Klimagipfel 2015

Neuer Entwurf für Klimaabkommen vorgelegt

Frankreichs Außenminister Laurent Fabius hat einen neuen, auf 29 Seiten reduzierten, Entwurf für das geplante Klimaabkommen vorgelegt. Ärmere Länder sollen jährlich 100 Milliarden US-Dollar erhalten.

Außenminister Laurent Fabius wirkt zufrieden © APA/Langsdon
 

Auf der UN-Klimakonferenz in Le Bourget bei Paris hat der französische Außenminister Laurent Fabius am Mittwoch einen neuen Entwurf für das geplante Klimaabkommen vorgelegt. Dem Text zufolge sollen unter anderem Emissionsziele und weitere Beiträge künftig alle fünf Jahre überprüft werden. Ärmere Länder sollen ab 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar für den Klimaschutz erhalten.

Über eine Reihe zentraler Fragen etwa zu Finanzen und Langfristzielen beim Klimaschutz könne aber erst in weiteren Verhandlungen entschieden werden, sagte Fabius, der auch Konferenzpräsident ist, vor den Delegierten. Es sei gleichwohl gelungen, viele bisher offene Punkte zu klären und den anfänglich mehr als 40 Seiten langen Verhandlungstext auf 29 Seiten zu verkürzen.

Ziel: faires, bindendes Abkommen

"Wir haben Fortschritte erzielt, aber es ist noch viel zu tun", sagte Fabius weiter. Ziel bleibe ein rechtlich bindendes Abkommen, das fair sei und weitreichende Ziele enthalte. Der neue Text solle den politischen Entscheidungen der Konferenz nicht vorgreifen, aber "die Dinge liegen nun klar auf dem Tisch". Der französische Außenminister betonte die Notwendigkeit, Kompromisse zu schließen, zeigte sich aber zugleich optimistisch: "Ich bin absolut überzeugt, dass wir in der Lage sein werden, eine Vereinbarung zu erzielen."

Offen bleibt zunächst, ob sich die Vertragsparteien auf das Ziel festlegen, die Erderwärmung auf höchstens zwei Grad zu begrenzen oder auf 1,5 Grad, wie es unter anderem kleine Inselstaaten sowie Deutschland und weitere EU-Partner fordern. Das Ziel einer Dekarbonisierung, also der Abkehr von fossilen Energieträgern, taucht im Textentwurf auf, allerdings nur als eine von mehreren Optionen.

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Als mögliche Startdaten für den vorgesehenen Revisionsprozess werden 2023 oder 2024 genannt, einer Entscheidung aber nicht vorgegriffen. Gleiches gilt für die Nennung konkreter, globaler Emissionsziele bis 2050. Mehrere Varianten gibt es auch zu Forderungen vor allem von Entwicklungsländern nach Schadenersatz für Klimaschäden.

USA wollen Förderungen verdoppeln

Auf der Zielgeraden der Pariser Klimakonferenz schmiedeten die Teilnehmer fieberhaft neue Allianzen. Nach dem demonstrativen Schulterschluss mit 79 afrikanischen, karibischen und pazifischen Staaten will die EU nun auch die USA mit ins Boot holen sowie eine Reihe lateinamerikanischer Staaten. Gespräche dazu waren am Mittwoch nach Angaben aus EU-Kreisen im Gange.

Die USA wollen ihren Beitrag zur Unterstützung ärmerer Länder bei der Anpassung an den Klimawandel verdoppeln. Das kündigte US-Außenminister John Kerry am Mittwoch auf der UN-Klimakonferenz in Le Bourget bei Paris an. Die jährlichen Zahlungen der USA sollen demnach von 430 Millionen Dollar (395,40 Millionen Euro) im vergangenen Jahr bis 2020 auf mehr als 800 Millionen Dollar steigen.

Wir sind nicht nur für uns selbst verantwortlich, wir sind verantwortlich für die Zukunft. 

John Kerry, US-Außenminister

Kerry nutzte eine Pressekonferenz auch zu einem dramatischen Appell für ein ehrgeiziges und umfassendes Klimaschutzabkommen. "Wir sind nicht nur für uns selbst verantwortlich, wir sind verantwortlich für die Zukunft", sagte der US-Außenminister. "Unsere Kinder und Enkel werden uns fragen, wie wir alle gemeinsam so blind sein konnten", mahnte er weiter.

Kommentare (5)

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dominateur
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Neuer Entwurf, Neuerer Entwurf, Neuester Entwurf?

Da sitzen sie, die globalen Kapazitäten der geschundenen Welt und schaffen Entwürfe?

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selbstdenker1
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Ganz egal, was in Paris "beschlossen" wird,

das Klima wird sich auch in Zukunft ändern ('mal wärmer, 'mal kälter), so wie es das seit zigtausend Jahren tut. Wie war es denn zu Hannibals Zeiten, als er mit seinen Elefanten über die Alpen zog? Hatten die etwa Schneeketten? Oder die Ära vor ca. 600 Jahren, deren Relikte die Alpengletscher gerade freigeben (Ötzi, Reste von Behausungen usw.)?
Nach diesem "Gipfel" in Paris ist nur eines sicher: Für die arbeitenden Menschen wird es sehr teuer ("Energieabgaben", "NoVA", Wald- und Wiesensteuern usw.). Es ist der Gipfel neuer finanzieller Belastungen.
Vielleicht fällt diesen sogenannten "Experten" auch noch eine Steuer fürs unvermeidbare sekündliche menschliche Ausatmen ein, denn da ist nachweislich viel CO2 drinnen ...

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dominateur
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Der Atem? Es sind die Winde am anderen Ende ...

Methan ist das Treibhausgas!
... "farb- und geruchloses Gas", dem widerspreche ich, jedenfalls beim Menschen sehr intensive Düfte und hinterlassen auch Spuren.

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büffel
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Kopf in den Sand

Schönreden macht die Probleme (wie immer) leider nicht kleiner, im Gegenteil. Wir werden alle (auch finanziell) zurückstecken müssen, da hilft alles Jammern nichts.
Und natürlich wäre es auch fein, wenn das Kapital von den "Oberen" aufgebracht werden würde, doch dies wird sich aller Voraussicht nach nicht spielen.

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dominateur
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... den "Oberen" aufgebracht?

Wird auch so werden, sind es doch die Wohlgenährten, deren Verdauungswinde infolge der Zersetzung von Eiweiß doch einige Liter Methan täglich ausgeschieden werden.

Minderlöhner und AMS-Kunden haben nicht so üppig zu essen und sind daher unverdächtiger.

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