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Zuletzt aktualisiert: 20.02.2012 um 11:57 UhrKommentare

Iris Shala in Opas Fußstapfen

In der Seifenoper "Anna und die Liebe" verdreht die Grazerin Iris Shala Deutschland den Kopf. Ihr Vorbild: ihr Großvater.

Die Grazerin Iris Shala war schon Topmodel-Kandidatin

Foto © Markus Reitler (c) WienermodelsDie Grazerin Iris Shala war schon Topmodel-Kandidatin

Hallo, Iris Shala, wo erwischen wir Sie gerade am Handy?

IRIS SHALA: In Berlin, wir drehen gerade neue Folgen von "Anna und die Liebe" und haben Pause. Ich habe versucht zu schlafen, aber es geht nicht. Also - nicht gerade jetzt, keine Sorge!

Und was wird gerade gedreht?

SHALA: Wir hatten ein paar Szenen mit vier, fünf Schauspielern in der "Goldelse" (Restaurant in der Serie, Anm.) und bei mir am Empfang. Es ist immer ein bisschen chaotisch, wenn so viele Schauspieler zusammenspielen.

Erst kürzlich wurde ja bekannt, dass die Serie abgesetzt wird. Wie haben Sie davon erfahren?

SHALA: Wir haben alle eine E-Mail bekommen, für uns völlig überraschend. Aber für mich bricht keine Welt zusammen. Wenn eine Tür zugeht, geht eine andere dafür auf. Es war eine schöne Erfahrung, ich habe viel gelernt und viele nette Kollegen kennengelernt, das ist das Wichtigste.

Wie lange wird noch gedreht?

SHALA: Ein Weilchen, ein paar Monate sind es schon noch.

Wie kam Ihr Engagement überhaupt zustande?

SHALA: Durch meine Agentur. Die haben mich im Urlaub in Serbien angerufen, ob ich Lust auf ein Casting hätte. Zuerst war ich wahnsinnig nervös und wurde nicht genommen. Beim zweiten Mal habe ich einfach mein Ding durchgezogen, das hat geklappt.

Und das ohne jede Schauspielerfahrung, oder?

SHALA: Ich habe in der Schule schon ein bisschen Theater gespielt, gesungen, Ballett getanzt. Für die Serie hatte ich aber einen Schauspielcoach. Sie hat mich richtig, richtig hart trainiert.

Wie anstrengend ist es, eine Daily Soap zu drehen?

SHALA: Man hat pro Szene nur 20 bis 40 Minuten Zeit, da probt man sie drei Mal und dann dreht man sie drei, vier Mal. Man muss die gleiche Emotion immer wieder spielen. Wenn man extrem viel weinen muss, etwa im Klo eingesperrt, ist das ziemlich hart.

Fällt Ihnen das Schauspielern leicht? Gab es schon echte Herausforderungen wie eine Kussszene?

SHALA: Es gibt immer kleine Herausforderungen, aber es geht. Am Anfang war es sehr schwer, als die ganzen Kameras auf mich gerichtet waren. Ich hatte viel Text und war echt nervös. Eine Kussszene hatte ich noch nicht.

Aber kommt noch eine?

SHALA (lacht): Hmmm ... Es könnte sein, dass eine Kussszene kommt!

Wie viel haben Sie mit Ihrer Figur Minni Hermann gemeinsam?

SHALA: Sie lebt in ihrer eigenen kleinen Welt. Sie ist nett, tollpatschig, ein bisschen verrückt. Na ja, ich lebe auch in meiner kleinen Traumwelt (lacht). Aber allzu viel haben wir nicht gemein.

Was hat Ihnen Austria's Next Topmodel gebracht?

SHALA: Es war auf jeden Fall ein Sprungbrett. Dass ich nicht gewinne, war immer klar, weil ich zu klein für den Catwalk bin. Mit Platz acht bin ich hochzufrieden.

Sie haben auch als Achte einen Vertrag mit Wienermodels bekommen. Ist Modeln eine Option?

SHALA: Es ist schon ein toller Job. Ich wünschte, ich wäre größer! Ich mache das jetzt nebenbei, Schauspiel bleibt meine Priorität.

Laut Ihrer Facebook-Seite waren Sie gerade auf der Berlinale?

SHALA: Bei der Premiere von Angelina Jolie, ja. Sie ist mein Idol, weil sie sich so für Bosnien und die vom Krieg traumatisierten Kinder einsetzt. Wir haben sie auf der Bühne gesehen, Brad Pitt war auch da. Und Rade erbedija, ein berühmter Schauspieler aus Kroatien, der mit meinem Opa zusammen gespielt hat.

Der ja ein bekannter Schauspieler im Kosovo war.

SHALA: Ja, er hieß Abdurrahman Shala. Und ist natürlich mein großes Vorbild. Ich hätte Rade erbedija am liebsten auf meinen Großvater angesprochen, habe mich aber dann nicht getraut.

Was kommt nach "Anna und die Liebe"? Bleiben Sie in Berlin?

SHALA: Auf jeden Fall, eine tolle Stadt mit vielen Möglichkeiten.

Und Graz?

SHALA: Ich komme gerne zu Besuch, aber maximal eine Woche. Ich liebe Graz, doch ich merke jetzt, wie klein die Stadt ist.

Wie sieht ein Heimatbesuch aus?

SHALA: Ich besuche Verwandte, Freunde und sogar Lehrer. Und meine Hündin, die ist gerade bei meiner Mama, weil alles so stressig war. Sie fehlt mir so sehr, dass ich mir schon andere Hunde ausgeborgt habe.

NINA MÜLLER

Auf Augenhöhe

Iris Shala wurde am 10. August 1990 in Prishtina (Kosovo) geboren. Sie wuchs in Graz auf, besuchte u. a. das Gymnasium Dreihackengasse und tanzte in der Ballettschule der Oper Graz.

Im TV: Kandidatin in der zweiten Staffel von "Austria's Next Topmodel" (2009), seit Sommer 2011 Darstellerin in der Telenovela "Anna und die Liebe" (ORF eins, ehemals Sat1, jetzt Sixx).

Familienstand: "Mein Hund ist mein Boyfriend".

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