Das große Kribbeln
Der GAK steht vor den wichtigsten Spielen seiner Geschichte. Die Begegnungen um den Aufstieg gegen Hartberg am Dienstag und Freitag werden zur Nervensache.

Foto © KLZ/KanizajTraining vor den beiden großen Spielen
Im Trainingszentrum Weinzödl ist man um Gelassenheit bemüht. Nervosität darf partout keine aufkommen. Und doch ist eines gewiss: Diese Woche wird die GAK-Familie so schnell nicht vergessen. Gegen Hartberg geht es am Dienstag in der UPC Arena und am Freitag auswärts in der Oststeiermark nach fünf Jahren dritte Liga um den Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse.
Mehr als 11.000 Karten sind bereits verkauft, eine Kulisse, vor der ein Großteil der jungen GAK-Truppe zum ersten Mal spielt. Trotzdem klingen die Burschen abgebrüht. Mittelfeldmotor Michael Hofer (22) "freut sich", Kollege Mario Leitgeb (24) isst "wie sonst auch" vorher sein Putengeschnetzeltes und auch Goalie Rene Pösendorfer (21) zieht "wie immer" zuerst den linken Schuh, dann den linken Handschuh an.
Abseits der coolen Sprüche weiß Stürmerstar Herbert Rauter (30) aber natürlich, was für den Verein auf dem Spiel steht: "Wir versuchen, alles so wie immer zu machen, um dann wie sonst auch zu gewinnen und endlich aufzusteigen."
Wenn's nur so einfach wär'! Co-Trainer Herfried Sabitzer, selbst einst roter Sturmtank der Sonderklasse, fühlt mit: "Wenn wir da am Dienstag rausgehen und hart und schnell spielen, ist alles möglich. Kribbeln ist da erlaubt, Angst nicht."
Eine Kopfsache, für die vor drei Monaten auch der Sportpsychologe der GAK-Akademie, Walter Oberlechner, verstärkt eingebunden wurde. "Beim GAK spielen viele, die gerade in der Pubertät waren und nun plötzlich so abgebrüht funktionieren sollen wie 50-Jährige." So junge Leute brauchen Unterstützung. "Sie müssen kapieren, dass sie füreinander da sind, so wird ihnen eine Last genommen. So agieren auch Superstars wie Messi und Xavi." Wie lautet nun seine GAK-Diagnose? "Die Burschen werden alles geben und die Chance nutzen."
Eine Chance, die den GAK aus der Bredouille bringen könnte. Zwar stünde man laut Präsident Benedikt Bittmann auch bei einer weiteren Drittliga-Saison nicht mit dem Rücken zur Wand, er betont aber, "dass wir unbedingt rauf wollen. Alles wär' dann leichter." Und Bittmann versichert: "Ich bleibe dem GAK erhalten, so oder so. Auch das Budget steht." Mit den Sponsoren habe man langfristige Verträge und die Spieler würden auch "fast alle" bleiben. Einzig offener Punkt: das Trainingszentrum. "Aber da sage ich nichts. Es wird verhandelt."
Besondere Brisanz haben die kommenden Spiele auch wegen ihrer Vorgeschichte. Vor drei Jahren machte ja ausgerechnet Hartberg im allerletzten Spiel noch das Rennen um den Aufstieg. Ein Stachel, der tief sitzt. Ex-Trainer Gregor Pötscher erinnert sich: "Eine Saison so knapp zu verlieren - es dauerte, das zu verkraften."
Und wenn's wieder nicht klappt? "Wird es aber", schallt es unisono aus dem roten Lager.










