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Zuletzt aktualisiert: 20.02.2012 um 11:40 UhrKommentare

Droschl, Leykam, Styria & Co: Um kein Buch verlegen

Die Buchverleger der Stadt Graz starten mit einem starken Programm ins Frühjahr. Ein Klappentext.

Annette Koch, Leiterin des Droschl Literaturverlags

Foto © Gernot EderAnnette Koch, Leiterin des Droschl Literaturverlags

Geschichten, die das Buchleben diktiert: Annette Knoch, Verlagsleiterin des Literaturverlags Droschl, kann viele solcher Geschichten erzählen. Zum Beispiel jene vom Hamburger Autor Stephan Groetzner. Dessen erster Erzählband "Die Kuh in meinem Kopf" ist dieses Frühjahr bei Droschl als eines von acht Büchern erschienen. Daran geglaubt hat niemand mehr. "Vor zwölf Jahren hörte ihn unser Lektor Rainer Götz in der Vorjury des 'Open Mike'-Wettbewerbs in Berlin. Er las aus seinem unfertigen Roman und Rainer sprach ihn an, ihm das Manuskript zu schicken. Es fehlten nur noch fünf Seiten."

Was passierte? Nichts. Schreibblockade. Groetzner jobbte weiter als Chorleiter, Erntehelfer, Organist, Stanzer oder Wachtmeister. Bis letztes Jahr im Droschl-Postkasten plötzlich ein Prosa-Manuskript von ihm landete. "Daran hatte niemand mehr geglaubt", sagt Knoch. Und: "Seinen Roman verlegen wir nächstes Jahr", erzählt sie bei einem Häferl Kaffee im Café König in der Sackstraße, während Alfred Kolleritsch nebenan seinen täglichen Besuch absolviert.

Berühmte Autoren

Es war 1978, als Knochs Vater Max Droschl einen kleinen, feinen unangepassten Verlag in die Grazer Literaturszene pflanzte. Mitten in die legendäre Droschl-Buchhandlung am Bischofsplatz. Droschl gab bis dato 82 Autoren und Autorinnen wie Werner Schwab, Wolfgang Bauer, Alfred Kolleritsch, Reinhard P. Gruber, Iris Hanika, Franz Josef Czernin, Kathrin Röggla oder Monique Schwitter eine beständige Bleibe im schreiberischen Unruhezustand. Das ist heute, 34 Jahre und 752 verlegte Bücher später, immer noch so.

Droschl ist der weitreichendste der insgesamt 60 Grazer Verlage (auch Musik- und Medienverlage sind hinzugerechnet). "Unsere Wurzeln sind in Graz", sagt Knoch, mit Wien und Hamburg gibt es zwei Außenstellen. "Aber Graz liegt immerhin am südöstlichsten Zipfel der deutschen Sprachlandschaft und wir wollten von Anfang an nicht nur in der Grazer Suppe kochen." Das Droschl-Rezept sieht daher Folgendes vor: ein Auge auf steirische Autoren haben, Experimentierfreude als Grundzutat, eine Übersetzungs- und Dossierreihe als Extrawürze. Und: "Ich lege hohen Wert auf Satz und Layout der Bücher." Aktuell in Bearbeitung ist die Umstellung auf E-Book.

Grazbetont

Daran tüftle auch der 1585 gegründete Leykam Verlag gerade, erzählt Verlagsleiter Wolfgang Hölzl. Das Frühjahrsprogramm des viereinhalbköpfigen Teams ist dicht: 40 Werke, Schulbücher noch nicht mitgezählt. Bei Leykam hat man vor einiger Zeit die Fühler nach Kroatien ausgestreckt - mit einer eigenen Außenstelle in Zagreb.

Die größte Veränderung am Grazer Verlagsmarkt war vor einigen Jahren die Verlegung des Hauptsitzes des Styria-Verlags nach Wien.

Die Edition Keiper geht den umgekehrten Weg: Seit 2008 stärkt Anita Keiper das literarische Schaffen der Murstadt. Warum? "Weil ich das Gefühl hatte, dass steirische Autoren nicht besonders sichtbar sind." Ende 2012 wird sie bei 30 Autoren halten. Experiment: geglückt.

JULIA SCHAFFERHOFER

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