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    Zuletzt aktualisiert: 07.05.2012 um 11:25 UhrKommentare

    Design: "Lieber zu viel als zu wenig"

    Designerin Karin Wintscher-Zinganel besetzt mit dem Festival "assembly" das Grazer Stadtmuseum. Ein Gespräch über Schrauben, Stoffe und den Sound ihrer Kollektion.

    Probesitzen in der Anlage: assembly-Organisatorin Karin Wintscher-Zinganel macht das Stadtmuseum zum Showroom

    Foto © XPRESSProbesitzen in der Anlage: assembly-Organisatorin Karin Wintscher-Zinganel macht das Stadtmuseum zum Showroom

    Frau Wintscher-Zinganel, heuer geht das Designfestival assembly in die neunte Runde. Pate steht die Gottesanbeterin. Warum eine Fangschrecke?

    KARIN WINTSCHER-ZINGANEL: Sie ist ein unglaublich elegantes Wesen, eine Balletttänzerin. Für mich steht sie in Position und Ausdruck für Design. Das Foto stammt vom polnischen Biologen und Fotografen Igor Siwanowicz. Beim Googeln sind wir zufällig darauf gestoßen - und mussten es dann haben. Was ich mich aber frage, ist, ob das Tier das Shooting überlebt hat, oder in Schönheit gestorben ist.

    Wie wird das Stadtmuseum bespielt werden?

    WINTSCHER-ZINGANEL: Wir werden die Auslagensituation dort als riesigen Showroom nützen. Auf 1300 Quadratmetern sind 70 Designpositionen zu sehen - kleine Erlebnisinseln. Die Künstlerin Benedetta Jacovoni wird im Foyer eine Textilskulptur errichten.

    Sie stellen die neue Kollektion Ihres Labels kay double U vor. Was erwartet uns?

    WINTSCHER-ZINGANEL: Meine Kollektion? Die entsteht gerade.

    Noch eine Woche Zeit - stresst Sie der Zeitdruck?

    WINTSCHER-ZINGANEL : Nein, das Furchtbare ist: Je größer der Stress, desto größer wird die Kreativität. Aber ich denke, meine Familie leidet.

    Was inspiriert Sie?

    WINTSCHER-ZINGANEL: Zuerst ist da immer das Material. Das breite ich dann auf einem Tisch aus und brüte, was damit passieren wird. Pro Kollektion höre ich dabei immer wieder dieselbe CD - dann kommen die Ideen, es entstehen Schnitte, ich bespreche sie mit meinen Schneiderinnen.

    Welche CD ist es diesmal?

    WINTSCHER-ZINGANEL: Ein Live-Mitschnitt der Fashionshow Crossing Fashion von Rainer Binder-Krieglstein & Raumschiff Engelmayr.

    Ihre Stücke sind extrem wandelbar - so als ob die Trägerin sie fertigdesignt. Ist das Absicht?

    WINTSCHER-ZINGANEL : Ich finde es toll, wenn man ein Teil vormittags anhat und nachmittags aus dem Rock ein Kleid macht.

    Warum sind Sie Modedesignerin geworden?

    WINTSCHER-ZINGANEL: Ausschlaggebend war, dass sowohl Oma als auch Mama meine Schwester und mich immer wie Zwillinge angezogen haben. Das ging bis 14.

    So lange haben Sie sich das gefallen lassen?

    WINTSCHER-ZINGANEL: (lacht) Bei uns war alles später! Im Wiku habe ich eine fundierte Nähausbildung erhalten. Irgendwann habe ich mir meine Sachen selbst genäht. An der Ortweinschule sind die Entwürfe experimenteller geworden, wilde Sachen.

    Zum Beispiel?

    WINTSCHER-ZINGANEL: Einmal habe ich Stoffe mit Schrauben verbunden, ein anderes Mal sehr dicke Strickwürste zu Kleidern verwoben. In der Schule haben sie gesagt: "Die Karin schaut sogar im Kartoffelsack gut aus!"

    Haben diese ersten Kleider in Ihrem Kasten überlebt?

    WINTSCHER-ZINGANEL : Durch die vielen Umzüge sind sie leider verloren gegangen.

    Besitzen Sie auch Kleider von der Stange?

    WINTSCHER-ZINGANEL: Ja, Basic-Teile. Aber bis 30 habe ich zum Beispiel keine Jeans getragen.

    Warum nicht?

    WINTSCHER-ZINGANEL: Ich habe befunden, Jeans sind kein Modetrend, sondern Einheitsbrei. Aber damals habe ich jeden Tag zwei Stunden vor dem Kleiderkasten überlegt, was ich anziehe. Dann sind die Kinder gekommen und die Zeit ist knapper geworden.

    Ihre Lieblingsdesigner?

    WINTSCHER-ZINGANEL : Kommen aus Belgien - wie Dries Van Noten oder Ann Demeulemeester. Jetzt ganz sensationell ist Haider Ackermann, ein Designer, der ursprünglich aus Kolumbien kommt. Der steht ganz oben auf meiner Wunschliste. Sonst trage ich gerne Sachen von mir.

    Ihre zwei Töchter sind 16 und 18 - mögen die Ihren Stil?

    WINTSCHER-ZINGANEL: Meine Sachen tragen sie nicht. Wenn ich mit Ihnen in die Stadt gehe, muss ich manchmal fünf Meter neben ihnen gehen und darf wieder bei der Kassa zu ihnen stoßen. Denen bin ich wohl peinlich.

    Haben Sie sie jemals in Zwillingsoutfits gesteckt?

    WINTSCHER-ZINGANEL : Nur einmal, bei unserer Hochzeit. Sie haben mir eher vorgeworfen, dass sie wie Buben ausgesehen hätten.

    Guter Stil ist ...?

    WINTSCHER-ZINGANEL: Ich finde es super, wenn man sich individuell kleidet. Da zeigt man sich selbst her. Ich sage: Lieber zu viel als zu wenig!

    Vor zehn Jahren gründeten Sie mit Bettina Reichl die Plattform Pell Mell mit Showroom. Im Juni siedeln Sie vom Kaiser-Josef-Markt in die Griesgasse. Wieso?

    WINTSCHER-ZINGANEL:

    Herren- und Stempfergasse fallen preislich aus. Der Standort hat uns allen dreien (Anm. die Dritte ist Yü-Dong Lin) gefallen, es ist ein bisschen größer - das Imperium wächst ein bisschen - es hat sich viel ums Kunsthaus getan in den letzten zehn Jahren.

    Haben die Grazer zu wenig Mut, wenn es um Styling geht?

    WINTSCHER-ZINGANEL: Ich sehe die Grazer nicht unbedingt konservativer als anderswo. Große Ketten prägen doch überall den Stil. Aber es ist sehr schade für Graz, dass das Fashionlab als lokale Fashion-Plattform nicht überlebt hat.

    INTERVIEW: JULIA SCHAFFERHOFER

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