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Zuletzt aktualisiert: 20.08.2012 um 10:21 UhrKommentare

Kein Lichtblick für den Geisterturm

Der einstige Stiefelkönig-Turm in der Wiener Straße ist seit Jahren ungenutzter Schandfleck. Eine Besserung ist eher nicht in Sicht.

Einst "stolzer" Stiefelkönig-Turm, nun schon seit Jahren Geisterhaus in der Wiener Straße 205

Foto © Jürgen FuchsEinst "stolzer" Stiefelkönig-Turm, nun schon seit Jahren Geisterhaus in der Wiener Straße 205

Das ist Marke Südeinfahrt Karlovac" ist noch das Schmeichelhafteste, was Immobilienexperten der steirischen Landeshauptstadt zu diesem Gebäude einfällt. Aber es ist eben leider Marke Graz Nordeinfahrt. Seit Jahren verkommt der einstige Stiefelkönig-Turm in der Wiener Straße 205, leer stehend, ungenutzt, von Grazern mehr als ungeliebt.

Dabei war hier einst Lager und Sitz des stolzen Grazer Schuhhauses Stiefelkönig. Bevor es an die Bawag ging, bevor es wirtschaftlich schon einmal bessere Zeiten erlebt hatte. Und lange bevor der zweite Grazer Schuh-Riese, die Leder und Schuh AG, Stiefelkönig im Vorjahr unter seine Fittiche nahm.

Manfred Herzl aus dem einstigen Stiefelkönig-Clan und der Göstinger Bezirksvorsteher Gerald Vrchota haben noch eine Erinnerung an einst große Pläne, die um 2005 geschmiedet worden sind. In dem Turm sollte ein Hotel entstehen, mit der Stadtplanung war schon alles besprochen, auch einen Wettbewerb habe es schon gegeben. Aber der spanische Investor sei damals abgesprungen. Und seit damals ist Funkstille, ist der Bau Mahnmal und Schandfleck.

Wiener Eigentümer

Der Geisterturm ist in Besitz der "Wiener-Straße-205-Verwertungsgesellschaft". Und die gehört wiederum zur Ceba AG, die in Österreich mehrere "Baustellen" zu beackern hat. Geschäftsführer Christian Lanjus-Wellenburg kann Graz noch keine großen Hoffnungen machen, dass er "den Dornröschenschlaf des Objekts" beenden möchte. Dazu brauche es nämlich einmal ein seriöses Konzept und einen Partner vor Ort. Erschwerend komme hinzu, dass der Wiener, der erst heuer im März die Geschäftsführung übernommen hat, den Grazer Markt auch nicht so gut kenne.

Derzeit sei noch nicht einmal klar, welche Nutzung möglich sei oder ob es zu Teilabbrüchen komme. Nur eines ist gewiss: "Das ist eine schwierige Immobilie." In der Wiener Straße 205 dürfte es also noch länger "spuken". BERND HECKE


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