Privatschule sucht neues Gebäude - und Sponsoren
Der Platz wird knapp, die Knallerbse sucht ein neues Gebäude - bisher vergeblich. Auch andere freie Schulen müssen weitgehend ohne öffentliche Gelder auskommen. Dennoch wagt eine Gruppe Eltern das Abenteuer.

Foto © Jürgen Fuchs
Immerhin 90 Kinder in diesem Haus, das sei einfach zu viel. "Unsere Schule platzt aus allen Nähten", sagt Uwe Blahowsky. Seit fünf Jahren ist die Knallerbse, eine private Alternativschule im Grazer Norden, auf der Suche nach einem neuen Gebäude zum Lernen. Das sei ganz und gar nicht einfach, erzählt der Direktor. Denn finanzieren müssen das in erster Linie die Eltern. Und die, so Blahowsky, seien ohnehin durch das Schulgeld schon an der finanziellen Belastungsgrenze. Öffentliche Gelder bekommen nicht-konfessionelle Privatschulen nämlich sehr wenig - bei der Knallerbse können nur rund 30 Prozent der Gesamtkosten damit abgedeckt werden. Für das neue Schulgebäude sind daher auch Sponsoren nötig. Und die zu finden ist nicht einfach.
"Für unsere Pädagogik brauchen wir genügend Außenflächen in intakter Natur und Nutzflächen für die Kinder", sagt der Leiter der Schule, die es seit 20 Jahren gibt. Bewegung ist bei der neunjährig geführten reformpädagogischen Schule ein wichtiger Teil der Lernkultur, auch Eigenverantwortung und Selbstorganisation stehen auf der Prioritätenliste. Dafür zahlen die Eltern rund 320 Euro pro Monat.
"Der Staat gibt im Regelschulwesen pro Schüler jährlich rund 5500 Euro aus, bei den freien Schulen sind es 800 Euro", sagt Harald Almer, Obmann der Plattform der freien Schulen Steiermark. Vom Bildungsressort des Landes gebe es noch eine weitere Subvention, der Unterschied zum Regelschüler liege aber weit über 4000 Euro.
Privatschulen in nicht-konfessioneller Trägerschaft müssten daher für Lehrergehälter und Schulgebäude selbst aufkommen, mit Elternbeiträgen von bis zu 600 Euro und (rar gesäten) Sponsoren, so Almer. "Eltern zahlen so doppelt: als Steuerzahler ins öffentliche Schulsystem und als Mitglieder der Trägervereine von Privatschulen", so Almer.
Neue Schule
Eine Gruppe Grazer Eltern lässt sich davon nicht abschrecken. Sie ist fest entschlossen, eine Schule zu gründen, den "Bildungsgarten des Lebens" für alle Altersgruppen, mit reformpädagogischen Ansätzen und ohne Noten (www.bildungsgartendeslebens.at). Auch die Matura soll dort absolviert werden können. Seit zwei Jahren wird am Konzept gearbeitet, "im September starten wir", sagt Projektleiterin Doris Rogy. Anmeldungen gibt es schon.
Die Schule hat bereits Formen angenommen; Businesspläne sind aufgestellt, erste Sponsoren sowie ein Lehrer- und Betreuerteam gefunden. Auch ältere Menschen, die eine Aufgabe suchen, sollen eingebunden werden. Doch auch der Bildungsgarten des Lebens ist auf der Suche nach einem Haus. "Mit viel Natur rundherum, gerne bewohnt und möglichst günstig", erklärt Gründungsmitglied Ines Buchsteiner.
Das Konzept ist ambitioniert: Kinder aus allen sozialen Schichten sollen die Schule besuchen. Deshalb soll es ein Budget für jene geben, die sich das Schulgeld von 220 Euro im Monat nicht leisten können. Rogy betont: "Eine Eliteschule wollen wir nicht sein."









