Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
24. Mai 2012 15:35 Uhr | | Als Startseite
Neu registrieren 332515 Mitglieder | 549 online
Zuletzt aktualisiert: 01.02.2012 um 16:31 UhrKommentare

Wenn der Bürger dem Politiker zu nahe kommt

Dass Österreichs Bürger "ihre" Politik am liebsten schleunigst in besserer Verfassung hätten und ihre Sorgen dort traditionell in falschen Händen sehen, ist nichts Neues. Versuche, das Volk miteinzubeziehen, bleiben trotzdem eine Ausnahme. Von Thomas Golser.

Politik und wie weit der Bürger vorgelassen wird

Foto © zwolafasola - Fotolia.comPolitik und wie weit der Bürger vorgelassen wird

Der letzte OGM-Vertrauensindex zu Österreichs Politikern bestätigte gleich 16 von 22 in den höchsten Ämtern ein meist saftiges Minus. Dass Bürger ihr Land in eine bessere Verfassung bringen und in die Hände nehmen wollen, was beim Volksvertreter falsch aufgehoben scheint, ist wenig verwunderlich. Erstaunlicher ist, wie wenig tatsächliche Bürgerbeteiligung die Politik abseits von medienwirksamen Fototerminen, Wahlkämpfen in dunstigen Bierzelten und teuren Facebook-Auftritten nach wie vor verträgt.

Es mag Beispiele wie die deutsche Kanzlerin Angela Merkel geben, die im Netz einen "Bürgerdialog" startete und sich live den Fragen "Wie wollen wir (zusammen)leben – und wovon?" stellen will. Sinkenden Umfragewerten geschuldet? Wahrscheinlich. Eine billige Denkfabrik, wenn einem selbst die Antworten ausgehen? Gut möglich. Interessant aber allemal. Ein US-Präsident Barack Obama, wenn auch in vielem gescheitert, holt seine Wähler doch bürgernah ab und gab insoweit einige Denkanstöße in Richtung Europa. Bürgerbeteiligung scheint in der westlichen Welt ein Gebot der Stunde - Umsetzung und Glaubwürdigkeit sind dann aber schon etwas anderes. Schauen wir nur nach Österreich.

Die Sache mit den "AAA"

Die Politik(er)verdrossenheit rüttelt mittlerweile an Grundsäulen - an jenen der Demokratie: Wo früher Respekt und Autorität vorherrschten, hält der Bürger mittlerweile die Nase zu, weil er den Sumpf aus Packelei, Korruption und Hilflosigkeit nicht mehr riechen will. Vertrauen wird erarbeitet, vom Wähler nur verborgt - doch die Politik taumelt weiter unwillig und unbeholfen direkt an ihm vorbei. Die Versuche, dem Frustrierten mehr Rechte zu geben und sich selbst wieder mehr Glaubwürdigkeit, wirken punktuell, halbherzig und unausgegoren. Zu behaupten, dass nur wegen der gemeinen Rating-Agenturen ein "A" sich von den anderen zwei "A" verabschiedet habe und parallel dazu lieber hinter verschlossenen Türen über einen schmerzhaften Sparkurs zu feilschen, hilft wenig.

Österreichs Nachkriegspolitik hatte Jahrzehnte Zeit, die direkte Demokratie (an Schweizer Fasson orientiert) auszubauen und zu etablieren. Als unterstützendes und das Volk für voll nehmendes Werkzeug zu verankern - doch: Es passierte nicht, und parallel dazu blieb auch das Bewusstsein dafür unterentwickelt. Zwar gibt es mittlerweile immer mehr von der Spezies "Mutbürger" ausgehende Initiativen, Umfragen darüber, ob "mehr Volksbefragungen würden dem Land gut täten", lieferten auch mehr als eindeutige Ergebnisse (siehe Randspalte). Trotzdem - und das scheint eine österreichische Eigenheit - konnten in den letzten Jahr(zehnt)en nur wenige Volksbegehren auch wirklich viele im Land mobilisieren.

Der Grazer ÖVP-Bürgermeister Siegfried Nagl - seinerseits einer Partei zugehörig, die für viele nicht ursprünglich für Revolutionen steht - "will das politische System brechen", ließ nun wissen: Er plane "Parteiumfragen" beim Bürger durchführen zu lassen - mit einem zugeschickten Code online oder per Brief. Und kassierte dafür prompt Vorwürfe: Augenauswischerei, Selbstdarstellung, billiger Vor-Wahlkampf. Klar ist so oder so, dass selbst Zehntausende Grazer, die für Anliegen abstimmen, noch lange keine Garantie dafür sind, dass diese auch umgesetzt werden. Mehrheiten im Gemeinderat und Unterstützung durch den Bund funktionieren nicht per Abstimmungs-Code und zeigen, wie starr die Politik in ihrer Entscheidungsfindung und Umsetzungsfähigkeit nach wie vor ist.

"ÖVP-Graz Umfragecodes"

Dass es parallel dazu auf ebay "32 Stück ÖVP-Graz Umfragecodes" zu ersteigern gibt (Verkäufer: "deinemeinungnr1"), hilft in Sachen Glaubwürdigkeit nur begrenzt weiter und gibt eine reichlich seltsame Geschmacksnote ab. Auch wenn der Erlös dieser Polit-Versteigerung passenderweise der Initiative "Licht ins Dunkel" zu Gute kommen soll.

Anregungen, dem frustrierten Bürger doch etwas mehr vom gar nicht zu überschätzenden Gut Würde zu gönnen und direkte Demokratie tatsächlich zu wagen. Wenn schon nicht als Allheilmittel, dann wenigstens als Unterstützung: Sie kommen vor allem von Blau, Orange und Grün regelmäßig. Getragen auf dem allzu breiten Rücken des Populismus und - wie der Zufall so spielt - gerade, wenn Wahltermine näher rücken. Danach passiert außer Lippenbekenntnissen nicht mehr viel: Die Politik betreibt nach wie vor zu wenig Ursachenforschung darüber, warum der Bürger ihr mittlerweile jede Autorität abspricht.

Galgenhumor, bis die Dinge sich einmal in Richtung Bürger entwickeln, bewies immerhin "Die Zeit", als sie einmal über die EU schrieb: "Europa wird nie bürgernah. Und das ist auch gut so: Die EU soll uns nämlich nicht zu sehr auf den Leib rücken".

THOMAS GOLSER

Foto

Foto © APA

Bild vergrößernDirekte DemokratieFoto © APA

Mehr Homepage

Kärnten > Hermagor

Wolkig
Hermagor
min: 9° | max: 24°
7-Tagesprognose

Aktuelle Leser-Fotos

KLEINE.tv

Mein Auto: Feuerwehr statt Schwarzenegger

Eigentlich hätte Arnold Schwarzenegger mit dem Puch Pinzgauer in Kalifor...Noch nicht bewertet



Bilder aus Kärnten

6. Griffner Lesefest 

6. Griffner Lesefest

 

Aboangebot

Aboangebot 3 für 1

Die Kleine Zeitung jetzt für 3 Monate zum Preis von 1 lesen.

E-Paper, Archiv & Prospekte

Fit in den Sommer

AP (Symbolbild)

In einer 15-teiligen Video-Serie zeigen wir Ihnen, wie Sie ganz einfach fit für die heiße Jahreszeit werden. Pro Woche finden Sie hier zwei Videos, in denen Sie die neuesten Fitness-Trends, einfache Übungen für Zuhause oder im Büro, aber auch Ernährungstipps finden.

Luchsbabys

KLZ/Hatz

Wie sollen diese drei Luchsbabys im Wildpark Assling heißen? Stimmen Sie online ab! Bis Freitag, 25. Mai, 12 Uhr.

 

Mehr Region in Bild und Ton

Zusätzlich zum Video-Team und den Multimedia-Fotografen der Online-Redaktion schwärmen jetzt auch die Printredakteure der Regionalbüros Oberkärnten und Osttirol verstärkt aus. Sie liefern Ihnen noch mehr Videos, O-Töne und Fotos aus den Bezirken Spittal, Hermagor und Lienz!

Bundesliga: Alle Spiele & Tore

Die Highlights der 36. Runde 

Die Höhepunkte und Tore der tipp3-Bundesliga und der "Heute für Morgen" Erste Liga als Video auf www.kleinezeitung.at/bundesliga.

Neuer Blog: Alpe-Adria-Trail

Der Kärntner Martin Marktl wird den neuen "Alpe-Adria-Trail" , der vom Großglockner nach Triest führt, erwandern und exklusiv für die Kleine Zeitung bloggen.

 

Villachs beste Ausblicke gesucht!

Franz Schachinger

Ihr Tipp ist gefragt! Ein Foto Ihres persönlichen Lieblings-Aussichtsplatzes der Stadt Villach schießen und an die Kleine Zeitung schicken.

 

"Köstliches Kärnten Genussreise"

Kleine Zeitung/Helmuth Weichselbraun

Kommen Sie mit auf die Ganzjahresreise der Kleinen Zeitung durch das köstliche Kärnten. Sie beginnt mit den Mostbarkeiten und endet mit dem Käsefest. Hier finden sie alle kulinarischen Termine.

 

Kleine Zeitung Akademie

Wissen für Leser: Die Kleine Zeitung Akademie bietet Ihnen ein vielfältiges Angebot an Seminaren und Veranstaltungen zu den Themen Journalismus, Medien- und Öffentlichkeitsarbeit. Proftieren auch Sie vom Know-how unserer Mitarbeiter!

 

Alle Bezirke im Überblick

 

Vorteilsclub

DTM in Spielberg: Tagestickets gewinnen

DTM in Spielberg: Tagestickets gewinnen!

Live-Ticker-Center

Live-Ticker-Center der Kleinen Zeitung

Ob Fußball oder Formel 1, mit den Live-Tickern der Kleinen Zeitung sind Sie bei allen Sport-Highlights live dabei.

Online-Anzeigen-Tool

Inserieren Sie jetzt in nur 6 Schritten Ihre Zeilenanzeige in der Kleinen Zeitung Weiter

Apps für alle

Montage

Nach iPhone- und iPad-App steht jetzt die Android-App der Kleinen Zeitung bereit: Für fabelhaft komfortablen Lesespaß, jederzeit und überall.

Apps, Apps, Apps

 

Die Kleine Kinderzeitung

Kunterbunt und fröhlich ist die neue Kinderzeitung der Kleinen Zeitung

Die Kinderzeitung online: Kreativtipps, Eventvorschläge und Infos.

"Best of" unserer Leser

Das Beste unserer Leser-Reporter | Foto: Leser-Reporter Andreas Gußmack

Die besten Schnappschüsse unserer Leser-Reporter im Wochenrückblick

 

Lotto

1 13 18 29 30 33 ZZ: 10

Ziehung vom 23.05.2012, alle Angaben ohne Gewähr.

Fit am PC

Fit am PC

Für alle, die sich Schritt für Schritt den Themen Computer und Internet nähern wollen.

Events & Tickets

Alexander Göbel & Band Tipp

Alexander Göbel & Band

25.05.12 Weiz
Tickets bestellen

Immer top-informiert

Nachrichten und Veranstaltungstipps für Ihr Bundesland, das Tageshoroskop oder News aus den Bereichen Auto, Multimedia, Leute & Style oder Immo & Wohnen ...

Guides



Immer informiert

RSS-Feeds

Immer aktuell: Die wichtigsten News direkt abonnieren.

Mobil informiert

Immer dabei: Die Kleine Zeitung gibt es auch auf dem Handy.

 

Facebook & Co

Foto: KLZ/rare (Fotolia.com)

Immer vernetzt: Die Kleine Zeitung gibt es auch auf Facebook und Twitter - werden Sie Fan!

 

Seitenübersicht

Zum Seitenanfang