Gesucht und gefunden
Nach G7-Bericht: Ein Franzose findet die Familie seines Vaters - in Graz.

Foto © Marija KanizajFreuen sich über den Familienzuwachs: Antonia Kirchner (links), Judith Kemetmüller und Herbert Papotnik
Die Familienvermittlung ist geglückt. Vor zwei Monaten erzählte uns der 67-jährige Franzose Hervé Rigat seine Geschichte: Der Sohn eines Wehrmachtsoldaten hat seinen Grazer Vater nie kennengelernt. Er wusste nur, dass er Zirkusakrobat und von 1940 bis 1944 im Schloss von Vieilles in Frankreich stationiert war und eine Schwester hatte. 2004 starb seine Mutter, nach ihrem Tod fand er 60 Stück handgeschriebene Liebesbriefe.
G7 forschte weiter und erfuhr, dass der Vater unter dem Künstlernamen M. Marathon 1933 von Graz nach Wien ging: auf seinen Händen. Wir veröffentlichten das dazu passende Foto - und die heute 96-jährige Schwester Antonia Kirchner erkannte sich darauf. "Das ist mein Kleid - hat sie gesagt", erzählt Tochter Judith Kemetmüller. Wir besuchen die Familie in ihrem Haus. Sie sind gerührt. Stoßen mit Sekt an. "Ich bin ein Riesen-Frankreich-Fan", sagt Kemetmüller. Und: "Es wurde schon lange gemunkelt, dass der Onkel Miksch noch einen Sohn hat." Halbcousin Herbert Papotnik lebt noch im Haus des Onkels in Gösting, der es wegen seines Handmarathons zu lokaler Berühmtheit gebracht hat.
Rigat freut sich sehr über seine neu gewonnenen Verwandten, ist gleichzeitig aber traurig, nicht schon früher mit der Suche begonnen zu haben. Denn sein Vater starb vor zwei Jahren, fünf Tage vor seinem 100. Geburtstag, in Wien. Seit Tagen schreiben sich die Neo-Verwandten E-Mails, schicken sich Fotos und planen ein Treffen. Dann wird Rigat seinen Vater durch sie kennenlernen.
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Der Vater: Michael Verderber ist endlich gefundenFoto © Privat
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Der Sohn: Hervé Rigat Foto © Privat










