Lendorf, Lurnfeld

Die Fachschulen Litzlhof und Drauhofen wachsen zusammen

Josef Huber und Herma Hartweger, Direktoren der landwirtschaftlichen Fachschulen Litzlhof und Drauhofen stehen der Zusammenlegung positiv gegenüber, auch wenn der Abschied von Drauhofen schwer fällt.

Das Schloss Drauhofen soll verkauft werden © KK/Privat
 

Seit 1918 werden an der landwirtschaftlichen Fachschule Drauhofen in Lurnfeld Schülerinnen ausgebildet. 100 Jahre später soll im Schloss aber damit Schluss sein. „Unseren Informationen zufolge soll die Schule im Jahr 2018 übersiedeln“, weiß Direktorin Herma Hartweger. Und zwar an die benachbarte Fachschule Litzlhof in Lendorf, die dafür ausgebaut wird.

 

Drauhofen-Direktorin Herma Hartweger Foto © kk/privat

Wie berichtet, hatte Landesrat Agrarreferent Christian Benger (ÖVP) die Lehrkörper beider Schulen (beide im Besitz der Landesimmobiliengesellschaft) vergangene Woche von der Zusammenlegung informiert. „Geredet wurde darüber schon länger. Nun ist der Schritt endgültig“, sagt Hartweger, die den Entschluss einerseits bedauert, aber auch Positives sieht: „In Drauhofen wäre eine umfassende Sanierung fällig, die wegen der Finanzlage des Landes nicht machbar ist. Dafür haben wir Verständnis. Am Litzlhof wird uns ein modernes Betriebs- und Haushaltungsmanagement ermöglicht. Ein agrarisches Bildungszentrum in Oberkärnten ist der richtige Weg für die Zukunft. Dennoch hängt mein Herz an Drauhofen, der Abschied wird emotional“, sagt Hartweger, die hier seit 32 Jahren lehrt, seit 16 Jahren als Direktorin.

Zwei Fachrichtungen

Bis zur Vereinigung geht der Betrieb in Drauhofen laut Hartweger normal weiter: „Uns ist wichtig, dass Eltern und Schüler nicht verunsichert werden. Auch bei der Zusammenlegung wurde uns eine Umsiedelung quasi eins zu eins versprochen, mit allen Lehrern und auch was den Unterricht betrifft.“ Es soll dann zwar nur noch einen Direktor geben, doch die Fachrichtungen Landwirtschaft sowie Betriebs- und Haushaltsmanagement sollen jeweils erhalten bleiben.

 

Der Litzlhof - hier mit Direktor Josef Huber - wird zum gemeinsamen Schulstandort Foto © Camilla Kleinsasser

Auch Litzlhof-Direktor Josef Huber sieht die Zusammenlegung grundsätzlich positiv: „Es ist sinnvoll, die landwirtschaftlichen Kräfte in Oberkärnten zu bündeln und ein agrarisches Bildungszentrum zu schaffen. Ich finde nur schade, dass wieder im ländlichen Raum gespart wird.“ Landwirtschaftskammer-Präsident Johann Mößler sieht in der Zusammenlegung „eine Investition in Oberkärnten. In Zeiten wie diesen, wo in Kärnten Strukturen abgebaut werden, ist es erfreulich, dass hier zusammenwächst, was zusammengehört. Neben den kaufmännischen Argumenten ergeben sich durch den gemeinsamen Schulstandort auch neue Chancen mit der Modernisierung oder in der Kommunikation. Zudem wird der Litzlhof als Schulstandort aufgewertet.“

Camilla Kleinsasser

GESCHICHTE ZWEIER SCHULEN

Drauhofen. Das Gut wurde 1915 von der Viehverwertungsgesellschaft gekauft und dem Land zur Errichtung einer Haushaltungsschule zur Verfügung gestellt. 1918 erster Schulbetrieb mit 23 Schülerinnen. 1926 kaufte das Land Kärnten Gut und Schule. 1964 wurde das Gut als selbstständiger Betrieb aufgelassen und dem Landesschulgut Litzlhof angegliedert.

Litzlhof. Das Land kaufte das Gut 1908 zur Unterbringung einer landwirtschaftlichen Lehranstalt, zuerst eher für Erwachsene, später für die Jugend. Über das ganze Jahr ist der Litzlhof auch Veranstaltungsort diverser Kurse landwirtschaftlicher Institutionen.

Zusammenlegung. Soll dem Land 640.000 Euro im Jahr sparen. Hinzu soll noch ein Verkaufserlös von Drauhofen kommen.

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