrsbilanz ziehen", sagt Reinhold Feichter, Chefinspektor und Leiter der Verkehrsabteilung im Bezirk Feldkirchen. Und die Statistik belegt sein Resümee: Die Alkoholdelikte stiegen, im Vergleich zu 2010 um 19 Prozent, die Zahl derer, die telefonierend am Steuer erwischt wurde, war um 13 Prozent höher und die Anzeigen nach Geschwindigkeitsübertretungen stiegen sogar um 60 Prozent. Einzig die Zahl der Verkehrsunfälle blieb annähernd gleich wie im Jahr 2010.

Besonders die Raser und die "blauen" Autofahrer zählen zu den "Sorgenkindern" der Polizei, zumal diese beiden Delikte zu den Haupt-Unfallursachen zählen. Bei den Geschwindigkeitsdelikten fällt auf, dass die Fahrzeuglenker immer mehr aufs Gas drücken. Die Zahl der Organstrafmandate stieg nämlich "nur" um sechs Prozent, die Zahl jener denen eine Anzeige ins Haus flatterte, was ab einer Übertretung von 30 Kilometern pro Stunde passiert, stieg sogar um 60 Prozent an. Feichter: "Den Negativrekord erzielte ein Motorradfahrer, der statt den erlaubten 50 mit 170 Kilometern pro Stunde unterwegs war."

Vortester im Einsatz

Auch bei den Alkoholdelikten schaut die Bilanz nicht viel rosiger aus. Erwischte man 2010 "nur" 203 Alkolenker, waren es im vergangenen Jahr bereits 242. 22 Prozent davon - somit gut jeder Fünfte - hatte mehr als 1,6 Promille "intus". Der höchste im Vorjahr gemessene Wert betrug 3,42 Promille. Die hohe Anzahl an Alkolenkern sei, so der Chefinspektor, nicht nur auf die Unbelehrbarkeit der Autofahrer, sondern auch auf die immer höhere Präsenz der Polizei auf den Straßen zurückzuführen: "Jedes Fahrzeug ist mit einem Alkohol-Vortestgerät ausgestattet und dieses kommt auch zum Einsatz." Im vergangenen Jahr wurde der Vortester 2434 Mal gezückt, 2010 waren es "nur" 1639 Mal.

Um dem "Wildwuchs" an Alkolenkern vorzubeugen, sind seit dem vergangenen Sommer im Bezirk, wie auch im übrigen Kärnten, eigens geschulte Präventionsbeamte unterwegs. Diese kommen in die höheren Schulen, um die jungen Verkehrsteilnehmer aufzuklären. Auch zu finden sind sie, sofern sie vom Veranstalter angefordert werden, auf unterschiedlichen Feiern und Festen im Bezirk. Dort werden Gäste über die einschlägigen Bestimmungen informiert und auch der Vortester kann ausprobiert werden. Der Erfolg dieser präventiven Maßnahmen sei, so Feichter, derzeit jedoch noch schwer abzuschätzen.

Kindersitz und Gurt

Etwas erfreulicher ist die Bilanz bei den Verkehrsunfällen: Mit 151 Unfällen, die Verletzte forderten, und 734 Unfällen mit Sachschaden blieb die Zahl im Vergleich zu 2010 fast gleich. Bei insgesamt 25 Unfällen war der Lenker alkoholisiert. Ein Rückgang konnte man hingegen bei jenen Delikten, die die mangelhafte Sicherung von Kindern betrifft, erzielen. Nahmen 2010 noch 17 Lenker Kinder ohne Gurt oder Kindersitz mit, waren es 2011 um vier weniger. Feichter: "In diesem Bereich haben unsere Schwerpunkte anscheinend gegriffen."

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Die Delikte im Detail

  • Unfälle mit Personenschaden.

    2010: 154; bei diesen 154 Unfällen wurden insgesamt 207 Personen verletzt; 2 Verkehrstote

    2011: 151; bei diesen 151 Unfällen wurden 177 Personen verletzt, 3 Verkehrstote

    Unfälle mit Sachschaden.

    2010: Im Jahr 2010 wurden insgesamt 736 Verkehrsunfälle mit Sachschaden aufgenommen

    2011: 734 Verkehrsunfälle wurden aufgenommen

    Geschwindigkeitsdelikte.

    2010: 960 Anzeigen und 2143 Organstrafmandate wegen Geschwindigkeitsübertretungen

    2011: 1538 Anzeigen und 2277 Organstrafmandate wegen Geschwindigkeitsübertretungen; die gravierendste Über- tretung: Ein Motorradfahrer war in der 50-km/h-Beschränkung mit 170 Kilometern pro Stunde unterwegs

    Alkoholdelikte.

    2010: 203 Alkoholdelikte

    2011: 242 Alkoholdelikte; von diesen 242 Lenkern hatten 80 zwischen 0,5 und 0,8 Promille, 65 Lenker hatte zwischen 0,8 und 1,2 Promille, 43 Lenker hatten zwischen 1,2 und 1,6 Promille und bei 54 Lenkern wurde ein Wert, der höher als 1,6 Promille war, gemessen; der höchste gemessene Wert betrug 2011 übrigens 3,42 Promille; 2010 wurden insgesamt 1639 und 2011 wurden 2434 Vortests durchgeführt

    Kindersicherung.

    2010: 17 Lenker wurden erwischt, die ihre Kinder nicht ausreichend gesichert im Auto mitgenommen haben

    2011: Im Vorjahr waren es noch 13

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