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Zuletzt aktualisiert: 14.01.2013 um 10:53 UhrKommentare

Daimlers Geschäft steht und fällt mit USA

"Zum Glück konnte ich immer, wenn ich schlechte Nachrichten aus der alten Welt gehört habe, Steve Cannon (Daimler US-Chef) anrufen, um unsere US-Verkaufszahlen zu bekommen", sagte Unternehmenslenker Zetsche rückblickend.

Foto © APA

Für Daimler-Chef Dieter Zetsche hängt die Zukunft des deutschen Autokonzerns stärker denn je vom Erfolg in den USA ab. Dort habe das Unternehmen vergangenes Jahr mit 305.000 verkauften Mercedes-Pkw, Sprinter-Kleinlastern und dem Kleinstwagenmodell Smart nicht nur ein Plus von 15,4 Prozent eingefahren, sondern auch den Heimatmarkt Deutschland als einstigen Absatzbringer Nummer eins abgelöst. "Damit ist Amerika jetzt der wichtigste Markt", sagte Zetsche am Sonntag (Ortszeit) in Detroit vor Beginn der US-Automesse.

Angesichts der Krise in Europa wachse die Bedeutung des US-Geschäftes weiter. "Zum Glück konnte ich immer, wenn ich schlechte Nachrichten aus der alten Welt gehört habe, Steve Cannon (Daimler US-Chef) anrufen, um unsere US-Verkaufszahlen zu bekommen", sagte Unternehmenslenker Zetsche rückblickend. Daimler setzte vergangenes Jahr in den USA rund 274.000 Pkw der Kernmarke Mercedes ab, deren Kennzahlen über Wohl und Wehe des ganzen Konzerns entscheiden. Daheim in Deutschland hatte Daimler dagegen 2012 beim Pkw-Absatz ein kleines Minus (-0,4 Prozent) eingefahren, was die Verkaufszahlen auf rund 261.000 drückte. Auch in ganz Europa, der klar größten Absatzregion der Schwaben, kam Daimler - ähnlich wie die Konkurrenz - mit nur 0,6 Prozent Plus nicht recht vom Fleck.

Daher ist die US-Automesse für Zetsche so etwas wie eine Insel der Glückseligkeit, läuft es dort derzeit doch ausgesprochen positiv. Der weltweite Daimler-Zuwachs 2012 von 4,7 Prozent auf 1,32 Mio. Mercedes-Pkw wäre ohne das dicke Plus in den Staaten nicht geglückt. Umso wichtiger ist der US-Markt mit seinen anhaltend positiven Aussichten für Zetsches Ziel, den Abstand zu den Premiumwettbewerbern Audi und BMW endlich zu verringern und spätestens bis 2020 wieder die Nummer eins unter den Luxusautobauern zu sein. Für dieses Vorhaben darf Daimler in den Staaten nicht nachlassen - denn für Europa sagen die Experten weiterhin schwierige Zeiten voraus. Zetsche gratulierte seinem US-Chef Steve Cannon in Detroit zu dessen jüngstem Erfolg, mahnte aber gleichzeitig an: "Du weißt, was das für 2013 bedeutet".

Auf dem weltweit größten Pkw-Markt China krempelt Daimler derzeit sein Vertriebssystem um, damit die im Vergleich zu Audi und BMW seit längerem schwachen Wachstumsraten endlich anziehen und die Schwaben die großen Marktchancen des boomenden Landes endlich voll ausschöpfen können. Bis die Reformen dort greifen, dürfte es allerdings noch einige Zeit dauern. Also bleiben die USA als zentraler Daimler-Motor. Doch selbst dort ist nicht alles Gold, was zunächst glänzt: BMW schlug vergangenes Jahr in den Staaten mehr Pkw los als Mercedes und verbuchte auch ein größeres Wachstum.

Audi rangierte zwar - anders als in China - mit rund 140.000 Autos in absoluten Zahlen hinter den Schwaben, doch das US-Wachstum der Ingolstädter dürfte Daimler nicht kaltlassen: Um starke 18,5 Prozent verbesserte sich die VW-Tochter.

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