Über 60 Tote bei WaldbrändenKlimawandel: Portugal muss mit weiteren Brandkatastrophen rechnen

Ein verheerender Waldbrand mit schon mindestens 63 Todesopfern in Portugal wütet weiter. Forscher warnen wegen Klimawandels vor Häufung derartiger Feuerkatastrophen.

Am Montag erlag auch ein Feuerwehrmann seinen Verletzungen
Am Montag erlag auch ein Feuerwehrmann seinen Verletzungen © APA/AFP/MIGUEL RIOPA
 

Trotz der Mobilisierung von in Summe rund 2.000 Feuerwehrleuten bekommen die portugiesischen Behörden die verheerenden Waldbrände im Zentrum des Landes nicht in den Griff. Zwar sanken in der Nacht auf Montag die Temperaturen, dennoch griffen die Flammen auf zwei weitere Regionen über. Seit Sonntag gilt eine dreitägige Staatstrauer zum Gedenken an die mehr als 60 Toten.

Beim tödlichsten Waldbrand in der jüngeren Geschichte des Landes kamen bis Sonntag mindestens 63 Menschen ums Leben, mehr als 60 weitere Bewohner wurden verletzt. Fünf von ihnen befanden sich am Montag noch in Lebensgefahr. Unter den Toten war auch ein Franzose, teilte das Außenministerium in Paris mit. Nach Angaben der portugiesischen Behörden weiteten sich die Brände von der Region Pedrogao Grande auf die beiden benachbarten Bezirke Castelo Branco und Coimbra aus.

Waldbrand in Portugal: Viele Opfer und Verletzte

Beim schlimmsten Waldbrand in Portugal seit Jahrzehnten sind im Zentrum des Landes dutzende Menschen ums Leben gekommen.

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Der Einsatz von Löschflugzeugen und Hubschraubern war am Sonntag zunächst lange Zeit aufgrund der starken Rauchentwicklung völlig unmöglich. Die hohen Temperaturen, die extreme Trockenheit und die starken Winde behinderten zudem die Löscharbeiten.

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Das Feuer war am Samstag in Pedrogao Grande ausgebrochen, Auslöser war vermutlich ein Blitzschlag in einen Baum. In der Region rund 200 Kilometer von Lissabon entfernt herrscht seit Tagen extreme Hitze. 

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Viele der Opfer in der zentralen Bergregion waren auf der Flucht vor den Flammen in ihren Autos verbrannt.

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"Das ist ein echtes Inferno, so etwas haben wir noch nie gesehen", sagte Bürgermeister Valdemar Alves. "Das fühlt sich nicht wirklich an, nicht von dieser Welt".

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"Das ist der größte Tragödie, die wir seit Jahren in Portugal erlebt haben", erklärte Regierungschef Antonio Costa im Fernsehen. Die Regierung rief eine dreitägige Staatstrauer aus.

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Aus mehreren Ländern traf Unterstützung ein: Spanien und Frankreich schickten am Sonntag mehrere Löschflugzeuge, weitere Flugzeuge und Feuerwehrteams wurden am Montag im Rahmen der EU-Zivilschutzhilfe erwartet. Auch das krisengeschüttelte Griechenland bot Verstärkung durch seine Feuerwehr an. 

Waldbrand noch immer nicht unter Kontrolle



Die Behörden haben 24 der 63 Todesopfer identifiziert. Bisher sei kein Ausländer unter den Toten, teilte Innenministerin Constanca Urbano de Sousa am Montag in Avelar in der Unglücksregion mit. Die Zahl der Verletzten stieg deutlich an. Man habe inzwischen 135 Verletzte registriert, darunter 121 Zivilisten, 13 Feuerwehrmänner und einen Militärangehörigen, teilte die Koordinierungsstelle für den Rettungsdienst (INEM) mit. Bisher war von 62 Verletzten die Rede gewesen, doch am Montag erlag ein Feuerwehrmann seinen bei der Brandbekämpfung erlittenen Verletzungen, wie der TV-Sender SIC unter Berufung auf die behandelnden Ärzte berichtete.

Experten warnten, Portugal müsse in Zukunft häufiger mit derartig verheerenden Waldbränden rechnen. Das Land sei von der Klimaerwärmung besonders betroffen, sagte Thomas Curt vom französischen Klima- und Agrarforschungsinstitut Irstea. Nach seinen Angaben stiegen die Temperaturen in Portugal in den vergangenen 50 Jahren stets schneller an als der globale Durchschnitt.

Das Feuer war am Samstag aufgrund eines Blitzschlags an einem Baum in Pedrogao Grande ausgebrochen. Wegen starker Winde breitete es sich rasch aus und wurde vor allem für viele Autofahrer auf einer Nationalstraße zur Todesfalle, als das Feuer ihre Wagen einschloss. Auf der "Todesstraße", wie Medien schrieben, starben mindestens 30 Menschen. Viele Opfer verbrannten bis zur Unkenntlichkeit.

Viele Menschen sind schockiert und fassungslos. Eine ältere Frau weinte und rief: "Das ist das Ende der Welt." Eine andere Frau sagte im TV-Sender RTP: "Wir haben alles verloren, unser Haus, unsere Tiere, alles." Ein Mann meinte: "In meinen 53 Jahren habe ich so etwas nicht gesehen."

 

Kommentare (4)

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lombok
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Na ENDLICH ist wieder der Klimawandel schuld!

😩

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erstdenkendannsprechen
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dass es im mittelmeerraum (spanien, portugal, italien, griechenland, tw. südfrankreich)

durch den klimawandel im sommer wesentlich weniger niederschlag gibt und geben wird - das kann ihnen jedes simple computerprogramm herausrechnen.
dass sie auch einfach die daten der letzten vierzig jahre zum vergleich heranziehen könnten, um zu sehen, dass es tendenziell wärmer und trockener wurde in diesen gebieten ist sowieso klar.
wo liegt ihr problem? wenn es wärmer ist und weniger niederschlag gibt, dann gibts halt öfter waldbrände.

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Mein Graz
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was ist daran falsch,

dass es bei einer erwärmung häufiger zu feuerkatastrophen kommen wird?
oder glaubst du, dass es weniger oft oder weniger heftig brennt, wenn es wärmer wird? oder das brände, wenn auf grund der erwärmung weniger wasser zur verfügung steht, von selber ausgehen? oder wenn es häufiger gewitter gibt, es weniger blitzschläge gibt?

und wenn du genau liest wirst du erkennen, dass nicht der klimawandel "schuld" ist, sondern dass es in folge einer erwärmung vermehrt zu katastrophen (jeder art!) kommen kann.

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lombok
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@mein graz

Du hast ja eh recht. Mir geht es bei solchen dingen eher darum, nicht immer alles so (typisch österreichisch) schwarz zu sehen und los zuraunzen.

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