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Zuletzt aktualisiert: 03.03.2013 um 22:31 UhrKommentare

Tränen, wo sonst Jubel brandete

Die blaue Parteizentrale verriegelt, die Büros in der Landesregierung verdunkelt und verschlossen. In der Kärntner FPK herrschte gestern Bunkerstimmung.

Foto © KLZ/Weichselbraun

Man ahnte wohl schon, dass da etwas passiert: Die Parteizentrale der FPK in der Karfreitstraße in Klagenfurt, sonst Ort rauschender Siegesfeiern, bleibt am Wahlsonntag zu. Dafür solle es in den vier blauen Büros in der Landesregierung starke Präsenz geben, heißt es.

Doch es kommt ganz anders. Die Mitarbeiter der Noch-Regierer bleiben mit ihrer Trauer alleine. Die Büros der Landesräte Ragger und Dobernig verdunkelt und verriegelt, die Chefs außer Haus. Nur FPK-Chef Kurt Scheuch hält die Stellung. Nein, von Rückzug will er nichts wissen. Minus 27 Prozent seien kein Grund, den Rücktritt anzubieten, spricht er leise, aber bestimmt.

Einzeln werden die Redakteure zum Mölltaler eingelassen, die Bürotür verschlossen. Drinnen: Bunkerstimmung. Nur wenn Fernsehbilder gefragt sind, müssen verschreckte Mitarbeiter ausrücken. Die Tränen wischen sie sich aus den Augen und marschieren wie ein Häufchen Elend in den Spiegelsaal. Denn FPK-Politiker sind rar gesät. Wo sonst fesche Trachtenträger jubelnd die himmelwärts fahrenden blauen Balken akklamierten, ist diesmal nur Stille. Die Kärntner haben der FPK keine Lektion erteilt. Es ist eine glatte Abfuhr.

FPK-Klubchef Gernot Darmann taucht auf. Kritik an Scheuch wagt er nicht. Was ihm zu Begriff "Verantwortung" einfällt, wird Darmann gefragt - leider hat er es plötzlich eilig.

Hinter vorgehaltener Hand ist es zu hören: "Der Scheuch" hat das Desaster zu verantworten. Das wüssten auch alle Wahlhelfer, die von Haus zu Haus zogen.

Um 17 Uhr, tritt Gerhard Dörfler im ORF auf. Er sei "durchgerasselt", gibt er zu. Er werde Kaiser zum Landeshauptmann wählen. Dafür müsste er allerdings Abgeordneter des Landestages werden. Der Kleinen Zeitung verweigert er jedes Interview: "Ihr könnt's mich gern haben."

Landesrat Christian Ragger meldet sich abends am Telefon bei der Kleinen Zeitung: "Wer sich berufen fühlt, Parteichef zu werden, soll sich heute melden." Er tue es nicht. "Vielleicht werde ich wieder Anwalt." Ob Scheuch nicht gehen müsse? Ragger verneint: "Wenn Dörfler gezogen hätte, hätten wir nicht dieses Minus." Bürgermeister Christian Scheider, dessen FPK in Klagenfurt eine herbe Niederlage erleidet, ist unerreichbar, die Stimme der Sieger der Haider-Gedenkwahl 2009, sie ist verstummt.

Um so lauter dafür FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache. Er nennt von Wien aus die "dramatische Niederlage" beim Namen, wenngleich Kärnten weiterhin drittstärkste Bastion der Freiheitlichen sei. Und er richtet den Freunden in der FPK aus: "Die Umbenennung in FPÖ ist ein nötiger Schritt, neben anderen."

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