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Zuletzt aktualisiert: 10.02.2013 um 05:10 UhrKommentare

Eine Frage der Wertschätzung

In ihrer Kolumne "Salz & Pfeffer" schreibt Antonia Gössinger über Spitzenkandidaten, die Schulveranstaltungen schwänzen, Aufklärungsbedarf in Villach und eine eigenartige Porno-Geschichte.

Foto © KLZ/Weichselbraun

Viele Veranstaltungen wird es in diesem Landtagswahlkampf nicht geben, wo die Politiker auf so viele junge Menschen treffen. Fast 900 Jungwähler wollten im Schulzentrum Mössingerstraße in Klagenfurt (Gymnasium und HTL) und rund 300 in Hermagor (HLW und Borg) von den Spitzenkandidaten der Parteien Antworten auf ihre Zukunftsfragen bekommen.

Nur schwänzten die meisten Spitzenkandidaten die Veranstaltungen. Absagen aus Krankheitsgründen (Rolf Holub, Grüne und Josef Bucher, BZÖ, in Hermagor) sind verständlich. Dass aber von vornherein oder ganz kurzfristig von Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) und Gerhard Köfer (Team Stronach) Vertreter entsandt wurden, enttäuschte die jungen Leute. Wollten sie doch mit der jeweiligen Nummer eins diskutieren. Eine solche Einladung anzunehmen, ist eine Frage der Wertschätzung. Holub, Bucher und Gabriel Obernosterer (ÖVP) schafften einen Termin, Dörfler und Köfer keinen. Nur SPÖ-Chef Peter Kaiser war bei beiden Veranstaltungen.

Weil seine Wortmeldung übersehen worden war, stürmte in Klagenfurt ein Schüler auf das Podium. Er wollte seinen Unmut über die FPK-Plakatflut loswerden. FPK-Landesrat Christian Ragger argumentierte mit der aus Sicht seiner Partei gegebenen Verfassungswidrigkeit des von SPÖ, ÖVP und Grünen beschlossenen Verbots der mobilen Wahlplakate. Zeitgleich am Mittwoch mussten sich der Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Kärnten, Christian Heschtera und Verkehrsverbund-Aufsichtsratsvorsitzender Albert Kreiner in einer Sonderaufsichtsratssitzung für die Plakatkampagne für das "Jugend-mobil-Ticket" mit Dörfler rechtfertigen.

Die Stadt Villach als Mitzahler des Verkehrsverbundes hat wegen des Verdachtes der missbräuchlichen Verwendung von Mitteln für den öffentlichen Verkehr Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Klagenfurt erstattet. Ihr Vertreter im Aufsichtsrat, der frühere SPÖ-Vizebürgermeister Richard Pfeiler, musste sich mit der Auskunft zufriedengeben, dass die Plakate nicht der Verkehrsverbund, sondern das Land zahlt (aus den von Dörfler und Kreiner verwalteten Infrastrukturmitteln). Für Pfeiler bleibt "Aufklärungsbedarf" für den nächsten Landtag: Während im Nahverkehr Kurse eingestellt worden seien, werde mit öffentlichen Mitteln Wahlwerbung für eine Partei bzw. für einen Spitzenkandidaten gemacht.

Warum, fragen viele, hat sich Dörfler als Landeshauptmann auf das Schmuddelniveau begeben und Personalvertreter Gernot Nischelwitzer der Versendung von Porno-E-Mails beschuldigt. Wohl um der Geschichte Gewicht zu geben, hatte die FPK damit doch seit Wochen kaum Beachtung gefunden. Die Zurückhaltung hat ihren Grund. E-Mails sind laut Fachleuten mit im Internet frei verfügbarer Trojaner leicht zu manipulieren. Außerdem war Nischelwitzer im Vorjahr Opfer einer Datenklau-Affäre. Da war eine vertrauliche E-Mail, die er der Kleinen Zeitung geschrieben hatte, bei einer von Nischelwitzer kritisierten Führungskraft gelandet.

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