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    Zuletzt aktualisiert: 23.12.2012 um 05:23 UhrKommentare

    "Ich will etwas für den Kopf tun"

    Ihre Gegner räumt sie aus dem Weg, bei der Wahl zu den Grazern des Jahres räumte sie ab: Verteidigerin Carina Wenninger über ihr Leben beim FC Bayern, ihre Heimat und Neidgefühle. INTERVIEW: DANIELA KAINER

    2012 holte Carina Wenninger mit ihrem Klub FC Bayern München den deutschen Pokal

    Foto © GEPA2012 holte Carina Wenninger mit ihrem Klub FC Bayern München den deutschen Pokal

    Thomas Vanek, Florian Kainz oder Paralympics-Goldmedaillengewinner Pepo Puch - Sie haben alle ausgestochen, gratuliere! Wie fühlt sich das an?

    CARINA WENNINGER: Ich freue mich natürlich riesig, aber ich bin selbst noch überrascht, weil ich gar nicht damit gerechnet habe. Ich möchte mich bei allen bedanken, die mich gewählt haben. Soviel ich weiß, war meine Familie ganz fleißig. Wie ich zum Sieg gekommen bin, kann ich mir trotzdem noch nicht erklären (lacht).

    Im Vorjahr hat Mariella Rappold von LUV Graz gewonnen, dieses Jahr Sie. Befindet sich der Frauenfußball im Aufwind?

    WENNINGER: Es ist auf jeden Fall ein gutes Zeichen und so eine Wahl kann sich nur positiv auswirken.

    Im Vergleich zu Deutschland, wo befindet sich der österreichische Frauenfußball zurzeit?

    WENNINGER: Die deutsche Liga ist auf alle Fälle professioneller und vor allem in puncto Athletik und Spieltempo besser. Die österreichische Liga hat auch einige gute Spielerinnen, die Dichte ist in Deutschland aber einfach höher. Es wird noch etwas dauern, bis Österreich auf diesem Niveau ist.

    Sie haben mit 16 Jahren zum FC Bayern gewechselt. Muss man Österreich verlassen, um in Ihrem Sport Karriere zu machen?

    WENNINGER: Derzeit schon. Die deutsche Liga gehört bei den Frauen zu den besten in Europa, da ist Bayern eine gute Adresse.

    Bayern ist auch bei den Herren ein absoluter Top-Klub. Laufen Sie den Profis oft über den Weg?

    WENNINGER: Beim Mittagessen sehen wir sie im Trainingszentrum oft trainieren, privat haben wir aber keinen Kontakt. Wenn ich sie treffe, sehe ich das eher von der fußballerischen Seite. Also nicht wie vielleicht andere Mädchen, die sagen: Boah, da ist Mario Gomez (lacht)! Ich finde es einfach cool, solchen Top-Fußballern beim Spielen zuzusehen.

    Ist man manchmal auf die Männer neidisch, vor allem finanziell gesehen? Sie arbeiten ja nebenbei.

    WENNINGER: Es wäre schon cool, wenn man im Frauenfußball besser verdienen würde. Aber ich bin eigentlich nicht der Typ, der sich den ganzen Tag nur mit Fußball beschäftigt und sonst nichts macht. Ich will auch etwas für den Kopf tun und als Frau ist ein zweites Standbein ohnehin ein Muss. Neidisch bin ich nur auf das Zuschauerinteresse. Mit Bayern habe ich heuer vor 20.000 Zusehern das Pokalfinale gewonnen, das war ein wahnsinnig tolles Gefühl. In der Allianz-Arena vor knapp 70.000 Leuten zu spielen, wäre ein Traum.

    Sie bereuen es also nicht, vor fünf Jahren hergekommen zu sein?

    WENNINGER: Überhaupt nicht! München ist eine tolle Stadt. Ich habe mit meinem Team ein super Umfeld und einen guten Freundeskreis. Es passt echt richtig gut.

    So gut, dass Sie nie wieder nach Graz zurückkommen, auch wenn LUV Graz oder Sturm anfragt?

    WENNINGER: Ich kann mir schon vorstellen, dass ich wieder nach Österreich komme, momentan aber nicht. Vielleicht irgendwann mal. Ich will jetzt noch ein paar Jahre in Deutschland spielen.

    Was vermissen Sie denn im fernen Bayern an Ihrer Heimatstadt?

    WENNINGER: München bietet richtig viel, aber es ist einfach ein ganz anderes Flair: München mit dem Großstadtcharakter und Graz als schöne, kleine Stadt mit einer tollen Altstadt. Wenn ich zu Hause bin, bummle ich mit meiner Mama, meiner Oma und Freunden durch die Stadt. Es ist auch Tradition, dass wir vor Weihnachten am Grazer Hauptplatz Punsch trinken. Da bin ich immer, dieses Jahr auch wieder.

    Und was nehmen Sie nach München mit gegen Heimweh?

    WENNINGER: Kernöl, das muss sein (lacht). Und wenn meine Mama und meine Oma daheim einen Kuchen backen, dann schicken sie mir manchmal ein bisschen was nach München. Da freue ich mich richtig darüber.

    Über die Feiertage können Sie zu Hause naschen. Haben Sie schon alle Geschenke besorgt?

    WENNINGER: Ja, zum Glück.

    Alles nur Fanartikel vom FC Bayern?

    WENNINGER: Nein, nicht nur (lacht), aber ein paar Kleinigkeiten sind dabei.


    AUF AUGENHÖHE

    Carina Wenninger wurde am 6. Februar 1991 in Thal bei Graz geboren. Mit 16 Jahren ging sie für ihre große Leidenschaft Fußball nach München, zuvor spielte sie unter anderem bei LUV Graz.

    Seit 2007 stoppt die 21-Jährige beim deutschen Bundesligisten FC Bayern München in der Innenverteidigung ihre Gegner. Im österreichischen Damenfußball-Nationalteam ist sie ebenfalls eine fixe Größe in der Abwehr.

    Neben ihrer sportlichen Karriere macht Wenninger eine Ausbildung zur Automobilkauffrau in der Buchhaltung bei Toyota und studiert Wirtschaftswissenschaften.

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