27. November 2014, 15:35 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 10.05.2012 um 15:45 UhrKommentare

Effizientere Autos können volles Monatsgehalt einsparen

Eine im Auftrag von Greenpeace verfasste Kurzstudie beschäftigte sich mit der Frage, wie viel Spritkosten sich durchschnittliche Autofahrer sparen können, wenn die EU der Autoindustrie effizientere Fahrzeuge vorschreibt - und kam zu erstaunlichen Ergebnissen.

Foto © Fiat

Abhängig von der Ölpreisentwicklung und politischen Ambitionen kann die Einsparung bereits 2015 mindestens 100 Euro im Jahr betragen und bis 2030 auf 1349 Euro ansteigen. "Durchschnittliche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können ein ganzes Monatsgehalt einsparen, wenn die EU die Autoindustrie zu 2-Liter-Autos verpflichtet", erklärt Greenpeace-Energiesprecher Jurrien Westerhof.

Für Greenpeace steht fest: Die Autoindustrie wehrt sich vehement gegen diese ambitionierten Vorschriften, denn die PKW-Hersteller verdienen mit großen, schweren Spritfressern mehr Geld als mit sparsameren Fahrzeugen. Folglich verkauften sie lieber einen SUV als ein 3-Liter-Auto. Dabei sei Letzteres mittlerweile technisch umsetzbar und auch 2-Liter-Autos rücken allmählich in erreichbare Nähe. Europas führender Autohersteller, Volkswagen, lobbyiert intensiv gegen strengere Effizienznormen. Für eine rasche weitere Entwicklung von sparsamen Fahrzeugen ist eine ambitionierte Politik notwendig, die klare Effizienz-Ziele vorschreibt. "Zu lange hat die Autoindustrie ihre Entwicklungsabteilungen beispielsweise mit elektrisch verstellbaren Rücksitz-Armlehnen beschäftigt. Jetzt ist es ernsthaft an der Zeit, dass die Ingenieure mal wieder zeigen, was sie wirklich können", so Westerhof.

Die EU hat 2008 Effizienznormen für PKW festgelegt, die vorschreiben, wie hoch die CO²-Emissionen in Gramm pro Kilometer sein dürfen. 2015 sind im Schnitt nur noch 130 g/km zulässig (ca. 5 l/100 km), aber es gibt bisher keine Ziele die darüber hinausgehen: Die Gefahr sei akut, dass damit der Druck auf die Autohersteller, sparsamere Fahrzeuge zu entwickeln, ins Stocken gerät. Greenpeace fordert daher von der EU-Kommission, strengere Ziele für 2020 und 2025 zu beschließen.

Die aktuelle Greenpeace-Studie zeigt, wie sich bei unterschiedlichen Politikszenarien und Ölpreisen die jährlichen Treibstoffkosten für ein Durchschnittsauto entwickeln. Im ungünstigsten Fall, wenn über 2015 hinaus keine neuen Ziele gesetzt werden, beträgt die Ersparnis in Österreich im Schnitt nur 100 Euro im Jahr gegenüber 2010. Im besten Fall – bei einem ambitionierten Ziel von 60 g CO² pro km, in etwa einem 2-Liter-Auto entsprechend – spart sich der Besitzer eines neuen Autos im Jahr 2030 beeindruckende 1.349 Euro Treibstoffkosten im Jahr. Das entspricht derzeit einem durchschnittlichen österreichischen Netto-Monatsgehalt.

"Die Autoindustrie könnte längst viel sparsamere Autos auf den Markt bringen. Um ihre Gewinne nicht zu gefährden, tut sie es jedoch nicht. Deswegen ist es so wichtig, dass die Politik jetzt klare Zielvorgaben setzt und die Industrie zur Entwicklung sparsamerer Autos verpflichtet. Österreich muss sich bei der EU-Kommission stark machen und darf sich nicht von den Lobbyisten beeindrucken lassen. Sollte die Politik hier nachgeben, müssen jene Menschen, die für ihre Mobilität auf das Auto angewiesen sind, dafür die Zeche zahlen", warnt der Greenpeace-Energiesprecher.

  • Druckbare Version anzeigen
  • E-Mail

Kommentare

Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

» Kommentar erstellen

Wir weisen darauf hin, dass dieses Forum nicht moderiert wird. Als Nutzer stimmen Sie der Speicherung der von Ihnen angegebenen Daten (Stamm-, Verkehrsdaten, etc.) ausdrücklich zu. Bei der Erstellung von Kommentaren haben Nutzer rechtliche Bestimmungen (zB Privat-, Strafrecht), die Netiquette und Forenregeln einzuhalten. Beschimpfungen, Verspottungen, Belästigungen, Ehrbeleidigungen, etc. sind daher verboten! Beiträge, die diesen Bestimmungen zuwiderlaufen, werden bei Kenntnis gelöscht, Nutzer allenfalls gesperrt. Die angegebenen Daten werden an staatliche Stellen (zB Polizei, Gericht) bei Untersuchung von vom Nutzer verbreiteten Materialien, oder sonst vorgenommenen ungesetzlichen Aktivitäten, weitergegeben. Weiters werden angegebene Daten (Name, Postanschrift und E-Mail-Adresse, jedoch keine Handynummer) an sonstige Dritte bei Verletzung von Rechten oder sofern deren Rechtsverletzung nachvollziehbar behauptet wird (zB gem. § 18 Abs. 4 ECG), weitergegeben. Mit der Erstellung von Kommentaren stimmen Sie dem ausdrücklich zu und verzichten auf die Geltendmachung von jeglichen Ansprüchen. Siehe dazu auch unsere Forenregeln/Betriebsbedingungen in den AGB.

Fahrzeugsuche

Ein Service von


Testberichte

  • Für Sie unter die Lupe genommen: Gerhard Nöhrer, Didi Hubmann, Karin Riess und Profi-Tester Walter Röhrl testen die neuesten Boliden auf Herz und Nieren.

Kultkisten

  • Von legendären Schönheiten bis hin zu wahnwitzigen Phantasien - Autos mit Kultfaktor im Porträt.

Gebrauchtwagen-Check

  • Aus zweiter Hand und trotzdem erste Wahl? Gebrauchte Autos im Check.

Wartungsarbeiten

  • >> Liebe User!
    • Auf unserer Website gibt es einige Neuerungen:
    • Die bisherigen Gemeinde- und Bezirksseiten werden durch Regionalportale ersetzt – Sie erhalten hier alle wichtigen Neuigkeiten aus Ihrer Region.
    • Auf der Startseite werden Nachrichten nun in Ressort-Blöcke gegliedert (Sport, Politik etc.) - für einen besseren Überblick.
    • Aufgrund von technischen Umstellungen können wir vorübergehend keine Wetterinformationen und Gewinnspiele anbieten. Die Inhalte werden ehestmöglich wieder bereitgestellt. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

    Weitere Informationen finden Sie HIER. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: feedback@kleinezeitung.at
    Ihr Kleine Zeitung Team