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Zuletzt aktualisiert: 03.04.2012 um 12:59 UhrKommentare

Bau-Initiative fordert mehr Mittel für Straßensanierung

Eine Unterschriften-Kampagne für sichere Straßen ist von den steirischen Bausozialpartnern und den Autofahrerclubs ins Leben gerufen worden. Grund ist der als sehr schlecht bewertete Zustand der Straßen.

Foto © Hoffmann

Grund ist der als sehr schlecht bewertete Zustand von knapp 40 Prozent aller Landes- und Gemeindestraßen in der Grünen Mark und das trotzdem gekürzte Sanierungsbudget. 34 Mio. Euro fehlten allein, um den Ist-Zustand zu erhalten, so die Initiative, angeführt vom Bundesvorsitzenden der Gewerkschaft Bau-Holz, Josef Muchitsch. Verkehrslandesrat Gerhard Kurzmann (F) verwies auf das von ÖVP und SPÖ beschlossene Sparbudget.

Gerhard Graßegger, Vorsitzender der Bauindustrie, sprach von einem "katastrophalen Bild" der steirischen Straßen: 40 Prozent haben bei der Bewertung durch die zuständige Landesabteilung die schlechteste Note fünf bekommen. Brücken würden in Zukunft nicht mehr befahren werden können. "Wenn jetzt nichts getan wird, werden die Kosten später noch höher - wie bei einem Hausdach, bei dem ein Ziegel fehlt. Repariert man das nicht, werden mit der Zeit auch die Wände nass oder der ganze Dachstuhl muss runter", veranschaulichte Muchitsch.

Steirische Gemeinden, die 25.000 Kilometer Straßen erhalten müssen, würden derzeit lediglich mit fünf Mio. Euro pro Jahr vom Land unterstützt, das seien nur rund 9.000 Euro pro Gemeinde, rechnete der Nationalratsabgeordnete vor. Die Autofahrerclubs ÖAMTC und ARBÖ brachten den Sicherheitsaspekt ins Gespräch: "Manche Landesstraßen sind wie im tiefsten Bosnien. Das ist gefährlich", mahnte ÖAMTC-Direktor Paul Fernbach. Insgesamt würden 57 Mio. Euro für die Instandhaltung der bestehenden Straßen benötigt, jedoch sehe das Budget aktuell nur 23 Mio. Euro vor.

Um die Landespolitik zum Einlenken und Aufstocken der finanziellen Mittel zu bewegen, sammelt die Initiative ab sofort bis 18. Juni Unterschriften. Steirische Bürger können die Aktion bei steirischen Tankstellen, allen ARBÖ- und ÖAMTC-Standorten sowie im Internet unter http://www.sichere-strassen.at unterstützen. Muchitsch erwarte sich "zigtausende" Unterschriften, jedenfalls im fünfstelligen Bereich.

Kurzmann mit Zustimmung

Der zuständige Landesrat Kurzmann reagierte mit Zustimmung: "Der Zustand der steirischen Straßen ist nicht schön zu reden. Das Verkehrsbudget derart zu kürzen ist natürlich denkbar schlecht für die gesamte steirische Infrastruktur. SPÖ und ÖVP haben im Landtag aber dieses Sparbudget beschlossen - der Landtag hat die Budgethoheit. Abgeordneter Muchitsch zeigt die richtigen Probleme auf, darf aber nicht vergessen, dass es seine Fraktion war, die diese Sparzwänge unterstützt."

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