Eigentümer ließ übermalenGraffiti-Künstler erhalten 6,7 Mio. Dollar Schadenersatz

Eine Gruppe von Graffiti-Künstlern bekommt 6,7 Millionen Dollar (5,5 Mio. Euro) Schadenersatz für die Zerstörung ihrer Werke in New York.

Graffitibild in New York © 
 

Es geht um den früheren Lagerhauskomplex "5Pointz". Ein Richter in der US-Metropole bezeichnete den inzwischen abgerissenen Komplex in seinem Urteil am Montag (Ortszeit) als "Mekka für die weltgrößte Sammlung hochwertiger Sprühdosen-Kunst".

Die 21 Künstler seien von der Entscheidung des Gerichts "begeistert", sagte Anwalt Eric Baum der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. "5Pointz" im Stadtteil Queens war eine Pilgerstätte für Künstler und Fans gewesen. Eigentümer Jerry Wolkoff hatte die Außenwände des auch aus Filmen bekannten und bei Touristen beliebten Graffiti-Zentrums 2013 über Nacht mit weißer Farbe übermalen lassen. Er ließ den Komplex danach abreißen und auf dem Grundstück Luxuswohnungen bauen - zum Protest vieler Künstler und Unterstützer. Bekannte Sprayer hatten seit den 1990er-Jahren Werke zu "5Pointz" beigetragen.

Dreiwöchiger Gerichtsprozess

Ein dreiwöchiger Gerichtsprozess im November hatte sich vor allem um die Frage gedreht, ob Graffiti trotz seiner Vergänglichkeit als Kunst gilt, die mit geltendem Recht geschützt werden muss. Die Jury musste dabei die Rechte Wolkoffs als Eigentümer der Immobilien gegen die Rechte der Künstler abwägen. Ihrer Meinung schloss Richter Frederick Block an und bezeichnete 45 Graffiti-Arbeiten als schützenswert.

Die Arbeit von Graffiti-Künstlern werde endlich als Kunst anerkannt, sagte Anwalt Eric Baum. "Alle '5Pointz'-Künstler sind professionelle Künstler, die ihr Leben damit verbracht haben, die nötigen Techniken zu beherrschen." Ob die Gruppe das Geld möglicherweise in neue Graffiti-Projekte investiert, war zunächst unklar.

Kommentare (1)

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paulrandig
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Lesenswert?

Alles schön und gut. Doch...

...was heißt das für die Praxis?
Darf der Eigentümer dann nicht mehr über sein Eigentum, das ungefragt aufgewertet wurde, verfügen? Was genau ist das Eigentum des Besitzers, und was ist das Eigentum des Künstlers?
Wie wird weiter vorgegangen? Muss der Eigentümer den Künstlern Gelegenheit geben ihre Werke zu retten, bevor er aktiv wird? Darf er das selbst tun? Darf er die Mauerstücke als ganzes abtragen, die Bilder verkaufen und das Geld dafür behalten? Immerhin handelt es sich ja um eine Schenkung seitens der Künstler? Wenn es eine Schenkung ist, warum darf er sie dann nicht zerstören oder übermalen?
Widerspricht es nicht dem ureigenen Wesen von Graffity, das immer temporär ist? Ist es überhaupt noch Graffity, wenn es nicht zerstört werden darf? Was ist es dann?
Ich bin überzeugt, dass ein Urteil bei uns anders aussehen würde. Denn immerhin ist alleine schon die Existenz der Graffities eine direkte Folge diverser strafbarer Handlungen...

Aber trotzdem - oder gerade deshalb ist das eine sehr interessante Diskussion!

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