18. Dezember 2014, 01:48 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 12.09.2012 um 05:10 UhrKommentare

Parken mit dem Maßband

Große Autos treffen in Parkgaragen auf schmale Parklücken. Eine unerfreuliche Begegnung. Der Gesetzgeber könnte hier Abhilfe schaffen.

Foto © KK

Links und rechts vom Autoblech gerade einmal 15 Zentimeter Platz. Die wenige Zentimeter geöffnete Tür streift bereits das Nachbarauto. Einkaufskorb oder Maxi-Cosi herausheben? Unmöglich! Man muss froh sein, selbst ohne böse Verrenkungen das Auto verlassen zu haben. - Alltagsszene in Kärntner Parkgaragen und Parkhäusern.

230 Zentimeter müssen Stellplätze breit sein, mindestens. "Unsere Normempfehlung lautet 2,5 Meter", sagt Albert Kreiner, Leiter der Abteilung 7 der Landesregierung. Bei Hindernissen wie Betonsäulen wäre auch das zu gering. Doch die Ausnahme - 2,3 Meter - ist zur Regel geworden, wie Kreiner bestätigt: "Dabei könnte die Baubehörde die 2,5 Meter vorschreiben." Doch Kostenüberlegungen und Mangel an Parkraum verhindern breitere (und längere) Stellplätze.

"Das ist schlimm", wie Öamtc-Geschäftsführer Eckhard Wabnig meint, denn die Autos wachsen in die Länge, Höhe und Breite. Seit dem Jahr 2000 sind Pkw im Schnitt um 19 Zentimeter länger und 15 Zentimeter breiter geworden (siehe rechts).

Die Folgen sind hör- und sichtbar: Lackkratzer und Dellen sind an der Tagesordnung, die Fahrerflucht "danach" wird zum wachsenden Problem, wie Thomas Jank vom Arbö weiß. Er fordert: "Die gesetzliche Stellplatzbreite muss der Realität angepasst werden."

Grobe Fahrlässigkeit

Wabnig stößt ins selbe Horn: "Der Gesetzgeber hält dem Druck der Wirtschaft nicht stand, er handelt grob fahrlässig."

Faktum ist: Parkraum kostet viel Geld. Ein Rechenbeispiel: Werden vier schmale zu drei komfortablen Stellplätzen, steigen Errichtungskosten und damit Parkgebühren um ein Viertel. Doch das Problem drängt. Selbst Kreiner erachtet das "Nachdenken" über eine in der Landesbauordnung verordnete Mindestbreite von 2,5 Metern für sinnvoll.

Manche Pioniere sind schneller als das Gesetz: Der Öamtc gönnt Autolenkern bei neuen Prüfzentren generell 2,75 Meter breite Parklücken. Und Atrio-Chef Richard Oswald ist stolz auf 2.000 Parkplätze, jeder 2,7 Meter breit. "Wir haben bei uns nur Familien- und Frauenparkplätze", schmunzelt er.

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FAKTEN

  • Ein VW Käfer war 1,58 Meter schlank, der Golf erster Generation 1,61 Meter. Heute misst der Kompakte stattliche 1,78 Meter Breite, legte also 17 Zentimeter zu.

    Richtig dick kommen SUV (geländegängige Wagen) daher: Ein VW Touareg ist ordentliche 1,94 Meter breit, dem Audi Q7 werden "Panzermaße" bescheinigt - seine 1,98 Meter füllen jeden Parkplatz locker aus. Ohne Außenspiegel.

    Bernhard Plasounig, KFZ-Innungsmeister aus Villach: "Viele Garagen sind heute zu klein." Im Autohandel ist es Alltag, dass Autos vor dem Kauf in der heimatlichen Garage "Probe geparkt" werden, sagt Plasounig: "Manche Modelle sind danach gar kein Thema mehr."

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