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Zuletzt aktualisiert: 11.06.2012 um 12:40 UhrKommentare

Das ist ein Hauch von Nichts

Sebastian Vettel und Mark Webber werben für die neue Red Bull Racing Brillenkollektion. Wer hat's erfunden? Michael Pachleitner. Der Grazer über sein Imperium, Design & Kärnten.

Hat von Graz aus den Durchblick: Michael Pachleitner, CEO und Eigentümer der Michael Pachleitner Group

Foto © M. KanizajHat von Graz aus den Durchblick: Michael Pachleitner, CEO und Eigentümer der Michael Pachleitner Group

Herr Pachleitner, Sie haben die internationalen Lizenzrechte für die "Red Bull Racing Eyewear"-Kollektion bekommen. Wie kam es dazu?

MICHAEL PACHLEITNER: Der Wunsch dazu existiert schon seit vielen Jahren, schließlich haben wir über Helmut Marko und Thomas Überall die Möglichkeit erhalten, in Gespräche einzusteigen. Das war die Initialzündung. Dann haben drei Designer eine Formensprache und ein Design entwickelt, das den Wiedererkennungswert zum Rennsport herstellt.

Können Sie das näher erklären?

PACHLEITNER: Wir haben entdeckt, dass es eine Möglichkeit gibt, Carbonbrillen aus reinem Carbon herzustellen. Eine Brille wiegt also nur 14 Gramm - inklusive Gläsern. Das ist ein Hauch von Nichts. Bei gleichzeitig unglaublicher Stabilität und Flexibilität.

Tragen Sie die Brillen auch selbst?

PACHLEITNER: Nur mehr! (lacht) Ich schätze Sonnenbrillen und habe wahrscheinlich um die 50 Stück in Verwendung. Man muss zum eigenen Produkt stehen, das ist ein Grundsatz für mich.

Mit optischen Brillen - ob Dioptrien oder Fensterglas - hat man Sie noch nie gesehen.

PACHLEITNER: Nein, ich trage keine Fassungen mit Fensterglas. Ich bin der Meinung: Wenn ich eine optische Brille tragen muss, werde ich sie tragen. Das ist nur eine Frage der Zeit - für uns alle.

Sind Sie denn ein Formel-1-Fan?

PACHLEITNER: Ja, aber so intensiv wie im letzten Jahr habe ich die Formel 1 noch nie erlebt. Ich habe heuer schon die Rennen in Schanghai, Monaco und Barcelona live miterlebt.

Und sind Sie dabei auch schon Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz persönlich begegnet?

PACHLEITNER: Nein, es stimmt, was man sich über ihn erzählt: er ist kaum in der Öffentlichkeit präsent. Angeblich stimmt er aber alles hinter der Eyewear-Kollektion persönlich ab.

Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel und sein Teamkollege sind die Testimonials für diese Kollektion. Wenn Sie es sich aussuchen könnten: Für wen würden Sie gerne eine Brille designen lassen?

PACHLEITNER: Sean Connery.

Warum er?

PACHLEITNER: Weil ich glaube, dass er ein ganz spezieller Mensch ist und ein Schauspieler mit unglaublicher Ausstrahlung.

Was ist gutes Design für Sie?

PACHLEITNER: Wenn man ein Produkt auch ohne Logo zuordnen kann. Eine Sache, die nur schön aussieht, kann nix. Es braucht Formensprache und Funktion. Und man muss sich wohlfühlen.

Haben Sie die Lizenz für die Red Bull Racing Eyewear nur für diese Kollektion, oder auf ewig?

PACHLEITNER: Das ist ein Vertrag, der über mehrere Jahre geht. Im September kommt die erste Fassungskollektion auf den Markt, der Vorverkauf läuft bereits. Und nächstes Jahr arbeiten wir bereits an einer eigenen Skibrillen-Linie. Etwas, wofür Red Bull meiner Meinung nach steht: für Sport.

In einem Interview für die erste Ausgabe von G7 im April 2010 haben Sie gesagt: Graz brauche noch viel mehr Mut. Wo steht die Stadt denn heute?

PACHLEITNER: Ich sage: Wir sind am richtigen Weg, es könnte uns Unternehmern nur manchmal schneller gehen. Ich bin leidenschaftlicher Grazer, Steirer und ich lebe sehr gerne in Graz.

Die Michael Pachleitner Group hat 12 Unternehmungen an fünf Standorten. Der Firmensitz ist mit dem "Schwarzen Panther" in Graz. Sind Sie überhaupt noch viel hier in Graz?

PACHLEITNER: Ja, viel mehr, als immer geglaubt wird. Derzeit bin ich etwa zweieinhalb bis drei Monate pro Jahr unterwegs.

Ihr Headquarter, der "Schwarze Panther", musste zuletzt eine Niederlage hinnehmen. Das Betalab ist Geschichte. Ihre Bilanz dazu, bitte?

PACHLEITNER: Es tut mir leid, dass das Betalab nicht so angekommen ist, wie es die Idee gewesen wäre. Es hat viele Missverständnisse gegeben.

Und nun stehen viele Räumlichkeiten leer.

PACHLEITNER: Ab September sind wir wieder voll ausgelastet, dann ziehen ein argentinisches Motorentwicklungsunternehmen und eine Werbeagentur dort ein.

Ihr nächstes Bauprojekt liegt an der Ecke Brockmanngasse/Münzgrabenstraße, wo auf 5000 m² Büro- und Geschäftsflächen entstehen sollen. Wann ist es so weit?

PACHLEITNER: Wir stehen kurz vor der Einreichphase und möchten gerne im Herbst 2013 zu bauen beginnen. Dann wären wir 2014 bezugsfertig.

Was sind Ihre Ziele? Welche Märkte reizen Sie?

PACHLEITNER: Die südeuropäische Hemisphäre, also Italien, Spanien, Portugal. Dort ist man uns modisch und designmäßig noch oft voraus.

Sie haben erst vor wenigen Tagen geheiratet und arbeiten bereits wieder. Zeit für Flitterwochen?

PACHLEITNER: Momentan nicht wirklich.

Und ein Sommerurlaub - ist der eingeplant?

PACHLEITNER: Auf alle Fälle.

Darf man fragen, wohin es heuer gehen wird?

PACHLEITNER: Ich verbringe meine Urlaube gerne in Österreich, im Winter fahre ich oft nach Sölden oder auf den Arlberg und im Sommer nach Kärnten - nahe bei Velden. Das ist fast wie meine zweite Heimat dort.

Und heuer vielleicht noch öfter zu Red Bull an den Fuschlsee?

PACHLEITNER: Beruflich? Mit Sicherheit.

INTERVIEW: JULIA SCHAFFERHOFER

Auf Augenhöhe

Michael Pachleitner wurde 1960 in Graz geboren. Er studierte Jus an der Uni Graz (Promotion 1984) und kaufte 1998 die Brillenmarke Robert La Roche. Die Michael Pachleitner Group mit Hauptsitz in Graz designt, produziert und vertreibt seit 50 Jahren optische Waren in 70 Länder. Pachleitner ist frisch verheiratet, hat einen 14-jährigen Sohn und lebt in Graz.

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Foto © Red Bull

Bild vergrößernBeständig in Höchstgeschwindigkeiten: Mark Webber ist Testimonial der Red Bull Racing EyewearFoto © Red Bull

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