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Zuletzt aktualisiert: 19.01.2013 um 20:30 UhrKommentare

Markut: "Für mich ist das ein Freundschaftsdienst"

Karl Markut trat aus der SPÖ aus und wird Team-Manager für Stronach-Kandidat Köfer. Seine Entfremdung von der Partei begann bereits 2005.

Foto © APA/Gert Eggenberger

Dass der St. Georgener Bürgermeister Karl Markut aus der SPÖ austrat und Team-Manager für Spittals Bürgermeister Gerhard Köfer, Spitzenkandidat vom Team Stronach, wird, ist nach wie vor das politische Gesprächsthema im Tal. "Ich mache das ehrenamtlich, als Freundschaftsdienst für Köfer", sagt Markut, der nicht für ein Landtagsmandat kandidiert. Dafür wäre es auch zu spät, die Liste ist abgegeben. "Ich bin nicht Mitglied bei Stronach, sondern parteifreier Bürgermeister", betont Markut, der eine Fertighausfirma in Graz hat.

Seit 2005 ist Markut nicht mehr mit Leib und Seele bei der SPÖ, wie ehemalige Weggefährten bestätigen. Bis heute habe er nicht "verdaut", dass ihn damals die frisch gewählte Parteichefin Gaby Schaunig vor allen als Klub-Chef abmontiert habe. "Nicht ich habe die SPÖ verlassen, sondern sie mich. Viele haben dazu beigetragen, dass es jetzt so ist", sagt der 58-Jährige. Das Fass zum Überlaufen gebracht hätten Unstimmigkeiten wegen der Reihung der Lavanttaler Kandidatin für die Landtagswahlliste. An 14. Stelle steht Bezirksgeschäftsführerin Maria Knauder, laut Markut müsste dort die St. Georgener Gemeindevorständin Ulrike Futtelnig sein: "Ich kann nicht goutieren, dass eine Parteiangestellte vorgezogen wird, obwohl es für Futtelnig einen einstimmigen Beschluss des Bezirksfrauenvorstandes gab."

Knauder: "Futtelnig haben die Bezirksfrauen vorgeschlagen, die Bezirksfunktionäre wollten mich. Es wurde geheim abgestimmt und die Wahl fiel mehrheitlich auf mich." Auch Futtelnig versteht die Aufregung nicht: "Markut braucht sich nicht darauf rausreden. Schon gar nicht braucht er über den Verlauf einer Sitzung urteilen, bei der er nicht war. Er kam schon zu den letzten paar Sitzungen nicht."

Das sagen Markuts ehemalige Gefährten

Markus Wutscher, Vizebürgermeister von St. Georgen: "Ich war von Markuts Austritt aus der Partei überrascht, obwohl jeder wusste, dass er seit dem Vorfall mit Schaunig unglücklich war. Der Austritt ist seine persönliche Entscheidung, die ich akzeptiere. Als geschäftsführender Parteiobmann habe ich mit unserem restlichen Team geredet und es bleibt alles gleich. In der Gemeinde wird sich nichts ändern, außer dass der Bürgermeister jetzt alleine ist und keine Partei hinter sich hat."

Ulrike Futtelnig, Gemeindevorstand St. Georgen: "Innerhalb der Partei hat Markut in letzter Zeit immer wieder gesagt, dass es ihn nicht mehr interessiert. Wir sind dennoch alle enttäuscht und frustriert. Markut wird auch in der Bevölkerung viel Erklärungsbedarf haben. Für unser Team in St. Georgen ist es jetzt wichtig, dass wir zusammenhalten und weitermachen wie bisher, nur eben ohne Markut. Denn es ist klar, dass er Stronach und SPÖ nicht unter einen Hut bringen kann."

Hannes Primus, Bezirksvorsitzender der SPÖ: "Ich habe noch versucht, Markut in einem einstündigen Telefonat umzustimmen, was mir aber nicht geglückt ist. Ich bin sehr enttäuscht über seine Entscheidung. Die von ihm genannten Gründe, auf die ich nicht eingehen will, sind sehr lapidar und zählen für mich nicht als Grund für so eine Entscheidung. Wenn man so lange wie er bei einer Partei ist, muss man über so etwas stehen. Ich bin wirklich sehr enttäuscht von ihm."

Albert Gutsche, bis Mai 2012 Vizebürgermeister in St. Georgen: "Ich bin mit Markut jahrzehntelang politisch einen Weg gegangen und er hat mit uns sehr viel in St. Georgen weitergebracht. Wir sind auch gute Freunde. Mit dem, was jetzt passiert ist, bin ich nicht einverstanden. Es hat sich jedoch schon die letzten Jahre abgezeichnet. Er kam nie darüber hinweg, dass Gaby Schaunig ihm den Laufpass gegeben hat. Damals hat es angefangen, dass er so misstrauisch ist."

Peter Stauber, Nationalratsabgeordneter und Bürgermeister von St. Andrä: "Von Markut bin ich menschlich und charakterlich sehr, sehr enttäuscht. Meiner Meinung nach trat er aus nichtigen Gründen nach 40 Jahren aus der Partei aus, mit der er alles geworden ist. Dass wir endlich junge Leute für höhere Funktionen in der Partei nachbekommen haben, darüber müssen wir froh sein. Probleme kann man ausreden, deshalb muss man nicht gleich alles hinschmeißen."

Maria Knauder, Bezirksgeschäftsführerin der SPÖ: "Karl Markut hat sehr viel für uns und unsere Gesinnungsgemeinschaft gemacht. Wenn er sich mit dem jungen und frischen Wind in unserer Partei nicht mehr identifizieren kann und will, ist das schade und tut uns leid. Ich sage dazu nur: Wenn man Gründe braucht, um aus der Partei auszutreten, wird man immer welche finden. Ich denke, dass er trotzdem im Herzen ein Sozialdemokrat ist."

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