Caritas warntHunger in Afrika: "Noch nie so großes Leid gesehen"

Nach einer langen Dürre-Periode sind 20 Millionen akut bedroht. Es wird dringend Hilfe in Nordkenia benötigt.

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Millionen leiden unter der Dürre © (c) APA/AFP/TONY KARUMBA
 

Nach mehr als einem Jahr ohne Regen droht Millionen Menschen in Ostafrika der Hungertod. "Ich habe so ein großes Leid noch nie gesehen", berichtet die oberösterreichische Caritas-Helferin Miriam Ebner im APA-Gespräch aus Nordkenia. "Mittlerweile sterben auch schon die Kamele, und das ist die höchste Alarmstufe. Denn wenn die Kamele sterben, dann sterben auch die Menschen."

Auf ihrer Fahrt durch die nordkenianische Region Marsabit habe sie "Dutzende" verendete Kamele gesehen. Viele Menschen seien "kurz vor dem Sterben", sagte die als Helferin in Uganda, Bangladesch, Haiti und griechischen Flüchtlingslagern erprobte Caritas-Mitarbeiterin. Es sei ein "beklemmendes Gefühl", die hungernden Menschen zu sehen, "weil es etwas ist, was nicht sein muss und leicht zu beheben wäre".

 

Die Vereinten Nationen hatten in der Vorwoche vor 20 Millionen Hungertoten in Jemen sowie den afrikanischen Staaten Nigeria, Südsudan und Somalia gewarnt. Zwischen den beiden Krisenländern Südsudan und Somalia liegt Marsabit County, wo Ebner und ihr niederösterreichischer Kollege Rafael Thurn-Valsassina seit der vergangenen Woche für die Caritas im Einsatz sind.

70 bis 80 Prozent des Viehs verendet

"Ganz Marsabit County ist ausgetrocknet, man sieht nur noch eine Steinwüste", schilderte die Caritas-Helferin die Lage in der von 300.000 Menschen bewohnten nordkenianischen Region. In den Dörfern strandeten immer mehr Nomaden, die es nicht mehr zu den wenigen bestehenden Wasserstellen schafften. "Viele sitzen fest und können nicht mehr, weil sie keine Tiere mehr haben." 70 bis 80 Prozent ihres Viehs sei verendet. Bei ihrer Fahrt durch die Region habe sie auch Dutzende Tote Kamele am Wegesrand gesehen, sagte Ebner.

"Wir brauchen ganz dringend finanzielle Mittel", appellierte Ebner an Spenden für den Ankauf von Nahrungsmittelpaketen. Mit 16 Euro könne eine sechsköpfige Familie eine Woche lang ernährt werden. Man versuche auch, den Bewohnern das Vieh abzukaufen, doch sei das nicht immer möglich. "Viele Tiere schauen sehr schlecht aus, haben einen aufgeblähten Bauch und sind voller Krankheiten. Man kann dieses Fleisch nicht mehr essen."

Schäden an ganzer Generation

Ohne internationale Hilfe schaffen es die Menschen nicht mehr bis zur Regenzeit, die Ende April erwartet werde. Wobei die Wettervorhersagen einen Ausfall der Niederschlagsperiode befürchten lassen, sagte Ebner. Besonders stark betroffen seien Ältere und Kinder, die mitunter schon seit einem Jahr mangelernährt sind. "Eine ganze Generation trägt hier Schäden davon."

Dennoch sei die Lage "nicht völlig hoffnungslos". Es gebe nämlich viele große internationale Akteure, die helfen könnten. Allerdings lassen sie zumindest in Nordkenia noch auf sich warten. Von einem anlaufenden großen Hilfseinsatz habe sie nichts bemerkt, sagte die Caritas-Helferin auf eine entsprechende Frage.

Kommentare (6)

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ChihuahuaWelpe55
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Das Wasser hätten sie eh

Nur wenn weltweit agierende Konzerne sich nicht die Bäuche so voll schlagen würden und das Wasser der Landbevölkerung überlassen würden, könnten sich die dortigen Bewohner auch das Wasser für das Vieh leisten. Daher Enteigenung von Wasserrechten von weltweit agierenden Konzernen und Rückübergabe an die Bevölkerung! Dann brauchen sie auch nicht vor Hunger und Naturkatstrophen in europäische Auffanglager flüchten. Hausgemachte Probleme können eigentlich so leicht gelöst werden!

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ChihuahuaWelpe55
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Daher helfen wir besser,

indem wir Petitionen gegen diese(n) Konzern(en) unterschreiben, damit diese(r) ihnen kostenlos das Wasser zurück gibt! Gewinn auf Kosten der ärmsten Bevölkerung ist beschämend!

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ChihuahuaWelpe55
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Ich finde es

erstaunlich, wie egoistisch manche Menschen hier sind! Dieser Artikel ist nicht nur pure Werbung für die Caritas, sondern kann auch für Lösungsansätze verwendet werden. Statt eines Lösungsvorschlages oder begründeter Kritik wird mein Kommentar "downgevotet". Lösungsvorschläge bitte!

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GordonKelz
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HUNGER......

....Bis die Bürokratie Hilfe zulässt, sind hunderte Kinder verhungert! Sofort hundert und mehr Flugzeuge auf den nächst gelegenen Flughafen beordert und tausend Kinder in Länder gebracht, wo Sie eine Chance haben zu überleben, auch nach Europa! Die Auffanglager in Österreich stehen Großteil leer! Hier ist rascheste Hilfe notwendig!
Im Gegensatz dazu sollen die Politiker rasch Gesetze schaffen, damit das Rauschgiftgesindel und Vergewaltiger sofort des Landes verwiesen werden können!
Gordon Kelz

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xyz111
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@gordon kelz

und wer soll das bezahlen???

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GordonKelz
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....Wer soll das bezahlen....?

...wenn das das Problem ist, angesichts hunderter verhungernder Kinder,... dann diskutiere ich nicht weiter......
Gordon Kelz

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