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Zuletzt aktualisiert: 21.10.2012 um 06:59 UhrKommentare

"Ich will alles gewinnen"

Von B nach A. Skifahrerin Conny Hütter steht am Sprung in den Weltcup. Dafür hat sie bereits im April mit Konditionstraining begonnen. Allerdings auf eines muss sie für ihre Skikarriere verzichten: ihr Rennauto.

Foto © Gepa

Vor etwa einem Jahr sind Sie zum ersten Mal im Weltcup an den Start gegangen. Werden wir Sie da heuer auch sehen?

CONNY HÜTTER: Vorerst starte ich nur im Europacup. Ich denke, ich muss mich skifahrerisch einfach noch verbessern. Aber wenn ich schnell genug bin, kommen die Trainer eh nicht drum herum, mich aufzustellen.

Woran müssen Sie Ihrer Meinung noch arbeiten? CONNY HÜTTER: An meiner Ausdauer. Ich habe den Vorteil, dass ich eine gute Sprungkraft habe, spritzig bin. Weil das ist, könnte man sagen, angeboren, Ausdauer kann man eher trainieren.

Wie schaut Ihr Training grundsätzlich aus? CONNY HÜTTER: Wir beginnen Ende April mit dem Konditionstraining. Gewichte heben, Rad fahren, eben für Ausdauer und Kraft. Dann wird das Ski fahren natürlich immer mehr.

Jetzt haben wir Sie ja zum Beispiel gerade quasi neben der Piste erwischt. CONNY HÜTTER: Genau. Ich bin in Sölden, wir trainieren hier ein paar Tage. Aber das Wetter ist leider extrem schlecht: Unten regnet's, oben gibt's nur ein bisschen Schnee.

Wie motivieren Sie sich da? CONNY HÜTTER: Ach, das gehört halt zum Job. Ich fahre zum Beispiel auch nicht gerne Rad, aber da überwindet man sich halt. Und dann wird's doch ganz schön, wenn man bei Sonnenschein durch eine nette Landschaft düst.

Die Geschwindigkeit hat es Ihnen sowieso angetan, oder? CONNY HÜTTER: Es taugt mir schon, wenn es bei einer Abfahrt im Helm pfeift. Das gibt einfach mehr her. Vielleicht ist Slalom deshalb nicht so meins.

Haben Sie keine Angst? CONNY HÜTTER: Ich habe eine gesunde Angst und Respekt.

Sie sind ja auch Rennfahrerin. CONNY HÜTTER: Letztes Jahr bin ich im steirischen Bergrallyecup gefahren, mit der Susi, meinem Suzuki Swift. Im Jugendbewerb habe ich zweimal gewonnen. Ski fahren und Auto fahren sind sich ja auch nicht so unähnlich. Bei beidem braucht man das Auge und hat die hohe Geschwindigkeit. Heuer ist sich zeitlich leider keine Rallye ausgegangen.

Wie kommen Sie eigentlich mit der Doppelbelastung Sport und Schule zurecht? CONNY HÜTTER: Man braucht eine gute Selbstorganisation, weil man Sachen verschieben und nachlernen muss. Ich schreibe eben gleich ein paar Tests an einem Tag.

Haben Sie das Gefühl, in Ihrer Jugend etwas verpasst zu haben? CONNY HÜTTER: Ich glaube, ich habe alles durchlebt, was dazugehört. Und mich auch richtig ausgelebt. Sicher war es blöd, wenn ich wegen eines Trainings nicht auf eine Geburtstagsparty gehen hab können. Andererseits habe ich durch das Ski fahren aber auch so viele neue Leute kennengelernt und bin rumgekommen auf der Welt.

Was hat Sie denn da am meisten beeindruckt bisher? CONNY HÜTTER: Kanada! Dort ist alles so riesig, ganz anders. Diese Auto-Trucks, ein Wahnsinn! Ich dachte mir nur: Oh mein Gott!

Was würden Sie gerne erreichen, welche Ziele haben Sie? CONNY HÜTTER: Natürlich im Weltcup zu starten, aber da mache ich mir noch keinen Druck. Und dann will ich, so wie wohl alle Profi-Skifahrer, alles gewinnen, was es zu gewinnen gibt.

Gibt's Vorbilder, an denen Sie sich dabei orientieren? CONNY HÜTTER: Also einige Herren fahren schon super, muss ich sagen. Der Jens Byggmark. Oder der Ted Ligety. Die haben einen richtig geilen Schwung.

Ich dachte eher an Skifahrerinnen. CONNY HÜTTER: Nein, nein. Das sind ja alles Konkurrentinnen. Die will ich mir nicht als Vorbild nehmen (lacht).

SABRINA LUTTENBERGER

Fakten

Conny Hütter wurde am 29. Oktober 1992 geboren. Sie lebt in Kumberg und in Schladming.

Mit zehn Jahren hat Hütter ihre Karriere als Skifahrerin begonnen (alle Disziplinen), bisherige Höhepunkte: zweimal Bronze in Abfahrt und Super-G bei der Junioren-WM in Crans-Montana.

2011 war sie auch als Rallye-Fahrerin unterwegs.


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